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Rezepte kalorienärmer umbauen: 5 Handgriffe mit Nährwerten

Ernährung und Schlaf: Was belegt ist und was nur behauptet wird Du liest Rezepte kalorienärmer umbauen: 5 Handgriffe mit Nährwerten 21 Minuten Weiter Gesund im Homeoffice: 7 Tipps gegen Naschen

Ein Rezept wird kalorienärmer, wenn du seine Energiedichte senkst, nicht die Portion: Fett abmessen statt gießen, Gemüse und Brühe ins Gericht holen, Hackfleisch teilweise durch Pilze oder mageres Hack ersetzen, Sahne und Mehlschwitze tauschen und kräftiger würzen. In kontrollierten Studien aßen Menschen von so umgebauten Gerichten spürbar weniger Energie, wurden genauso satt und bewerteten sie gleich gut. Der Hackanteil einer Bolognese sinkt so von rund 1.040 auf rund 448 Kilokalorien.

Wo in einem normalen Tag die meisten Kalorien unbemerkt landen, zeigt unsere Übersicht Kalorien sparen beim Kochen. Hier geht es um den nächsten Schritt: das Rezept selbst. Mit den Studien, die genau diese Küchentricks gemessen haben, und mit drei Gerichten, vorher und nachher durchgerechnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Püriertes Gemüse, unbemerkt in Hauptgerichte eingearbeitet, senkte die Tagesenergie um 202 bzw. 357 kcal. Die Gemüsemenge stieg von 270 auf 487 g am Tag, Hunger, Sättigung und Geschmack blieben gleich.
  • Champignons statt Rindfleisch im selben Rezept: 310 statt 730 kcal beim Mittagessen, über vier Tage nur zu 11,4 Prozent ausgeglichen.
  • Weniger Fett ohne Ausgleich kostet Geschmack (6,29 statt 7,05 Punkte). Mit Kräutern und Gewürzen lag dieselbe fettreduzierte Mahlzeit wieder bei 6,98.
  • Eine Mehlschwitze aus 30 g Butter und 30 g Mehl hat rund 328 kcal, 10 g kalt angerührte Maisstärke rund 35 kcal.
  • Dämpfen ist nicht immer am schonendsten: Bei Brokkoli erhielt es Vitamin C am besten, bei Carotinoiden schnitt Garen in Wasser gut ab und Frittieren am schlechtesten, beim Vitamin C lag in einer Messreihe oft die Mikrowelle vorn.

Das Prinzip: gleiche Menge, weniger Energie

Ein umgebautes Rezept füllt denselben Teller mit weniger Kilokalorien. Das funktioniert, weil Menschen von Tag zu Tag ein relativ konstantes Gewicht an Essen zu sich nehmen, nicht eine konstante Energiemenge. Wie viel Energie in diesem Gewicht steckt, bestimmen vor allem zwei Bestandteile: Wasser mit 0 kcal je Gramm und Fett mit rund 9 kcal je Gramm. Eiweiß und Kohlenhydrate liegen bei rund 4 kcal je Gramm.

Umbauen wirkt dabei stärker als Verkleinern. In einem Laborversuch mit 24 Frauen senkte eine um 25 Prozent geringere Energiedichte die aufgenommene Energie um 24 Prozent (575 kcal am Tag), eine um 25 Prozent kleinere Portion nur um 10 Prozent (231 kcal). Beides addierte sich, und Hunger und Sättigung unterschieden sich nicht. In einer zweiten Studie wurden drei Wege direkt verglichen, die Energiedichte eines Hauptgerichts um 20 Prozent zu senken: weniger Fett, mehr Obst und Gemüse, zugesetztes Wasser. Alle drei wirkten, die Zahlen stehen im Artikel über Lebensmittel, die beim Abnehmen helfen.

