Braten ohne Fett: So wird's gemacht! - VitalBodyPLUS.de

Braten ohne Fett: So gelingt es wirklich

Braten ohne Fett funktioniert – mit einer intakten beschichteten Pfanne oder einem Wok, mittlerer Hitze und trockenen Zutaten. Der Unterschied ist messbar: Ein Kalbsschnitzel enthält ohne Fettzugabe gebraten 1,6 Gramm Fett je 100 Gramm, in Rapsöl gebraten 8,6 Gramm. Das sind 56 Kilokalorien mehr auf derselben Portion.

Was dabei tatsächlich passiert, welche Fehler das Ergebnis ruinieren und wo der einzige echte Sicherheitshinweis liegt, den man beim fettfreien Braten kennen muss.

Vorweg eine Klarstellung, weil sie den ganzen Text prägt: Fett ist nicht das Problem. Es liefert essenzielle Fettsäuren und wird für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine gebraucht. Die Frage ist nur, ob es ausgerechnet in der Pfanne landen muss – oder besser kalt auf den fertigen Teller kommt.

Hähnchenstücke und buntes Gemüse braten in einer beschichteten Pfanne ohne sichtbares Öl

Lohnt sich das überhaupt? Die Zahlen

Ein Esslöffel Öl liefert rund 90 Kilokalorien – unabhängig von der Sorte, denn jedes reine Pflanzenöl hat 900 Kilokalorien je 100 Gramm. Zweimal täglich gebraten sind das über einen Monat rund 5.400 Kilokalorien allein aus dem Bratfett.

Interessanter als die Rechnung mit dem Esslöffel sind aber gemessene Werte. Die Schweizer Nährwertdatenbank führt für einige Speisen beide Zubereitungsarten getrennt – gleiches Ausgangsprodukt, einmal mit und einmal ohne Fett:

Werte je 100 Gramm Endprodukt. Quelle: Schweizer Nährwerttabelle, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Ausgabe 2021.
Speise ohne Fettzugabe mit Fett zubereitet Differenz
Kalbsplätzli 134 kcal · 1,6 g Fett 190 kcal · 8,6 g Fett +56 kcal · +7,0 g
Fischstäbchen 255 kcal · 12,2 g Fett (Ofen) 306 kcal · 18,6 g Fett (Pfanne) +51 kcal · +6,4 g
Pommes frites 232 kcal · 9,1 g Fett (Ofen) 286 kcal · 15,4 g Fett (frittiert) +54 kcal · +6,3 g

Die erste Zeile ist die aufschlussreichste. Beim Kalbsplätzli bleibt der Fettgehalt durch das fettfreie Braten exakt gleich – 1,6 Gramm vorher, 1,6 Gramm nachher. Die Kalorien steigen nur, weil Wasser verdampft und sich alles auf weniger Gramm verteilt. Mit Öl gebraten kommen dagegen 7 Gramm Fett dazu, die vorher nicht da waren.

Wie viel Öl ein Lebensmittel aufnimmt, hängt stark von seiner Struktur ab. Ein Übersichtsartikel nennt für frittierte Produkte diese Endfettgehalte je 100 Gramm: Kartoffelchips 40 Gramm, Auberginenwürfel ebenfalls 40 Gramm, Tortillachips 25, Pommes frites 13, Kochbananenstücke 7. Aubergine saugt sich also voll wie ein Schwamm – wer sie in Öl brät, isst am Ende ähnlich viel Fett wie bei Chips.

Wo das Öl sitzt.Die Aufnahme ist überwiegend ein Oberflächenphänomen: Die Kruste von Pommes enthält rund sechsmal so viel Öl wie das Innere. Und ein großer Teil dringt erst nach dem Herausnehmen ein, während das Essen abkühlt – nach etwa vier Minuten ist ein Gleichgewicht erreicht. Deshalb ist sofortiges Abtropfen auf Küchenpapier keine Kosmetik, sondern spart tatsächlich Fett.

Warum Braten ohne Fett funktioniert

Röstaromen entstehen durch die Maillard-Reaktion zwischen Zuckern und Aminosäuren. Fett ist daran nicht beteiligt. Es dient als Wärmeübertragungsmedium – und diese Aufgabe kann bei einer beschichteten Pfanne der direkte Metallkontakt übernehmen.

Das ist der entscheidende Punkt, den die meisten Anleitungen übergehen. Wer versteht, wofür das Öl da war, weiß auch, was er stattdessen tun muss.

