Ein echtes Ölspray lässt sich zu Hause nicht herstellen. Der feine Nebel entsteht durch konstanten Druck in einer Dose, und der wird in einer Abfüllanlage erzeugt, nicht in der Küche. Was bleibt, ist ein nachfüllbarer Pumpsprüher – und der bringt drei Probleme mit, die man ihm nicht ansieht: Altöl in Steigrohr und Düse, Sauerstoffkontakt bei jedem Hub und, sobald Kräuter oder Knoblauch ins Spiel kommen, ein Risiko, vor dem das Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich warnt. Meine Empfehlung ist deshalb eindeutig: Finger weg vom Eigenbau.
Die Frage kommt in den Kurgruppen regelmäßig, und sie klingt vernünftig: Wenn im Spray nur Öl drin ist, warum dann nicht einfach selbst abfüllen? Ich habe mir das genau angesehen – und bin bei einer klareren Antwort gelandet, als ich erwartet hatte.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein echtes Aerosol entsteht durch Druck in einer Dose – zu Hause nicht nachbaubar.
- Im Pumpsprüher bleibt bei jedem Nachfüllen Altöl in Steigrohr und Düse zurück. Frisches Öl kommt oben drauf.
- Jeder Pumphub zieht frische Luft nach. Sauerstoff, Licht und Wärme lassen Öl ranzig werden.
- Das BfR rät ausdrücklich davon ab, Kräuter oder Gemüse in Öl im Privathaushalt selbst herzustellen und zu lagern – wegen Clostridium botulinum.
- Öl-Wasser-Mischungen in der Sprühflasche: klar nicht empfehlenswert. Sie trennen sich und geben den natürlichen Schutz des reinen Öls auf.
- Die Bag-on-Valve-Technik löst genau diese drei Punkte: Das Öl liegt in einem geschlossenen Beutel, ohne Luft, ohne Licht, ohne Rückstände.
- Das Hauptargument für den Eigenbau – „ich will mein eigenes Öl" – entfällt bei sechs Sorten weitgehend.
Inhaltsverzeichnis
- Aerosol oder Pumpe: der technische Unterschied
- Das Hygieneproblem, das man nicht sieht
- Kräuteröl selbst gemacht: was das BfR dazu sagt
- Öl und Wasser in der Sprühflasche
- Ranzigkeit: warum Luftkontakt der entscheidende Punkt ist
- Bag-on-Valve: wie die Dose das löst
- Sechs Sorten – das Argument, das dem Eigenbau bleibt
- Der direkte Vergleich
- Häufige Fragen
Aerosol oder Pumpe: der technische Unterschied
Beides sprüht, aber es sind zwei verschiedene Verfahren – und der Unterschied entscheidet über alles Weitere.
Ein Aerosol entsteht, wenn eine Flüssigkeit unter konstantem Druck durch eine sehr kleine Düse gepresst wird. Weil der Druck über die gesamte Nutzungsdauer gleich bleibt, bleibt auch die Tröpfchengröße gleich – vom ersten bis zum letzten Sprühstoß und in jeder Lage der Dose. Dieses Verfahren braucht eine Abfüllanlage; in der Küche ist es nicht reproduzierbar.
Ein Pumpsprüher erzeugt den Druck bei jedem Hub neu, mit der Hand. Das hat vier Konsequenzen: Der Druck ist niedriger, also werden die Tropfen gröber. Der Druck schwankt je nach Kraft und Anzahl der Hübe, also schwankt auch die abgegebene Menge. Je leerer die Flasche wird, desto mehr Luft muss mitkomprimiert werden – das Sprühbild wird gegen Ende schlechter. Und, der Punkt, um den es in diesem Beitrag vor allem geht: Bei jedem Hub gelangt frische Luft in die Flasche.
Zur Dosierung, damit die Zahlen stimmen: Ein Pumpsprüher gibt je nach Modell und Pumpkraft grob 0,5 bis 1,5 Milliliter pro Betätigung ab – also das Zwei- bis Sechsfache eines Aerosol-Sprühstoßes von 0,25 Millilitern. Wer mit einem Pumpsprüher „zwei Sprühstöße" nimmt, ist damit nicht bei 4 Kilokalorien, sondern eher bei 8 bis 24. Das ist immer noch weniger als ein Esslöffel mit rund 120 – aber es ist nicht dieselbe Größenordnung, und wer mitrechnet, sollte es wissen.