Ehrlich eingeordnet: Die meisten dieser Versuche liefen über Tage bis wenige Wochen im Labor. Ein systematischer Review bewertet Ernährungsmuster mit niedriger Energiedichte zwar als hilfreich für Gewichtsabnahme und Gewichthalten bei Erwachsenen, doch warum genau der Körper die fehlende Energie nicht nachholt, ist laut einem Übersichtsartikel noch nicht gut verstanden. Warum das Prinzip trotzdem satt macht, erklärt der Artikel Abnehmen ohne Hunger.

Fünf Handgriffe für jedes Rezept

Fast jedes Alltagsrezept lässt sich mit denselben fünf Handgriffen umbauen. Nimm dir das Rezept vor und geh die Zutatenliste einmal von oben nach unten durch: Wo steht Fett, wo fehlt Gemüse, wo steckt Hackfleisch, wo könnte Flüssigkeit ins Gericht und wo muss die Würze nachziehen?

1. Fett abmessen statt gießen

Fett ist der größte Einzelhebel, weil es die Energiedichte am stärksten treibt: Rapsöl hat 900 kcal je 100 g, Butter 746 kcal. Streiche im Rezept jedes „Öl nach Bedarf“ und ersetze es durch eine abgemessene Menge oder durch eine Pfanne, die ohne Fett auskommt. Warum Röstaromen auch ohne Öl entstehen, erklärt Braten ohne Fett, wie Fleisch in der beschichteten Pfanne nicht kleben bleibt, steht unter Anbraten ohne Öl. Die Rechnung Sprühstoß gegen Esslöffel findest du unter Ölspray statt Öl. Wenn du Fett nicht ganz weglassen willst, dosiert ein Sprühstoß DailySpray rund 2 Kilokalorien.

Ganz auf null musst du trotzdem nicht: Ohne jedes Fett werden Carotinoide aus Gemüse kaum aufgenommen. Wie wenig dafür reicht, steht im Artikel über Dressing ohne Öl.

2. Gemüse ins Gericht, nicht nur daneben

Gemüse wirkt am stärksten, wenn es im Gericht selbst steckt. In einer kontrollierten Studie mit 41 Erwachsenen wurden pürierte Gemüse unbemerkt in Hauptgerichte eingearbeitet, sodass deren Energiedichte auf 85 bzw. 75 Prozent sank. Die Teilnehmenden aßen dadurch 202 bzw. 357 kcal weniger am Tag und kamen auf 487 statt 270 g Gemüse. Hunger, Sättigung und die Bewertung der Gerichte veränderten sich nicht. Die Studie lief über drei Labortage und misst kein Körpergewicht, als Beleg für den Küchentrick ist sie aber sehr direkt.

Gut geeignet sind Gemüse mit wenig Eigengeschmack und viel Wasser. Laut Schweizer Nährwertdatenbank haben Zucchini 17 kcal, Aubergine 21 kcal, Blumenkohl 26 kcal und Karotte 42 kcal je 100 g. So setzt du es um:

  • Tomatensaucen: fein geriebene Karotte und Zucchini mitschmoren und am Ende pürieren.
  • Hackgerichte: sehr fein gehacktes Gemüse mit dem Hack anbraten, es verschwindet in der Masse.
  • Aufläufe und Cremesaucen: gegarten Blumenkohl pürieren und als Basis verwenden.
  • Suppen: einen Teil der Kartoffeln durch Blumenkohl ersetzen.

Bei Kindern funktionierte das genauso: In einer Studie mit 40 Drei- bis Fünfjährigen stieg die Gemüseaufnahme um 73 g, die Tagesenergie sank um 142 kcal, und die Gerichte schmeckten ihnen gleich gut. Das ist ein Argument für Familienrezepte, keines für Diäten bei Kindern.