Fett überträgt Wärme. Öl stellt einen guten Kontakt zur Lebensmitteloberfläche her und überträgt Wärme deutlich schneller als heiße Luft. Beim Frittieren liegen die gemessenen Wärmeübergangskoeffizienten je nach Phase zwischen etwa 250 und über 1.000 Watt je Quadratmeter und Grad. Ohne Öl überträgt nur die Auflagefläche – deshalb bräunt beim fettfreien Braten zuerst die Unterseite, und ungleichmäßige Bräunung ist keine Panne, sondern Physik.

Die Bräunung selbst braucht kein Fett. Die Maillard-Reaktion läuft zwischen reduzierenden Zuckern und Aminogruppen ab. Fett kommt darin nicht als Reaktionspartner vor. Und sie hat auch keine feste Starttemperatur: Ein aktueller Übersichtsartikel hält fest, dass sie bei viel niedrigeren Temperaturen abläuft, als üblicherweise behauptet wird – dokumentiert sind Reaktionen sogar unter dem Gefrierpunkt. Entscheidend ist die Geschwindigkeit, und die hängt stark vom Wassergehalt an der Oberfläche ab.

Der wichtigste Satz dieses Artikels

  • Solange Wasser an der Oberfläche verdampft, bleibt diese Oberfläche bei rund 100 Grad. Bei 100 Grad bräunt nichts.
  • Erst wenn die Oberfläche trocken ist, steigt sie darüber – und dann setzt die Bräunung ein.
  • Gemüse in der Pfanne bräunt also nicht deshalb nicht, weil Fett fehlt, sondern weil es Wasser zieht.
  • Die Lösung ist entsprechend: trockene Zutaten, heiße Pfanne, nicht überladen. Nicht: mehr Öl.

Die Anleitung: sechs Schritte

Schritt Was du tust Warum
1 Zutaten trocken tupfen. Fleisch aus der Marinade abstreifen, Gemüse nach dem Waschen abtrocknen. Nasse Oberflächen bleiben bei 100 Grad und bräunen nicht.
2 Pfanne mit dem Gargut aufheizen oder nur kurz auf mittlerer Stufe vorwärmen. Eine leere beschichtete Pfanne überhitzt binnen Minuten. Siehe Sicherheitshinweis unten.
3 Mittlere Hitze, nicht die höchste Stufe. Für das Braten werden 130 bis 140 Grad empfohlen. Höher braucht es nicht.
4 Pfanne nicht überladen. Lieber zwei Durchgänge. Zu viel auf einmal senkt die Temperatur, alles zieht Wasser und schmort statt zu braten.
5 Liegen lassen, bis sich das Gargut von selbst löst. Was klebt, ist noch nicht fertig. Frühes Wenden reißt die Kruste ab.
6 Fett zum Schluss zugeben – ein Teelöffel gutes Öl über das fertige Gericht. Aroma und Vitaminaufnahme bleiben erhalten, die Kalorien sind kontrollierbar.
Wok mit knackig gebratenem Brokkoli, Paprika und Zuckerschoten

Fünf Methoden im Überblick

Methode Wofür Worauf achten
Beschichtete Pfanne Fleisch, Fisch, Eierspeisen, Gemüse Beschichtung muss intakt sein. Keine Metallwender. Nie leer vorheizen.
Wok Gemüse, kleine Fleischstücke, alles Asiatische Sehr heiß, ständig in Bewegung. Alles vorher klein schneiden – es geht schnell.
Mit Wasser oder Brühe ablöschen Gemüse, das sonst anhängt Erst anbraten, dann einen Schuss dazu. Umgekehrt wird es gekocht statt gebraten.
Backofen und Heißluftfritteuse Kartoffeln, Gemüse, Paniertes Auf Backpapier oder Rost. Bei Stärkehaltigem unter 180 Grad bleiben.
Ölspray wenn ein Hauch Fett das Ergebnis rettet Sprühen statt gießen. Das ist der Unterschied zwischen 2 und 90 Kilokalorien.

Zum letzten Punkt eine Rechnung, weil sie den Unterschied gut zeigt: Ein Sprühstoß DailySpray entspricht 0,25 Millilitern und liefert 2 Kilokalorien. Ein Esslöffel Öl aus der Flasche liefert rund 90. Wer zweimal täglich brät, spart damit über einen Monat einen dreistelligen Kalorienbetrag – ohne auf Fett in der Pfanne ganz zu verzichten.

