„Stoffwechselkur" ist kein geschützter Begriff. Dahinter stecken zwei sehr unterschiedliche Konzepte: die klassische hCG-Diät, bei der ein Hormon zusammen mit einer extrem niedrigen Energiezufuhr eingesetzt wird, und hormonfreie Programme, die mit einer moderaten Kalorienreduktion und einer eiweißbetonten Ernährung arbeiten. Unsere Kur gehört in die zweite Gruppe. Der Grund dafür ist einfach: Für eine zusätzliche Wirkung von hCG auf die Gewichtsabnahme gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg.
Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, stößt schnell auf Abkürzungen, Globuli und Tropfen – und auf sehr unterschiedliche Angebote unter demselben Namen. Dieser Artikel sortiert das, ohne einen Anbieter zu nennen. Es geht um die Konzepte, nicht um Namen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die klassische hCG-Diät geht auf den Arzt Albert Simeons zurück und kombiniert hCG-Gaben mit einer Energiezufuhr von etwa 500 Kilokalorien pro Tag.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält fest, dass es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür gibt, dass hCG zu einer schnelleren Gewichtsabnahme beiträgt als eine energiereduzierte Ernährung allein.
- hCG ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel – zugelassen für reproduktionsmedizinische Anwendungen, nicht zum Abnehmen.
- Die US-Behörden FDA und FTC stellten bereits 2011 fest, dass es kein zugelassenes hCG-Präparat zur Gewichtsabnahme gibt.
- Homöopathische hCG-Globuli enthalten ab einer bestimmten Verdünnung rechnerisch keine Wirkstoffmoleküle mehr. Belege für eine Wirkung auf das Gewicht sind uns nicht bekannt.
- Unsere Kur arbeitet ohne Hormone – mit Mahlzeitenersatz, eiweißbetonter Ernährung und einem individuell berechneten Kaloriendefizit.
Inhaltsverzeichnis
Warum derselbe Name Verschiedenes meint
„Stoffwechselkur" ist keine geschützte Bezeichnung und beschreibt kein einheitliches Verfahren. Angebote unter diesem Namen reichen von hormonbasierten Protokollen mit sehr niedriger Energiezufuhr bis zu hormonfreien Konzepten mit moderater Kalorienreduktion. Wer vergleicht, muss deshalb ins Konzept schauen und nicht auf den Namen.
Das ist der Grund, warum Erfahrungsberichte im Netz so widersprüchlich klingen. Zwei Personen erzählen von „ihrer Stoffwechselkur" und meinen zwei grundverschiedene Dinge – die eine hat Globuli genommen und 500 Kilokalorien am Tag gegessen, die andere einen Mahlzeitenersatz mit einem berechneten Plan. Dass die Erfahrungen auseinandergehen, ist bei so unterschiedlichen Ausgangspunkten wenig überraschend.
Verwandt, aber nicht identisch ist der Begriff Stoffwechseldiät. Worin sich beide unterscheiden, steht auf unserer Vergleichsseite Stoffwechselkur oder Stoffwechseldiät.
Was die hCG-Diät ist
Die hCG-Diät wurde 1954 von dem Arzt Albert T. W. Simeons beschrieben. Sie kombiniert tägliche Gaben des Schwangerschaftshormons humanes Choriongonadotropin mit einer sehr niedrigen Energiezufuhr von etwa 500 Kilokalorien pro Tag. Die Idee dahinter war, dass das Hormon gezielt Fettdepots mobilisiert und den Hunger dämpft.
Woher ausgerechnet die Zahl 21 stammt und was sie bedeutet, haben wir unter 21 Tage Stoffwechselkur aufgeschrieben. Diese Beschreibung stammt aus der Darstellung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Wichtig ist dabei die Reihenfolge der beiden Bestandteile: Das Hormon ist der auffällige Teil, die 500 Kilokalorien sind der wirksame. Wer täglich so wenig isst, nimmt ab – unabhängig davon, ob zusätzlich ein Hormon gegeben wird oder nicht.
Genau an dieser Stelle setzt die wissenschaftliche Kritik an.
Was die Studienlage sagt
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält fest, dass bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür vorliegen, dass die Gabe von hCG zu einer schnelleren Gewichtsabnahme beiträgt als eine energiereduzierte Ernährung allein. Auch die behaupteten Effekte auf Fettverteilung, Stimmung und Hungergefühl sind demnach nicht nachgewiesen.