Tomatensauce in der Pfanne mit fein gehackten Pilzen und Hackfleisch, daneben gewürfeltes Gemüse auf einem Schneidebrett

3. Hackfleisch strecken: mit Pilzen oder magerem Hack

Hackfleisch lässt sich gut strecken, ohne dass es auffällt. In einer Laborstudie ersetzten Champignons das Rindfleisch im selben Rezept bei gleichem Volumen. Die Teilnehmenden aßen mittags 310 statt 730 kcal, glichen über vier Tage nur 11,4 Prozent davon aus und bewerteten Geschmack, Appetit und Sättigung gleich. Die Studie war klein und ersetzte das Fleisch vollständig. Alltagstauglicher ist der Teilersatz: fein gehackte Champignons zusammen mit dem Hack scharf anbraten, bis ihr Wasser verdampft ist. In einer einjährigen Studie mit 73 Erwachsenen berichtete die Gruppe mit Pilzen statt rotem Fleisch eine niedrigere Energie- und Fettzufuhr. Die Werte beruhen auf Ernährungsprotokollen und sind entsprechend unsicher.

Achtung, Eiweiß. Champignons haben 25 kcal und 3,7 g Eiweiß je 100 g, Rinderhack 208 kcal und 19,2 g Eiweiß. Wer halb Hack, halb Pilze kocht, spart also auch Eiweiß ein. Wenn du eiweißbetont isst, ist mageres Rinderhack mit 154 kcal und 21,6 g Eiweiß der bessere erste Schritt, und Pilze kommen zusätzlich dazu.

4. Wasser ins Gericht: Brühe, Schmoren, Eintopf

Wasser sättigt, wenn es Teil des Essens ist, nicht wenn es daneben im Glas steht. In einem Versuch mit 24 Frauen senkte eine Hühner-Reis-Suppe als Vorspeise die Energieaufnahme beim folgenden Mittagessen stärker als derselbe Auflauf mit einem Glas Wasser dazu: 1.209 gegenüber 1.657 kJ. Am Abend holten die Frauen die Differenz nicht nach. Die Stichprobe war klein und bestand aus normalgewichtigen Frauen, das Muster passt aber zu den übrigen Energiedichte-Studien.

Für den Umbau heißt das: Trockene Gerichte werden zu Schmorgerichten, Pfannengerichte zu Eintöpfen. Gemüsebrühe hat laut Datenbank 6 kcal je 100 g. Lösche Angebratenes mit Brühe statt mit Öl ab, schmore Fleisch in Brühe und Tomaten, und mach aus einem Nudelauflauf eine Gemüsesuppe mit Einlage. Warum eine Suppe als Vorspeise die ganze Mahlzeit leichter macht, steht unter Salat und Suppe zum Abnehmen.

5. Würzen, bis nichts fehlt

Würze ist der Grund, warum ein umgebautes Rezept nicht nach Verzicht schmeckt. In einer Studie mit 148 Erwachsenen wurde eine fettreduzierte Mahlzeit ohne Ausgleich schlechter bewertet als die Vollfett-Variante: 6,29 gegenüber 7,05 Punkten auf einer 9-Punkte-Skala. Mit Kräutern und Gewürzen erreichte dieselbe fettreduzierte Mahlzeit 6,98 Punkte, praktisch Vollfett-Niveau. Bei Hackbraten und Gemüse gab es keinen Unterschied mehr, nur bei Pasta blieb ein Abstand. Eine Folgestudie derselben Arbeitsgruppe mit Frühstücks- und Mittagsgerichten zeigte dasselbe Muster.

Aus der Küchenpraxis, nicht aus Studien: Was Fett geschmacklich trägt, ersetzen am besten Säure (Zitrone, Essig, Tomate), Schärfe (Senf, Chili, Pfeffer), Röstaromen aus der heißen Pfanne und Umami aus Tomatenmark oder Pilzen. Getrocknete Kräuter kochen mit, frische Kräuter und Zitronenabrieb kommen erst ganz zum Schluss dazu.