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Die vier häufigsten Fehler

  1. Zu viel auf einmal in die Pfanne. Der häufigste Fehler überhaupt. Die Temperatur bricht ein, alles zieht gleichzeitig Wasser, und aus dem Braten wird Schmoren. Lieber zwei Durchgänge und das Fertige warm stellen.
  2. Zu früh wenden. Fleisch löst sich von selbst, wenn die Kruste steht. Wer vorher am Pfannenwender zieht, reißt genau die Schicht ab, auf die er hinauswollte.
  3. Nasse Zutaten. Aus der Marinade direkt in die Pfanne, tropfnasses Gemüse aus dem Sieb – beides verhindert Bräunung zuverlässig.
  4. Volle Leistung. Ohne Öl fehlt die visuelle Rückmeldung. Man merkt nicht, dass die Pfanne zu heiß wird, bis das Essen ansetzt. Mittlere Stufe reicht.

Der Sicherheitshinweis, der wirklich zählt

Eine beschichtete Pfanne darf nicht leer erhitzt werden. Die Beschichtung kann sich ab rund 360 Grad zersetzen – und eine leere Pfanne erreicht diese Marke auf modernen Herden laut Verbraucherzentrale bereits nach zwei bis fünf Minuten.

Das ist genau der Punkt, an dem fettfreies Braten anders ist als gewohnt. Normalerweise sieht man am Öl, wann es zu heiß wird – es beginnt zu schlieren und zu rauchen. Diese Warnung fehlt, wenn nichts in der Pfanne ist.

Die Entwarnung kommt gleich mit: Sobald etwas in der Pfanne liegt, ist die Schwelle praktisch unerreichbar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rechnet vor, dass bei wasserhaltigen Lebensmitteln die Temperatur nicht wesentlich über 100 Grad steigt, weil das Wasser siedet. Bei Ölen werden je nach Sorte 110 bis 270 Grad erreicht, ein Haushaltsbackofen schafft maximal 250 Grad. Nur beim Grillen direkt über der Flamme werden Werte um 360 Grad und darüber gemessen.

Praktisch heißt das.Das Gargut zuerst hineingeben und die Pfanne dann aufheizen – oder nur kurz auf mittlerer Stufe vorwärmen und dabei danebenstehen. Werden die Zersetzungsprodukte eingeatmet, kann es zu vorübergehenden grippeähnlichen Beschwerden kommen; in der Fachliteratur heißt das Polymerfieber. Wie häufig das in Privathaushalten vorkommt, ist nicht beziffert. Für Ziervögel können die Dämpfe tödlich sein – wer einen Wellensittich in der Küche stehen hat, sollte darauf besonders achten.

Und noch ein Hinweis zur Pfanne selbst: Eine zerkratzte oder abblätternde Beschichtung gehört ersetzt. Fettfreies Braten funktioniert damit ohnehin nicht mehr, weil alles anhängt – dann greift man automatisch wieder zum Öl.

Rauchpunkt und Acrolein: die Tabellen stimmen nicht

Beim sachgemäßen Braten in der Pfanne ist der Rauchpunkt gar nicht der begrenzende Faktor. Empfohlen werden 130 bis 140 Grad – das liegt unter jedem Rauchpunkt, der für Speiseöle im Umlauf ist.

Trotzdem lohnt ein genauerer Blick, weil hier zwei verbreitete Aussagen so nicht stimmen.

Erstens: Der Rauchpunkt ist nicht die Zersetzungstemperatur. Das Max Rubner-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, stellt das ausdrücklich klar: Der Rauchpunkt ist die Temperatur, bei der unter definierten Bedingungen flüchtige Bestandteile abdampfen und als Rauch sichtbar werden – nicht die, bei der sich das Fett zersetzt.

Zweitens: Die kursierenden Rauchpunkt-Tabellen sind unbelegt. Weder das MRI noch eine andere deutsche oder europäische Behörde veröffentlicht Einzelwerte je Ölsorte. Das MRI nennt nur Bereiche: raffinierte Öle liegen knapp über 200 Grad, native und kaltgepresste darunter, im Bereich zwischen 120 und 190 Grad. Die überall gleich lautenden Tabellen mit exakten Zahlen für jede Sorte lassen sich auf keine Primärquelle zurückführen.