Das Hygieneproblem, das man nicht sieht
Ein Pumpsprüher lässt sich nicht vollständig entleeren. In Steigrohr, Pumpenmechanik und Düse bleibt immer ein Rest Öl zurück – und genau dieser Rest ist am längsten in der Flasche, hatte am meisten Luftkontakt und wird beim Nachfüllen von frischem Öl überdeckt statt ersetzt.
Das ist der Punkt, den Anleitungen zum Selbermachen konsequent auslassen. Wer nachfüllt, ohne vorher gründlich zu reinigen, mischt wochenaltes Öl unter frisches. Und weil Öl in dünner Schicht an Kunststoff und Metall haftet, sitzt der älteste Anteil dort, wo man am schlechtesten hinkommt: im Inneren des Steigrohrs und in der Düsenbohrung.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Öl polymerisiert. Es verharzt an Luft zu einer zähen, klebrigen Schicht – derselbe Vorgang, der eine Pfanne einbrennt, nur eben ungewollt und an der falschen Stelle. Diese Schicht bekommt man mit Ausspülen nicht mehr weg. Genau das ist der Grund, warum Pumpsprüher nach ein paar Monaten typischerweise im Schrank landen: Sie sprühen nicht mehr richtig, tropfen stattdessen, und niemand hat Lust, sie jedes Mal zu zerlegen.
Ein Pumpsprüher ist damit nicht per se unhygienisch – aber er wird es, wenn man ihn so benutzt, wie er in der Praxis benutzt wird. Sauber halten heißt: nach jeder Füllung vollständig entleeren, mit heißem Wasser und Spülmittel zerlegen und durchspülen, Wasser durch die Düse pumpen bis sie frei ist, komplett trocknen lassen – und erst dann neu befüllen. Restfeuchtigkeit im Steigrohr wäre sonst der nächste Punkt, denn Wasser im Öl ist genau das, was man dort nicht haben will.
Ehrlich gefragt: Machst du das alle zwei Wochen? In unseren Kurgruppen ist die Antwort verlässlich nein – und das ist keine Kritik, sondern schlicht die Realität einer Küche, in der abends noch das Abendessen auf dem Tisch stehen soll. Ein Produkt, das nur bei perfekter Pflege funktioniert, funktioniert im Alltag nicht.
Kräuteröl selbst gemacht: was das BfR dazu sagt
Sobald Knoblauch, frische Kräuter oder Gemüse ins Öl kommen, verlässt das Thema den Bereich der Bequemlichkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu: „Das BfR rät daher davon ab, selbst erzeugte Produkte wie Gemüse in Öl oder Kräuter in Öl im Privathaushalt auf Vorrat zu produzieren und zu lagern."
Der Grund ist Clostridium botulinum – ein Bakterium, das nach Angaben des BfR Neurotoxine bilden kann, „welche beim Menschen eine schwere Erkrankung (Botulismus) auslösen können". Entscheidend ist dabei ausgerechnet das Öl selbst. Das BfR formuliert es so: „Durch die Zugabe von Öl ist in dem fertigen Produkt kein Sauerstoff mehr vorhanden, und die Bedingungen sind für eine Vermehrung von C. botulinum geeignet."
Öl schließt Sauerstoff aus – und schafft damit genau die sauerstofffreie Umgebung, in der dieser Erreger sich vermehren kann. Kräuter, Knoblauch und Gemüse bringen die Sporen aus dem Boden mit, und sie bringen Wasser mit. Als Schutz bliebe eine ausreichend niedrige Temperatur; das BfR nennt für gewerbliche Produkte Temperaturen, die „immer unter 8 °C und häufig sogar unter 3 °C" liegen. Ein Pumpsprüher auf der Arbeitsplatte erfüllt das nicht einmal näherungsweise.
Der eigentliche Kern der Warnung ist aber ein anderer, und er gilt unabhängig davon, wie sorgfältig jemand arbeitet: Private Haushalte können die kritischen Parameter – Wassergehalt und Säuregehalt – schlicht nicht kontrollieren. Man kann einem Öl nicht ansehen, ob es sicher ist.
Was das praktisch heißt: Knoblauchöl, Kräuteröl oder Chiliöl gehören nicht in einen Pumpsprüher, der bei Raumtemperatur in der Küche steht. Wer Knoblauch- oder Butteraroma im Spray möchte, nimmt ein industriell hergestelltes Produkt, bei dem die Aromen als solche zugesetzt sind und kein frisches Pflanzenmaterial im Öl liegt.