Cremig ohne Sahne, gebunden ohne Mehlschwitze

Saucen sind die Stelle, an der ein Rezept am meisten Energie verliert, ohne dass es auffällt. Sahne, Crème fraîche und Frischkäse liegen bei über 300 kcal je 100 g, die mageren Alternativen bei 33 bis 66 kcal. Die Werte stammen aus der Schweizer Nährwertdatenbank, die deutschen Entsprechungen sind ungefähr zugeordnet.

Zutat (je 100 g) kcal Fett Eiweiß
Frischkäse, Doppelrahmstufe 351 32,1 g 11,1 g
Crème fraîche (Sauerrahm) 336 35,0 g 2,4 g
Schlagsahne (Vollrahm) 334 34,8 g 2,0 g
Kochsahne (Halbrahm) 274 27,9 g 2,3 g
Kokosmilch 214 21,3 g 2,4 g
Schmand, saure Sahne (saurer Halbrahm) 173 16,6 g 2,7 g
Joghurt natur 66 3,6 g 3,9 g
Magerquark 61 0,2 g 10,6 g
Magerjoghurt 42 0,1 g 4,7 g
Magermilch 33 0,1 g 3,3 g

Was in heiße Saucen darf und was erst zum Schluss

Magermilch lässt sich kochen, Joghurt und Quark nicht. Für eine heiße, cremige Sauce rührst du Stärke in kalter Magermilch an und lässt sie kurz aufkochen. Magerjoghurt und Magerquark kommen erst vom Herd genommen dazu, sonst flocken sie aus. Magerquark bringt dabei mit 10,6 g je 100 g das meiste Eiweiß mit.

Binden: Stärke, Einkochen, Gemüsepüree

Eine klassische Mehlschwitze aus 30 g Butter und 30 g Mehl kommt auf rund 328 kcal (224 plus 104). 10 g Maisstärke, kalt angerührt, liefern rund 35 kcal und binden nach Küchenerfahrung eine ähnliche Menge Flüssigkeit. Ganz ohne Bindemittel geht es auch: Lass die Sauce offen einkochen, bis sie von selbst sämig wird, oder püriere einen Teil des mitgegarten Gemüses hinein. Das bindet und bringt nach dem Prinzip aus Handgriff 2 zugleich Menge ins Gericht. Sieben fertige Saucen zwischen 18 und 40 Kilokalorien und die Arbeit mit Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl findest du bei den kalorienarmen Saucen.

Käse, Panade, Kokosmilch: die stillen Posten

Drei Zutaten machen Rezepte schwer, ohne dass man sie als Fettquelle wahrnimmt. Du musst sie nicht streichen, nur anders einsetzen.

  • Käse zum Überbacken: 100 g Emmentaler haben 407 kcal, 100 g Mozzarella 256 kcal. Parmesan hat zwar 401 kcal je 100 g, schmeckt aber so kräftig, dass nach Küchenerfahrung 30 g für einen Auflauf reichen, das sind rund 120 kcal. Fein gerieben verteilt sich Käse zudem weiter als in Scheiben.
  • Panade: Paniermehl hat 373 kcal je 100 g, dazu kommt das Bratfett, das eine Panade aufnimmt. Wie viel das ausmacht und welche Alternativen es gibt, steht im Artikel Braten ohne Fett.
  • Kokosmilch: Mit 214 kcal und 21,3 g Fett je 100 g ist sie kein leichter Sahneersatz. Für ein Curry reichen ein paar Löffel für das Aroma, den Rest der Flüssigkeit übernehmen Brühe und Tomaten, gebunden mit etwas Stärke.

Frische Kräuter, Knoblauch, Chili, Zitrone und Gewürze auf einer Schieferplatte neben einer hellen Sauce

Drei Rezepte umgebaut

Die folgenden Rechnungen zeigen, was die Handgriffe bei ganzen Gerichten ausmachen. Alle Einzelwerte stammen aus der Schweizer Nährwertdatenbank, die Summen sind nachgerechnet. Sie beschreiben das ganze Rezept, nicht eine Portion.