Was tatsächlich empfohlen wird, ist einfacher zu merken: Braten bei 130 bis 140 Grad, Frittieren bei 160 bis 170 Grad. Beide Werte nennen MRI und Verbraucherzentrale übereinstimmend. Zur Einordnung: Ab etwa 130 Grad beginnt laut MRI die Bildung von trans-Fettsäuren, ab rund 200 Grad werden Triglyceride thermisch gespalten.

Und was ist mit Acrolein?Beim starken Überhitzen entsteht unter anderem Acrolein, ein kurzkettiges Aldehyd, das Augen und Rachen reizt. Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO hat Acrolein 2021 als wahrscheinlich krebserregend eingestuft (Gruppe 2A) – eine Heraufstufung gegenüber 1995.

Wichtig für die Einordnung: Diese Bewertung stützt sich ganz überwiegend auf das Einatmen, allen voran aus Tabakrauch. Für die Aufnahme über das Essen kam die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu dem Schluss, dass sich die Belastung derzeit nicht verlässlich beziffern lässt; Studien zur chronischen Toxizität nach oraler Gabe zeigten keine erhöhten Tumorraten. Der Satz „Acrolein aus der Bratpfanne ist krebserregend" ist in dieser Pauschalität also nicht gedeckt. Ein Grund, das Öl nicht rauchen zu lassen, bleibt es trotzdem.

Acrylamid: wann es zählt und wann nicht

Acrylamid entsteht nur in stärkehaltigen Lebensmitteln. In Fleisch und Fisch bildet es sich unabhängig von der Zubereitungsart nicht – und in gekochten Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Gemüse wurde bislang keines nachgewiesen.

Das ist die gute Nachricht für alle, die Fleisch, Fisch oder stärkearmes Gemüse in der Pfanne braten: Dieses Thema betrifft sie schlicht nicht.

Relevant wird es, sobald Stärke ins Spiel kommt – Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer, Paniertes, Gebäck. Acrylamid entsteht dort als Nebenprodukt derselben Bräunungsreaktion, die für das Röstaroma sorgt. Die Bildung beginnt bei etwa 120 Grad und nimmt oberhalb von 170 bis 180 Grad stark zu.

Die Regel des Bundesinstituts für Risikobewertung heißt seit Jahren „Vergolden statt verkohlen" – das ist kein Ratgeberspruch, sondern der Titel der amtlichen Verbraucherinformation. Je stärker gebräunt, desto mehr Acrylamid.

Temperaturempfehlungen der Verbraucherzentrale. Für das Braten in der Pfanne gibt es keine acrylamidspezifische Temperaturangabe – dort gilt die Farbregel.
Zubereitung Empfehlung
Frittieren unter 175 °C
Heißluftfritteuse unter 180 °C, kurze Garzeiten
Backofen Umluft maximal 180 °C
Pfanne zart statt kross bräunen

Wie ernst die Behörden das nehmen, zeigt die europäische Regelung: Seit 2017 verpflichtet eine EU-Verordnung Lebensmittelunternehmen zu Minimierungsmaßnahmen. Für Gastronomie und kleine Betriebe schreibt sie unter anderem vor, dass die Frittiertemperaturen unter 175 Grad liegen müssen und Farbkarten mit der optimalen Bräunung vorzuhalten sind.

Die EFSA stuft Acrylamid als erbgutverändernd und krebserregend ein. Weil es dafür keinen Schwellenwert gibt, lässt sich auch keine sichere Tagesmenge angeben – die Behörde arbeitet stattdessen mit Sicherheitsabständen, und die liegen deutlich unter dem Wert, ab dem keine Bedenken bestünden.

Ein Detail, das überrascht.Das BfR hat 2024 hohe Acrylamidgehalte ausgerechnet in Gemüsechips nachgewiesen. „Gemüse" ist also keine pauschale Entwarnung, sobald es stärkehaltig ist und frittiert wird.
Zwei Teller mit Hähnchenbrust und grünen Bohnen nebeneinander, einmal mit Ölkrügchen daneben

Nimmst du ohne Fett noch Vitamine auf?

Ja – wenn irgendwann Fett dazukommt. Die dafür nötige Menge ist klein, und sie muss nicht in der Pfanne gewesen sein. Ein Teelöffel Öl über das fertige Gericht reicht.