Öl und Wasser in der Sprühflasche
Der zweite Ratschlag, der im Netz häufig auftaucht, lautet: Öl mit Wasser mischen, um Kalorien zu sparen. Auch davon rate ich klar ab, aus zwei Gründen.
Erstens funktioniert es nicht. Öl und Wasser mischen sich nicht. Wer beides in eine Flasche gibt und schüttelt, bekommt für ein paar Sekunden eine trübe Emulsion, die sich danach wieder in zwei Schichten legt. Beim Sprühen kommt je nach Zeitpunkt und Position des Steigrohrs mal überwiegend Wasser, mal überwiegend Öl heraus. Die Dosierung wird nicht sparsamer, sondern unvorhersehbar – und Wasser in einer heißen Pfanne spritzt.
Zweitens gibt es den Schutz auf, den reines Öl mitbringt. Reines Öl ist mikrobiologisch weitgehend unproblematisch, weil Bakterien Wasser zum Wachsen brauchen. Genau dieser Schutz entfällt, sobald Wasser dazukommt. Eine Öl-Wasser-Mischung, die tage- oder wochenlang bei Raumtemperatur in einer Sprühflasche steht, hat weder Konservierung noch Kühlung noch Säure. Das ist keine gute Kombination für etwas, das anschließend auf Lebensmittel gesprüht wird.
Ranzigkeit: warum Luftkontakt der entscheidende Punkt ist
Öl verdirbt nicht sichtbar, sondern schleichend. Sauerstoff greift die ungesättigten Fettsäuren an, es entstehen Abbauprodukte, und irgendwann schmeckt und riecht das Öl kratzig-bitter. Beschleunigt wird das durch Licht, Sauerstoff und Wärme – und ein offener Pumpsprüher aus Klarglas neben dem Herd liefert alle drei gleichzeitig.
Die drei Faktoren im Einzelnen:
- Sauerstoff. Je mehr Luft über dem Öl steht, desto schneller läuft die Oxidation. Beim Pumpsprüher kommt erschwerend hinzu, dass jeder einzelne Hub aktiv frische Luft nachzieht – die Flasche wird also nicht nur langsam leerer, sie wird bei jedem Gebrauch neu belüftet.
- Licht. Klarglas ist schön anzusehen und die schlechteste Verpackung für Öl. Auf einer offenen Arbeitsplatte steht der Sprüher meist genau dort, wo es hell ist.
- Wärme. Der Platz neben dem Herd ist der bequemste und der ungünstigste. Öle mit hohem Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren reagieren besonders empfindlich.
Praktisch bedeutet das: Ein Pumpsprüher müsste dunkel, kühl und in kleinen Mengen gelagert werden – lieber 100 Milliliter, die in zwei Wochen leer sind, als 500, die drei Monate stehen. Genau das widerspricht aber dem Zweck, denn der Sinn eines Sprühers ist, dass er griffbereit neben dem Herd steht.
Bag-on-Valve: wie die Dose das löst
Bei der Bag-on-Valve-Technik liegt das Öl in einem geschlossenen, lichtdichten Beutel innerhalb der Dose. Das Druckmittel befindet sich außerhalb dieses Beutels, zwischen Beutel und Dosenwand, und kommt mit dem Öl zu keinem Zeitpunkt in Berührung. Beim Sprühen drückt es den Beutel zusammen – der fällt also in sich zusammen, statt Luft nachzuziehen.
Damit erledigen sich genau die drei Punkte, an denen der Eigenbau scheitert:
| Problem | Pumpsprüher | Bag-on-Valve-Dose |
|---|---|---|
| Sauerstoff | Zieht bei jedem Hub frische Luft nach | Der Beutel fällt zusammen, es kommt keine Luft nach |
| Licht | Klarglas, meist offen stehend | Beutel im lichtdichten Behälter |
| Altöl-Rückstände | Steigrohr und Düse lassen sich nicht restlos leeren | Einmalgebinde, nichts wird nachgefüllt |
| Konservierung | Wäre bei wasserhaltigen Mischungen nötig | Nicht nötig – reines Öl ohne Wasseranteil |
| Treibgas im Produkt | Entfällt bauartbedingt | Nicht nötig, weil getrennt vom Öl |
| Sprühbild über die Nutzungsdauer | Wird gegen Ende schlechter | Bleibt bis zum letzten Rest gleich |
| Lage beim Sprühen | Nur aufrecht | In jeder Lage, auch über Kopf |
Das ist der eigentliche Grund, warum ich beim DailySpray gelandet bin – nicht die Kalorien, die kämen mit jedem Sprüher zustande. Sondern dass das Öl vom ersten bis zum letzten Sprühstoß denselben Zustand hat, weil es nie mit Luft in Berührung kommt. Die Zutatenliste besteht bei der Sorte natur aus raffiniertem Rapsöl und Lecithin, mehr ist nicht drin, und mehr ist bauartbedingt auch nicht nötig.