Bolognese: der Hackanteil

Variante (Fleischanteil, roh) kcal Fett Eiweiß
500 g Rinderhack 1.040 73 g 96 g
250 g Rinderhack + 250 g Champignons 583 37 g 57 g
500 g mageres Rinderhack 770 38 g 108 g
250 g mageres Rinderhack + 250 g Champignons 448 20 g 63 g

Die Tabelle zeigt, welche Variante zu welchem Ziel passt. Halb Pilze senkt die Energie am stärksten, kostet aber Eiweiß. Nur mageres Hack spart weniger Energie, bringt aber sogar mehr Eiweiß als das Original. Kombiniert man beides, ist die Energie am niedrigsten, und das Eiweiß liegt immer noch über der Variante mit normalem Hack und Pilzen. Dazu kommen geriebene Karotte und Zucchini in die Sauce (Handgriff 2), angebraten wird ohne Öl, abgelöscht mit Brühe. Wenn nach der Sauce auch die Beilage leichter werden soll: SmartPasta hat laut Produktangabe 6 kcal je 100-g-Portion.

Hähnchen in Rahmsauce: die Sauce

Saucenbasis kcal
200 g Schlagsahne (Vollrahm) 668
200 g saure Sahne (saurer Halbrahm) 346
200 g Magermilch + 10 g Maisstärke rund 101
200 g Magerjoghurt, zum Schluss eingerührt 84

Das Hähnchen bleibt gleich, nur die Sauce ändert sich. Brate das Fleisch ohne Fett an, lösche mit Brühe ab, lass Pilze oder Lauch darin weich schmoren und binde mit der angerührten Magermilch. Wer es säuerlich-frisch mag, nimmt den Topf vom Herd und rührt Magerjoghurt ein. Senf und frischer Estragon oder Petersilie ersetzen das, was die Sahne an Rundheit mitgebracht hat.

Gemüseauflauf: Guss und Käse

Beim Auflauf steckt die Energie selten im Gemüse, sondern im Guss und im Käse obendrauf. 200 g Sahne und 100 g Emmentaler bringen zusammen 1.075 kcal. Ein Guss aus 200 g Magermilch mit 10 g Stärke plus 30 g Parmesan kommt auf rund 221 kcal. Das Gemüse ist in beiden Fällen dasselbe. Wer den Guss cremiger möchte, püriert einen Teil des vorgegarten Blumenkohls hinein. Kochst du den Auflauf gleich für mehrere Tage, lies vorher, wie lange vorgekochtes Essen hält.

Welche Garmethode die meisten Nährstoffe erhält

Die kurze Antwort: Es hängt vom Gemüse und vom Nährstoff ab. Dämpfen ist für viele Gemüse eine sehr gute Wahl, aber nicht in jedem Fall die beste. Wer ein Rezept umbaut und dabei die Garmethode wechselt, verliert selten viel, solange das Gemüse nicht lange in viel Wasser liegt oder frittiert wird.

Dämpfen, Kochen, Mikrowelle: was Messungen zeigen

Bei Brokkoli verursachten in einer Laborstudie alle Garmethoden außer Dämpfen deutliche Verluste an Vitamin C, die höchsten entstanden beim Pfannenrühren. Die oft gehörte Aussage, der Wok erhalte die Nährstoffe besonders gut, stimmt für Brokkoli also nicht. Eine zweite Studie mit Karotten, Zucchini und Brokkoli fand dagegen, dass Garen in Wasser die Carotinoide besser erhielt als Frittieren, und gegartes Gemüse zeigte insgesamt eine höhere antioxidative Kapazität als rohes. In einer dritten Messreihe schwankte der Vitamin-C-Erhalt je nach Gemüse und Methode zwischen 0 und 91,1 Prozent. Die Mikrowelle schnitt meist am besten ab, Kochen in Wasser am schlechtesten, und fettlösliche Vitamine wie Beta-Carotin lagen nach dem Garen teils sogar höher als roh.