Das Gegenargument ist berechtigt, denn ohne Fett wird aus einem Salat tatsächlich fast nichts aufgenommen. In einer kontrollierten Crossover-Studie aßen Teilnehmende identische Salate mit Dressings, die 0, 6 oder 28 Gramm Rapsöl enthielten. Nach dem fettfreien Dressing war die Aufnahme von Alpha-Carotin, Beta-Carotin und Lycopin nach Angabe der Autoren „vernachlässigbar". Mit fettreduziertem Dressing stieg sie signifikant, mit Vollfett-Dressing noch einmal.

Entscheidend ist aber die Größenordnung. In einer zweiten Untersuchung erhöhte die Zugabe von Avocado zum Salat die Aufnahme deutlich – aber 75 Gramm Avocado mit 12 Gramm Fett wirkten genauso gut wie 150 Gramm mit 24 Gramm. Mehr Fett brachte nichts mehr. Auch die Quelle war egal, Frucht oder Öl.

Für Vitamin E gilt dasselbe Muster, für Vitamin D ist der Effekt kleiner: In einer Studie mit hochdosiertem Supplement lag der Spitzenwert im Blut nach einer fetthaltigen Mahlzeit rund 32 Prozent höher als nach einer fettfreien.

Daraus folgt die praktische Regel dieses Artikels: Fett weglassen beim Braten, Fett gezielt kalt zugeben. Die DGE nennt als Richtwert 30 Prozent der Gesamtenergie aus Fett; an essenziellen Fettsäuren sind es 2,5 Prozent Linolsäure und 0,5 Prozent Alpha-Linolensäure. Ein Esslöffel Rapsöl deckt davon bereits einen erheblichen Teil – und schmeckt über dem fertigen Gemüse deutlich besser als verbraten in der Pfanne.

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Häufige Fragen

Kann man wirklich ganz ohne Fett braten?

Ja, in einer intakten beschichteten Pfanne oder einem Wok. Die Bräunung entsteht durch die Maillard-Reaktion zwischen Zuckern und Aminosäuren – Fett ist daran nicht beteiligt. Es dient nur der Wärmeübertragung, und die übernimmt bei einer beschichteten Pfanne der direkte Metallkontakt.

Wie viele Kalorien spart man dabei?

Ein Esslöffel Öl liefert rund 90 Kilokalorien. Gemessen an einem konkreten Beispiel: Kalbsplätzli ohne Fettzugabe gebraten enthält 134 Kilokalorien und 1,6 Gramm Fett je 100 Gramm, in Rapsöl gebraten 190 Kilokalorien und 8,6 Gramm. Das sind 56 Kilokalorien und 7 Gramm Fett Unterschied auf derselben Portion.

Warum wird mein Gemüse in der Pfanne nicht braun?

Weil es Wasser zieht. Solange Wasser an der Oberfläche verdampft, bleibt diese bei rund 100 Grad, und bei 100 Grad bräunt nichts. Die Lösung ist nicht mehr Öl, sondern: Zutaten trocken tupfen, Pfanne heiß genug, nicht überladen und in Ruhe liegen lassen.

Darf ich die beschichtete Pfanne leer vorheizen?

Nein. Die Beschichtung kann sich ab rund 360 Grad zersetzen, und eine leere Pfanne erreicht diese Marke auf modernen Herden laut Verbraucherzentrale schon nach zwei bis fünf Minuten. Mit Gargut in der Pfanne ist die Schwelle dagegen praktisch nicht erreichbar – bei wasserhaltigen Lebensmitteln steigt die Temperatur kaum über 100 Grad.

Welches Öl eignet sich zum Braten, wenn ich doch welches nehme?

Raffinierte Öle und spezielle Bratöle vertragen höhere Temperaturen; unter den kaltgepressten eignen sich die mit hohem Ölsäureanteil, also Oliven- und Rapsöle sowie HO-Züchtungen. Praktisch wichtiger ist aber die Temperatur: Fürs Braten werden 130 bis 140 Grad empfohlen, und das liegt unter jedem Rauchpunkt.

Nehme ich ohne Fett noch fettlösliche Vitamine auf?

Ja, wenn irgendwann Fett dazukommt – es muss nur nicht in der Pfanne sein. In einer Studie reichten bereits 6 Gramm Öl im Dressing für einen deutlichen Effekt, und mehr als 12 Gramm brachten in einer zweiten Untersuchung keinen Zusatznutzen. Ein Teelöffel gutes Öl über das fertige Gericht genügt also.

Entsteht beim fettfreien Braten Acrylamid?