Sechs Sorten – das Argument, das dem Eigenbau bleibt
Ein Argument für den Eigenbau bleibt sachlich bestehen: Du bestimmst selbst, welches Öl hineinkommt. Wer sein Olivenöl direkt beim Erzeuger kauft, bekommt genau dieses Öl in keine fertige Dose.
In der Praxis trägt dieses Argument allerdings weniger weit, als es klingt – weil es das Spray in sechs Sorten gibt, und zwar für unterschiedliche Zwecke, nicht nur in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen:
| Sorte | Zusammensetzung | Passt zu |
|---|---|---|
| Rapsöl natur | Raffiniertes Rapsöl 97 %, Lecithin 3 % | Der Allrounder. Neutral im Geschmack und raffiniert, damit auch für hohe Temperaturen in Pfanne, Backofen und Airfryer geeignet. |
| Rapsöl Butter | Wie natur, plus natürliches Aroma mit Buttergeschmack | Backformen, Pfannkuchen, Ofengemüse – alles, was nach Butter schmecken soll, ohne Butter zu sein. |
| Rapsöl Knoblauch | Wie natur, plus natürliches Knoblaucharoma | Gemüsepfanne, Ofengemüse, Grillgut. Spart einen Arbeitsschritt – und ist die sichere Variante gegenüber frischem Knoblauch im selbst gemachten Öl. |
| Olivenöl | 100 % natives Olivenöl extra | Über fertige Gerichte, Salat und mediterrane Küche. Nativ, deshalb eher nicht für 200 Grad im Airfryer. |
| Avocadoöl | 100 % raffiniertes Avocadoöl | Scharf Angebratenes, Grill und Airfryer. Die hitzestabile Alternative mit eigenem Charakter. |
| MCT-Kokosöl | MCT-Öl aus 100 % Kokosöl | Asiatische Gerichte und alles mit Kokosnote. |
Nach Herstellerangaben stammt das Öl aus zertifizierten Anbaugebieten in Griechenland, Italien und Spanien. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll: Es gibt ein Probierpaket mit allen sechs Sorten, jeweils als 200-Milliliter-Dose.
Der praktische Punkt daran ist der Knoblauch. Wer im Eigenbau Knoblauchöl möchte, landet genau bei dem Verfahren, von dem das BfR abrät. Als zugesetztes Aroma in einem industriell hergestellten Produkt liegt kein frisches Pflanzenmaterial im Öl – das Problem stellt sich damit gar nicht erst.
Der direkte Vergleich
| Pumpsprüher (Eigenbau) | Aerosoldose (Bag-on-Valve) | |
|---|---|---|
| Abgabe je Betätigung | rund 0,5–1,5 ml, schwankend | 0,25 ml, konstant |
| Energie je Betätigung | rund 4–12 kcal | 2 kcal |
| Tröpfchengröße | gröber, schwankend | fein, gleichbleibend |
| Sauerstoffkontakt des Öls | Bei jedem Hub | Keiner |
| Lichtschutz | Meist keiner | Vollständig |
| Altöl im System | Ja, in Steigrohr und Düse | Nein |
| Reinigungsaufwand | Nach jeder Füllung, zerlegt | Keiner |
| Verstopfungsanfällig | Ja, durch polymerisiertes Öl | Nein |
| Über Kopf verwendbar | Nein | Ja |
| Sprühbild am Ende | Wird schlechter | Bleibt gleich |
| Aromatisierung | Nur über frisches Pflanzenmaterial – davon rät das BfR ab | Als zugesetztes Aroma, ohne Pflanzenmaterial im Öl |
| Eigenes Öl einfüllbar | Ja – der verbleibende Vorteil | Nein, dafür sechs Sorten zur Auswahl |
| Abfall | Wiederverwendbar | Dose je Füllung |
Zwei Zeilen sprechen für den Pumpsprüher: das eigene Öl und der Abfall. Alle übrigen sprechen dagegen – und die drei zur Ölqualität, zur Hygiene und zur Aromatisierung wiegen aus meiner Sicht deutlich schwerer als die beiden anderen.