„Beim Dämpfen – ob mit oder ohne Schale – gehen durchschnittlich weniger Nährstoffe verloren als beim Kochen.“ — Bundeszentrum für Ernährung über Kartoffeln

Wie viel nach dem Dämpfen bleibt, zeigen die Einträge der Schweizer Nährwertdatenbank. Die Werte gelten je 100 g des jeweiligen Zustands und sind keine exakte Verlustrechnung, weil sich beim Garen auch der Wassergehalt leicht ändert.

Vitamin C (mg je 100 g) roh gedämpft
Rosenkohl 145,6 105
Brokkoli 102,9 74,2
Blumenkohl 60,2 47,5
Spinat 51 36,9
Kartoffel, geschält 19,4 15,8

Die eigentliche Botschaft der Tabelle: Auch gedämpft bleiben Brokkoli und Rosenkohl sehr gute Vitamin-C-Quellen. Kurze Garzeiten, wenig Wasser und das Gemüse nicht warmhalten bringen mehr als die Wahl der perfekten Methode.

Brokkoli und Möhren in einem Bambusdämpfer, aus dem Dampf aufsteigt

Wann Erhitzen gewinnt: Tomaten

Tomaten sind das Beispiel dafür, dass Kochen nicht nur Verlust bedeutet. In einer Laborstudie sank beim Erhitzen auf 88 °C zwar der Vitamin-C-Gehalt um bis zu rund 29 Prozent, der messbare trans-Lycopin-Gehalt stieg aber von 2,01 auf bis zu 5,45 mg/g, ebenso die antioxidative Gesamtaktivität. Das ist eine Messung im Reagenzglas, keine Studie am Menschen. Für den Umbau reicht die praktische Folgerung: Eine lange geschmorte Tomatensauce ist eine gute Basis und kein Kompromiss.

Grillen, Heißluftfritteuse, Ofen

Für diese Methoden gibt es eigene Anleitungen. Für die Heißluftfritteuse gilt eine eigene Mengenlogik beim Öl, die im Artikel Airfryer ohne Öl steht. Was beim Grillen zählt, von Marinaden bis zu Beilagen, findest du unter kalorienarm grillen.

Rezepte umbauen während der Stoffwechselkur

Die Stoffwechselkur arbeitet mit genau diesem Prinzip: Die Gerichte kommen ohne zugesetztes Fett aus, sind eiweißbetont und gemüsereich. Von den fünf Handgriffen sind deshalb vor allem vier wichtig. Fett wird durch eine beschichtete Pfanne und Brühe ersetzt, Gemüse wandert ins Gericht, Hack wird mager statt halbiert, damit das Eiweiß stimmt, und kräftige Würze gleicht den Rest aus.

Welche Zutaten in welcher Phase passen, steht in der Übersicht Lebensmittel in der Stoffwechselkur. Umgebaute Gerichte zum direkten Nachkochen findest du bei unseren Rezepten für die Stoffwechselkur.

Umbauen mit Begleitung. In der ersten Woche stellt sich die Küchenroutine um, und genau dann tauchen die meisten Fragen auf: Darf das in die Sauce? Womit binde ich? Wie viel Hack? In der Stoffwechselkur von VitalBodyPLUS wird dein Bedarf individuell berechnet statt mit Pauschalwerten, der Ablauf ist fest geplant, die Stabilisierungsphase gehört von Anfang an dazu, und die Ernährungsberatung ist enthalten. Magdalena Mathiessen und ihr Team begleiten dich täglich persönlich per WhatsApp. Der Kur Guide bringt die passenden Rezepte gleich mit.

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Häufige Fragen

Wie baue ich ein Rezept kalorienärmer um, ohne dass es nach Diät schmeckt?