Die umfangreichste Auswertung dazu stammt aus dem Jahr 1995: eine kriterienbasierte Meta-Analyse von 24 Untersuchungen, darunter 14 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 605 Teilnehmenden. Zwölf der 14 randomisierten Studien fanden keinen Zusatznutzen gegenüber Placebo. Das Fazit der Autoren war eindeutig: Es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass hCG Gewichtsverlust bewirkt, Fett umverteilt, Hunger unterdrückt oder das Wohlbefinden verbessert.
Diese Arbeit ist alt, das gehört zur Einordnung dazu. Eine neuere Übersichtsarbeit, die zu einem anderen Ergebnis käme, ist uns allerdings nicht bekannt – und die Fachgesellschaften haben ihre Bewertung seither nicht geändert.
Die rechtliche Lage in Deutschland
hCG-haltige Arzneimittel sind in Deutschland verschreibungspflichtig und für reproduktionsmedizinische Anwendungen zugelassen – nicht zur Gewichtsabnahme. Die Verbraucherzentrale formuliert klar, dass hCG nicht als Abnehmhilfe verkauft werden darf, auch wenn sich im Internet zahlreiche Angebote finden.
In den USA haben die Arzneimittelbehörde FDA und die Handelsaufsicht FTC bereits 2011 gemeinsam festgestellt, dass es kein von der FDA zugelassenes hCG-Präparat zur Gewichtsabnahme gibt und keine belastbaren Belege dafür existieren, dass hCG den Gewichtsverlust über die Wirkung der Kalorienreduktion hinaus steigert.
Was das praktisch bedeutet: Ein Produkt, das im Internet frei als hCG-Abnehmhilfe verkauft wird, ist entweder kein wirksames hCG-Präparat – oder es wird rechtswidrig vertrieben. Beides sind gute Gründe, die Finger davon zu lassen.
Globuli und Tropfen aus dem Internet
Homöopathische hCG-Präparate sind so stark verdünnt, dass ab einer bestimmten Potenz rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten ist. Belege dafür, dass solche Globuli oder Tropfen die Gewichtsabnahme unterstützen, sind uns nicht bekannt.
Diese Frage kommt in unseren Kurgruppen regelmäßig – meist von Teilnehmerinnen, die vorher schon einmal eine hormonbasierte Variante ausprobiert haben und die Globuli noch im Schrank stehen haben. Unsere Antwort ist immer dieselbe: Wir empfehlen die Einnahme nicht, weil eine unterstützende Wirkung auf die Abnahme wissenschaftlich nicht erwiesen ist. Wer sie eigenverantwortlich trotzdem nehmen möchte, ist frei darin – aber es ist kein Bestandteil unseres Konzepts und ändert an deinem Plan nichts.
Bei Tropfen aus unklaren Internetquellen kommt ein zweiter Punkt dazu: Weder Inhalt noch Deklaration lassen sich überprüfen. Das ist bei etwas, das man täglich einnimmt, ein Risiko, das sich niemand einhandeln muss.
Das eigentliche Problem: die Kalorienmenge
Der kritische Teil der klassischen hCG-Diät ist nicht das Hormon, sondern die Energiezufuhr von rund 500 Kilokalorien am Tag. Die deutsche Leitlinie zur Adipositastherapie sieht Formulaprodukte in einem Bereich von 800 bis 1.200 Kilokalorien pro Tag vor, zeitlich begrenzt auf in der Regel höchstens zwölf Wochen – und ausdrücklich nur unter medizinischer Betreuung.
Für den Einstieg empfiehlt dieselbe Leitlinie etwas anderes: ein tägliches Energiedefizit von etwa 500 bis 600 Kilokalorien oder alternativ ein individuell ermitteltes Defizit. In der Regel, so die Leitlinie, sollte mit einer moderaten Energiebegrenzung begonnen werden.
Als mögliche Nebenwirkungen sehr starker Energierestriktion nennt die Leitlinie unter anderem Schwäche, Konzentrationsstörungen, Frieren, Verstopfung, Kreislaufprobleme sowie – selten – Gallensteinbeschwerden und Haarausfall. Auch die US-Behörden führen bei der hCG-Diät ausdrücklich Gallensteinbildung, Elektrolytstörungen und Herzrhythmusstörungen als Risiken der begleitenden Kalorienrestriktion an.