Das Öl kommt nie mit Luft in Berührung.
Beim VitalBody+ DailySpray liegt das Öl in einem geschlossenen Beutel innerhalb der Dose, getrennt vom Druckmittel. Dadurch sind Treibgas und Konservierungsmittel im Produkt nicht nötig, das Sprühbild bleibt bis zum letzten Rest gleich, und die Dose funktioniert in jeder Lage. Sechs Sorten – Rapsöl natur, Rapsöl Butter, Rapsöl Knoblauch, Olivenöl, Avocadoöl und MCT-Kokosöl – als Einzeldose, im Viererpack oder als Probierpaket mit allen sechs. Eine 200-Milliliter-Dose reicht für bis zu 800 Anwendungen.
Häufige Fragen
Kann man Ölspray selber machen?
Ein echtes Aerosol nicht – der feine Nebel entsteht durch konstanten Druck in einer Dose, und der wird in einer Abfüllanlage erzeugt. Zu Hause bleibt nur ein Pumpsprüher, und den empfehle ich nicht: Er zieht bei jedem Hub frische Luft ins Öl, behält Altöl in Steigrohr und Düse zurück und lässt sich nur mit erheblichem Aufwand sauber halten.
Ist ein selbst befüllter Ölsprüher unhygienisch?
Er wird es, wenn er so benutzt wird, wie er in der Praxis benutzt wird. Ein Pumpsprüher lässt sich nicht vollständig entleeren – in Steigrohr, Pumpe und Düse bleibt immer Öl zurück, das beim Nachfüllen von frischem Öl überdeckt statt ersetzt wird. Dazu polymerisiert Öl an Luft zu einer klebrigen Schicht, die sich durch Ausspülen nicht mehr entfernen lässt. Sauber bleibt er nur, wenn er nach jeder Füllung zerlegt, gespült und vollständig getrocknet wird.
Darf ich Knoblauch oder Kräuter in den Ölsprüher geben?
Nein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät ausdrücklich davon ab, selbst erzeugte Produkte wie Gemüse in Öl oder Kräuter in Öl im Privathaushalt auf Vorrat zu produzieren und zu lagern. Grund ist Clostridium botulinum: Durch die Zugabe von Öl ist im fertigen Produkt kein Sauerstoff mehr vorhanden, und damit sind die Bedingungen für eine Vermehrung des Erregers geeignet. Private Haushalte können Wasser- und Säuregehalt nicht kontrollieren. Wer Knoblauch- oder Butternote möchte, nimmt ein Produkt mit zugesetztem Aroma.
Kann ich Öl mit Wasser mischen, um Kalorien zu sparen?
Davon rate ich ab. Öl und Wasser trennen sich nach dem Schütteln sofort wieder, sodass mal überwiegend Wasser und mal überwiegend Öl herauskommt – die Dosierung wird unvorhersehbar statt sparsamer, und Wasser in einer heißen Pfanne spritzt. Dazu kommt: Reines Öl ist mikrobiologisch weitgehend unproblematisch, weil Bakterien Wasser zum Wachsen brauchen. Eine wasserhaltige Mischung ohne Konservierung und ohne Kühlung verliert genau diesen Schutz.
Warum wird Öl im Sprüher schneller ranzig?
Weil Sauerstoff, Licht und Wärme die Oxidation beschleunigen – und ein Pumpsprüher liefert alle drei. Jeder Pumphub zieht aktiv frische Luft in die Flasche, Klarglas lässt Licht durch, und der Platz neben dem Herd ist warm. Bei der Bag-on-Valve-Technik liegt das Öl dagegen in einem geschlossenen, lichtdichten Beutel, der beim Entleeren in sich zusammenfällt, statt Luft nachzuziehen.
Was ist Bag-on-Valve?