Nur bei stärkehaltigen Lebensmitteln. In Fleisch und Fisch entsteht unabhängig von der Zubereitungsart keines, und in gekochten Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Gemüse wurde bislang keines nachgewiesen. Relevant wird es bei Bratkartoffeln, Paniertem und Gebäck – dort gilt: vergolden statt verkohlen.

Ist Ölspray besser als Öl aus der Flasche?

Es geht nicht um besser oder schlechter, sondern um die Menge. Ein Sprühstoß entspricht 0,25 Millilitern und liefert 2 Kilokalorien, ein Esslöffel aus der Flasche rund 90. Das Öl ist dasselbe – nur die Dosierung ist eine andere.

Quellen

  • Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Schweizer Nährwerttabelle, Ausgabe 2021, sowie Schweizer Nährwertdatenbank.
  • Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel: FAQ Erhitzung von Pflanzenölen.
  • Verbraucherzentrale: Speiseöle – welche eignen sich für was? Stand 05.08.2026.
  • Verbraucherzentrale: Pfannen und PFAS – wie gefährlich ist die Teflon-Beschichtung? Stand 07.04.2026.
  • Verbraucherzentrale: Acrylamid – problematischer Stoff in Lebensmitteln. Stand 03.03.2026.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Vergolden statt verkohlen – Fragen und Antworten zu Acrylamid in Lebensmitteln, 26.08.2024.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Geschirr mit Antihaftbeschichtung aus PTFE, 02.07.2025.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: BfR-MEAL-Studie – hohe Acrylamidgehalte in Gemüsechips nachgewiesen, Mitteilung 41/2024 vom 16.09.2024.
  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: FAQ Acrylamid – was können Verbraucher selbst tun?
  • Verordnung (EU) 2017/2158 der Kommission zur Festlegung von Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten für die Senkung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln.
  • EFSA CONTAM Panel: Scientific Opinion on acrylamide in food. EFSA Journal 2015;13(6):4104; Assessment of the genotoxicity of acrylamide. EFSA Journal 2022;20(5):7293.
  • DFG-Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln: Stellungnahme zu thermisch induzierten Prozesskontaminanten, 19.11.2012.
  • IARC Monographs Volume 128: Acrolein, Crotonaldehyde and Arecoline. WHO/IARC 2021.
  • Bou-Maroun E, El Hosry L, Elias V et al.: Maillard Reaction – Mechanism, Influencing Parameters, Advantages, Disadvantages, and Food Industrial Applications. Foods 2025;14(11):1881.
  • Ziaiifar AM, Achir N, Courtois F et al.: Review of mechanisms, conditions, and factors involved in the oil uptake phenomenon during the deep-fat frying process. International Journal of Food Science and Technology 2008;43(8):1410–1423.
  • Singh RP, Debnath S: Heat and Mass Transfer in Foods During Deep-Fat Frying. In: Batters and Breadings in Food Processing, 2. Auflage.
  • Elmadfa I, Al-Saghir S, Kanzler S et al.: Selected quality parameters of salmon and meat when fried with or without added fat. International Journal for Vitamin and Nutrition Research 2006;76(4):238–246.
  • Brown MJ, Ferruzzi MG, Nguyen ML et al.: Carotenoid bioavailability is higher from salads ingested with full-fat than with fat-reduced salad dressings. American Journal of Clinical Nutrition 2004;80(2):396–403.
  • Unlu NZ, Bohn T, Clinton SK, Schwartz SJ: Carotenoid absorption from salad and salsa by humans is enhanced by the addition of avocado or avocado oil. Journal of Nutrition 2005;135(3):431–436.
  • Jeanes YM, Hall WL, Ellard S et al.: The absorption of vitamin E is influenced by the amount of fat in a meal and the food matrix. British Journal of Nutrition 2004;92(4):575–579.
  • Dawson-Hughes B, Harris SS, Lichtenstein AH et al.: Dietary fat increases vitamin D-3 absorption. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics 2015;115(2):225–230.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fett, essenzielle Fettsäuren.
  • Beobachtungen aus der Begleitung der VitalBody+ Kurgruppen sind als solche gekennzeichnet und keine Studienergebnisse.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zu Ernährung und Zubereitung und ersetzt keine individuelle Beratung. Wenn du Vorerkrankungen hast, Medikamente einnimmst, schwanger bist oder stillst, sprich vor einer Ernährungsumstellung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die Hinweise zu Kochgeschirr ersetzen nicht die Gebrauchsanweisung des Herstellers.