Ausführlicher haben wir das Thema Sicherheit und Eignung unter Ist die Stoffwechselkur sinnvoll und gesund? aufgeschrieben.
hCG-Diät und unsere Stoffwechselkur im direkten Vergleich
Der auffälligste Unterschied ist das Hormon. Der wichtigere ist die Energiemenge: rund 500 Kilokalorien täglich bei der klassischen hCG-Diät gegenüber einem individuell berechneten, moderaten Defizit bei uns. Der dritte Unterschied entscheidet über das Ergebnis – die Phase danach.
| Klassische hCG-Diät | Stoffwechselkur von VitalBody+ | |
|---|---|---|
| Hormon | tägliche hCG-Gaben, ursprünglich als Injektion | keine – hormonfrei |
| Energiezufuhr | rund 500 kcal pro Tag | individuell berechnetes, moderates Defizit |
| Eiweißversorgung | bei dieser Energiemenge kaum sicherzustellen | eiweißbetont, über Mahlzeitenersatz und normale Lebensmittel |
| Lebensmittel | stark eingeschränkte Liste | normale Lebensmittel, dazu Rezepte für jede Phase |
| Phase danach | im Originalprotokoll knapp beschrieben | eigene Stabilisierungsphase mit schrittweisem Aufbau |
| Begleitung | nicht vorgesehen | persönliche Betreuung, in der Kur enthalten |
| Rechtliche Lage | hCG ist verschreibungspflichtig und nicht zum Abnehmen zugelassen | Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, frei verkäuflich |
| Beleglage für den Zusatznutzen des Hormons | nach Darstellung der DGE nicht vorhanden | entfällt – es wird keines eingesetzt |
Aus der Tabelle folgt der Satz, der in Vergleichen dieser Art am häufigsten fehlt: Beide Konzepte führen zu einer Gewichtsabnahme, und in beiden Fällen liegt das an der Energiebilanz. Der Unterschied liegt nicht darin, ob abgenommen wird, sondern zu welchem Preis und was danach passiert.
Bei rund 500 Kilokalorien täglich geht die Abnahme schneller. Sie geht aber auch stärker zulasten der Muskulatur, ist ohne ärztliche Begleitung nicht vertretbar und endet ohne geplanten Übergang. Ein moderates Defizit dauert länger und lässt sich dafür durchhalten, ohne dass der Alltag stehen bleibt.
Wie unsere Phasen im Einzelnen aufgebaut sind, steht unter Stoffwechselkur Ablauf; die Phase nach der Diät beschreibt Stabilisierungsphase.
Wie wir stattdessen arbeiten
Unsere Kur kommt ohne Hormone aus. Sie kombiniert einen Mahlzeitenersatz, eine eiweißbetonte Ernährung aus normalen Lebensmitteln und ein individuell berechnetes Kaloriendefizit – ergänzt um eine Stabilisierungsphase und eine persönliche Betreuung.
Konkret heißt das:
- Keine Hormone, keine Globuli, keine Tropfen. Was im Paket ist, steht offen auf der Seite Was ist in der Stoffwechselkur enthalten?
- Keine pauschale Kalorienzahl. Deine Menge wird aus Körpergröße, Ausgangsgewicht, Alter, Alltagsbewegung und Sportpensum berechnet und unterwegs angepasst. Eine Zahl, die für alle gilt, wäre für die einen zu wenig und für die anderen zu viel.
- Echte Lebensmittel. Ein Mahlzeitenersatz ersetzt eine Mahlzeit am Tag, der Rest kommt aus Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Gemüse und Obst – nachzulesen in der Lebensmittelliste.
- Eine geplante Stabilisierungsphase. Die Leitlinie nennt den Gewichtserhalt nach der Reduktion ausdrücklich als das eigentliche Hauptproblem. Genau dafür gibt es bei uns die Stabilisierungsphase.
- Eine Ansprechperson. Sieben Tage die Woche per WhatsApp, im Preis enthalten – Details auf der Seite zur Betreuung.
Und ein Satz, den wir bewusst nicht schreiben: dass unsere Kur den Stoffwechsel „neu programmiert". Solche Formulierungen sind verbreitet, aber wir können sie nicht belegen – deshalb benutzen wir sie nicht. Wie die Kur tatsächlich aufgebaut ist, steht vollständig im Ratgeber zur Stoffwechselkur.
Hormonfrei, mit Plan und Ansprechperson.