Senke die Energiedichte statt der Portion und würze kräftiger. In einer Studie mit 148 Erwachsenen wurde eine fettreduzierte Mahlzeit ohne zusätzliche Würze schlechter bewertet als die Vollfett-Variante, mit Kräutern und Gewürzen dagegen fast gleich gut. Bei Hackbraten und Gemüse verschwand der Unterschied ganz. Säure, Senf, Röstaromen und frische Kräuter zum Schluss gleichen weniger Fett am zuverlässigsten aus.

Womit ersetze ich Sahne beim Kochen?

Vollrahm hat laut Schweizer Nährwertdatenbank 334 kcal je 100 g. Für heiße Saucen eignet sich Magermilch mit etwas kalt angerührter Stärke: 200 g Magermilch plus 10 g Maisstärke kommen auf rund 101 kcal statt 668 kcal für 200 g Rahm. Magerjoghurt oder Magerquark rührst du erst zum Schluss ein, ohne sie noch einmal kochen zu lassen, sonst flocken sie aus.

Wie dicke ich eine Soße kalorienarm an?

Mit kalt angerührter Stärke statt Mehlschwitze. 30 g Butter und 30 g Mehl liefern zusammen rund 328 kcal, 10 g Maisstärke rund 35 kcal. Weitere Wege sind Einkochen, bis die Sauce von selbst sämig wird, und püriertes Gemüse wie Blumenkohl, Zucchini oder Karotte, das gleichzeitig Menge und Geschmack ins Gericht bringt.

Kann man Hackfleisch mit Pilzen oder Gemüse strecken?

Ja, und das ist gut untersucht. Als in einer Laborstudie Champignons das Rindfleisch im selben Rezept ersetzten, aßen die Teilnehmenden mittags 310 statt 730 kcal, bewerteten Geschmack und Sättigung aber gleich. Beachte den Eiweißverlust: Halb Hack, halb Pilze senkt auch das Eiweiß. Wer eiweißbetont isst, kombiniert Pilze deshalb mit magerem Hack.

Welche Garmethode erhält die meisten Vitamine?

Es gibt keinen Allzweck-Sieger. Bei Brokkoli erhielt Dämpfen Vitamin C am besten, Pfannenrühren schnitt am schlechtesten ab. Carotinoide in Karotten, Zucchini und Brokkoli blieben dagegen beim Garen in Wasser besser erhalten als beim Frittieren, und in einer weiteren Messreihe lag die Mikrowelle beim Vitamin C meist vorn. Für jedes Gemüse gibt es eine bevorzugte Methode.

Gehen beim Kochen alle Vitamine verloren?

Nein. Gedämpfter Brokkoli enthält laut Schweizer Nährwertdatenbank noch rund 74 mg Vitamin C je 100 g, roher rund 103 mg. Er bleibt damit eine sehr gute Vitamin-C-Quelle. Manche Stoffe gewinnen sogar: Erhitzte Tomaten verloren in einer Laborstudie etwas Vitamin C, enthielten danach aber deutlich mehr messbares Lycopin.

Wie koche ich kalorienärmer für die ganze Familie?

Indem du das Gericht umbaust statt Extra-Portionen zu kochen. Püriertes Gemüse in Saucen und Aufläufen funktionierte in einer Studie mit Drei- bis Fünfjährigen genauso wie bei Erwachsenen: Die Kinder aßen 73 g mehr Gemüse und 12 Prozent weniger Energie am Tag, und die Gerichte schmeckten ihnen gleich gut. Die Studie betraf die Rezeptgestaltung, nicht eine Diät für Kinder.

Weiterlesen

Quellen

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Dieser Artikel ist eine allgemeine Information zur Rezeptgestaltung und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Die Nährwerte sind Datenbankwerte für rohe Zutaten und können je nach Produkt, Sorte und Zubereitung abweichen. Die genannten Studienergebnisse sind Mittelwerte aus meist kleinen, kurzen Untersuchungen und nicht auf den Einzelfall übertragbar. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei einer Essstörung sprich Änderungen deiner Ernährung bitte vorher ärztlich ab.