Eine Bauweise, bei der das Öl in einem geschlossenen Beutel innerhalb der Dose liegt. Das Druckmittel befindet sich außerhalb dieses Beutels, zwischen Beutel und Dosenwand, und kommt mit dem Öl zu keinem Zeitpunkt in Berührung. Dadurch sind Treibgas und Konservierungsmittel im Produkt nicht nötig, das Öl hat keinen Luft- und Lichtkontakt, die Dose funktioniert in jeder Lage, und die Sprühmenge bleibt bis zum letzten Rest gleich.
Wie viel Öl gibt ein Pumpsprüher pro Sprühstoß ab?
Je nach Modell und Pumpkraft grob 0,5 bis 1,5 Milliliter, also rund 4 bis 12 Kilokalorien. Eine Aerosoldose gibt konstant 0,25 Milliliter und 2 Kilokalorien ab. Beides ist weniger als ein Esslöffel mit rund 120 Kilokalorien, aber es ist nicht dieselbe Größenordnung – wer mitrechnet, sollte den Unterschied kennen.
Welche Sorten gibt es beim DailySpray?
Sechs: Rapsöl natur als Allrounder, Rapsöl Butter für alles, was nach Butter schmecken soll, Rapsöl Knoblauch für Gemüsepfanne und Ofengemüse, Olivenöl für Salat und mediterrane Gerichte, Avocadoöl als hitzestabile Variante für Grill und Airfryer sowie MCT-Kokosöl für asiatische Gerichte. Es gibt sie einzeln, im Viererpack und als Probierpaket mit allen sechs Sorten.
Fazit
Ölspray selber machen geht im wörtlichen Sinn nicht, weil der feine Nebel aus dem Druck kommt und nicht aus dem Öl. Was bleibt, ist ein Pumpsprüher – und den empfehle ich nach genauerem Hinsehen nicht. Er zieht bei jedem Hub frische Luft ins Öl, behält Altöl an genau den Stellen zurück, an die man am schlechtesten kommt, und bleibt nur sauber, wenn er nach jeder Füllung zerlegt und getrocknet wird. Sobald Knoblauch oder Kräuter ins Spiel kommen, landet man bei einem Verfahren, von dem das Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich abrät.
Die Bag-on-Valve-Bauweise löst genau diese Punkte, und zwar nicht durch einen Zusatzstoff, sondern durch Konstruktion: Das Öl liegt in einem geschlossenen, lichtdichten Beutel, kommt nie mit Luft in Berührung und wird nicht nachgefüllt. Deshalb braucht es weder Treibgas noch Konservierungsmittel im Produkt – und deshalb hat der letzte Sprühstoß denselben Zustand wie der erste.
Das eine Argument, das dem Eigenbau sachlich bleibt, ist das eigene Öl. Bei sechs Sorten von Rapsöl natur bis Olivenöl und Avocadoöl trägt es in der Praxis nicht mehr besonders weit.
Wie sich Sprühstoß und Esslöffel grundsätzlich zueinander verhalten, steht unter Ölspray statt Öl. Wo im Alltag wie viel gebraucht wird, steht in den Beiträgen zu Anbraten ohne Öl, Airfryer und Öl, Grillen mit Ölspray, Backform einfetten ohne Butter und Meal Prep ohne Öl.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Selbst hergestellte Kräuteröle und in Öl eingelegte Gemüse bergen gesundheitliche Risiken
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Selten, aber vermeidbar – Fragen und Antworten zum Botulismus
- ÖKO-TEST: Sollte Olivenöl im Kühlschrank aufbewahrt werden? Warum die richtige Lagerung von Speiseölen wichtig ist
- Produkt-, Nährwert- und Verpackungsangaben der VitalBodyPLUS GmbH zum DailySpray
Hinweis: Die Angaben zum DailySpray stammen aus der Nährwerttabelle und den Verpackungsangaben des Produkts; maßgeblich sind die Angaben auf der Verpackung und der Produktseite. Die Abgabemengen von Pumpsprühern schwanken je nach Modell, Pumpkraft und Füllstand erheblich; die genannten Werte sind Erfahrungswerte und keine Herstellerangaben. Die Kalorienwerte für Speiseöle sind gerundete Durchschnittswerte. Die wiedergegebenen Einschätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung beziehen sich auf selbst hergestellte Kräuteröle und in Öl eingelegtes Gemüse; sie ersetzen keine lebensmittelrechtliche Beratung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind die Grundlage für Wohlbefinden und Gewichtsmanagement.