Zur VitalBody+ Stoffwechselkur gehören ein individuell berechneter Plan, der Kur Guide mit über 300 Rezepten und eine zertifizierte Ernährungsberaterin, mit der du sieben Tage die Woche schreibst. Du wählst die Dauer: 30, 60 oder 90 Tage.
Häufige Fragen
Enthält die VitalBody+ Stoffwechselkur hCG?
Nein. Unsere Kur ist hormonfrei. Sie besteht aus einem Mahlzeitenersatz, vier Nahrungsergänzungsmitteln, einem individuell berechneten Ernährungsplan und der persönlichen Betreuung. Hormone, Globuli oder Tropfen sind kein Bestandteil.
Wirkt hCG beim Abnehmen?
Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür, dass hCG zu einer schnelleren Gewichtsabnahme beiträgt als eine energiereduzierte Ernährung allein. Die umfangreichste Meta-Analyse dazu kam zum selben Ergebnis.
Darf man hCG in Deutschland zum Abnehmen kaufen?
hCG-haltige Arzneimittel sind verschreibungspflichtig und für reproduktionsmedizinische Anwendungen zugelassen, nicht zur Gewichtsabnahme. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass hCG nicht als Abnehmhilfe verkauft werden darf.
Was ist mit hCG-Globuli?
Homöopathische Präparate sind ab einer bestimmten Potenz so stark verdünnt, dass rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten ist. Belege für eine Wirkung auf die Gewichtsabnahme sind uns nicht bekannt. In unserer Beratung empfehlen wir die Einnahme deshalb nicht.
Kann ich Globuli zusätzlich zu eurer Kur nehmen?
Das liegt in deiner Verantwortung, wir empfehlen es nicht. An deinem Plan ändert es nichts, und es ist kein Bestandteil unseres Konzepts. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, sprich zusätzliche Präparate grundsätzlich vorher ärztlich ab.
Warum ist die klassische hCG-Diät so kalorienarm?
Das gehört zum ursprünglichen Protokoll von 1954, in dem etwa 500 Kilokalorien pro Tag vorgesehen sind. Die deutsche Leitlinie zur Adipositastherapie sieht dagegen für Formulaprodukte 800 bis 1.200 Kilokalorien vor, zeitlich begrenzt und unter medizinischer Betreuung – und empfiehlt für den Einstieg ein moderates Defizit.
Woran erkenne ich, ob ein Anbieter hormonfrei arbeitet?
Schau in die Zutatenliste und in die Beschreibung des Ablaufs. Wenn Globuli, Tropfen oder Injektionen Teil des Konzepts sind, ist es keine hormonfreie Variante. Ein zweites Anzeichen ist die vorgesehene Kalorienmenge: Sehr niedrige Vorgaben deuten auf ein Protokoll in der Tradition der hCG-Diät hin.
Fazit
Der Name sagt nichts, das Konzept sagt alles. Bei der klassischen hCG-Diät kommt die Abnahme aus der extrem niedrigen Energiezufuhr, nicht aus dem Hormon – dafür gibt es seit Jahrzehnten keinen belastbaren Beleg. Wir arbeiten deshalb hormonfrei, mit einer individuell berechneten Menge statt einer pauschalen Vorgabe und mit einer Phase, die sich um die Zeit danach kümmert. Das ist unspektakulärer, aber es hält, was es verspricht.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Die HCG-Diät – Darstellung und Bewertung.
- Lijesen GKS et al.: The effect of human chorionic gonadotropin (HCG) in the treatment of obesity by means of the Simeons therapy: a criteria-based meta-analysis. British Journal of Clinical Pharmacology, 1995 (24 Untersuchungen, davon 14 RCTs, 605 Teilnehmende).
- U.S. Food and Drug Administration und Federal Trade Commission: Gemeinsame Mitteilung zu hCG-Produkten zur Gewichtsabnahme, Dezember 2011.
- Verbraucherzentrale: Diäten mit bestimmten Produkten – das können Schlankheitsmittel.
- S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas, Version 5.0, Oktober 2024, AWMF-Register 050-001 (DAG, DDG, DGE u. a.).
- Fachinformationen hCG-haltiger Arzneimittel zur Zulassungslage in Deutschland.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Er stellt keine Bewertung einzelner Anbieter dar. Verschreibungspflichtige Arzneimittel gehören ausschließlich in ärztliche Hand. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprich vor Beginn einer kalorienreduzierten Ernährung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.




