MSM: Was die Schwefelverbindung ist und was die Studien zeigen
MSM steht für Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung, die in kleinen Mengen natürlich in Lebensmitteln vorkommt. Anders als bei vielen Pflanzenstoffen gibt es zu MSM echte kontrollierte Humanstudien – der Schwerpunkt liegt auf Gelenkbeschwerden. Diese Seite berichtet, was darin gemessen wurde, mit Teilnehmerzahlen, Dosierungen und Ergebnissen. Auch die Studie, die keinen Unterschied fand.
Das unterscheidet MSM von den meisten Stoffen in diesem Regal. Über die Hälfte dessen, was als Gelenkpräparat verkauft wird, stützt sich auf Laborversuche und Analogieschlüsse. Bei MSM liegen randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien vor – die härteste Studienform, die es gibt. Die gefundenen Effekte sind moderat, und die Autoren sagen das selbst. Aber sie sind da, und man darf darüber sprechen.
Inhalt
Was MSM chemisch ist
Methylsulfonylmethan, Summenformel C₂H₆O₂S, ist ein kleines, wasserlösliches Molekül: zwei Methylgruppen, die an eine Sulfonylgruppe gebunden sind. Es liegt als geruchloses weißes Kristallpulver vor und schmeckt leicht bitter.
Verwandt ist MSM mit DMSO, dem Dimethylsulfoxid, das in der Medizin als Lösungsmittel und äußerlich angewendet wird. MSM ist die oxidierte Form davon – und im Gegensatz zu DMSO geruchlos, was praktisch relevant ist: DMSO führt bekanntermaßen zu einem knoblauchartigen Atemgeruch, MSM nicht.
Beide Stoffe sind Teil eines natürlichen Kreislaufs. Meeresalgen setzen Dimethylsulfid frei, das in der Atmosphäre zu DMSO und weiter zu MSM oxidiert und mit dem Regen zurück auf die Erde gelangt. Pflanzen nehmen es auf, wir nehmen es über die Nahrung auf. MSM ist damit kein synthetischer Fremdstoff, sondern ein natürlicher Bestandteil unserer Ernährung – wenn auch in kleinen Mengen.
Schwefel als Baustein im Körper
Schwefel ist nach Calcium und Phosphor das dritthäufigste Mineral im menschlichen Körper. Er steckt in den Aminosäuren Methionin und Cystein – und damit in praktisch jedem Protein, das der Körper baut.
Das ist der Grund, warum Schwefel im Zusammenhang mit Bindegewebe immer wieder auftaucht, und es ist reine Biochemie, keine Wirkbehauptung:
Wo Schwefel im Körper gebraucht wird
- Kollagen und Keratin. Beide Strukturproteine enthalten schwefelhaltige Aminosäuren. Keratin – der Baustoff von Haaren und Nägeln – ist besonders cysteinreich, und die Disulfidbrücken zwischen Cystein-Bausteinen geben ihm seine Festigkeit.
- Knorpel. Die Glykosaminoglykane im Knorpelgewebe, darunter Chondroitinsulfat, tragen Sulfatgruppen.
- Glutathion. Das körpereigene Antioxidans besteht aus drei Aminosäuren, eine davon ist das schwefelhaltige Cystein.
- Entgiftungsreaktionen der Leber. Die Sulfatierung ist einer der Wege, über die der Körper Substanzen ausscheidungsfähig macht.
Was daraus nicht folgt: dass mehr Schwefel automatisch mehr Kollagen bedeutet. Der Körper baut Strukturproteine nach Bedarf, nicht nach Angebot. Aber es erklärt, warum die Forschung überhaupt auf die Idee kam, eine Schwefelverbindung bei Gelenkbeschwerden zu untersuchen.
Wo MSM natürlich vorkommt
MSM ist in vielen Lebensmitteln nachweisbar, allerdings in geringen Konzentrationen – wir reden von Milligramm-Bereichen pro Kilogramm, nicht von Gramm.
| Quelle | Einordnung |
|---|---|
| Kuhmilch | Eine der am besten dokumentierten natürlichen Quellen. |
| Kaffee | Ebenfalls nachweisbar, in kleinen Mengen. |
| Tomaten | Gehören zu den untersuchten pflanzlichen Quellen. |
| Grünes Blattgemüse | Wie viele frische Gemüse enthält es MSM in Spuren. |
| Bier und Tee | Ebenfalls nachweisbar. |
Wichtig zur Einordnung: MSM ist hitze- und lagerungsempfindlich. Verarbeitung, Erhitzen und lange Lagerung reduzieren den Gehalt. Die Mengen, mit denen in Studien gearbeitet wird, erreicht man über die Ernährung ohnehin nicht – dort liegen die Tagesdosen bei zwei bis über drei Gramm.
Zum Vergleich: Schwefel selbst nimmst du reichlich über eiweißreiche Lebensmittel auf. Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch und Kohlgemüse sind die Hauptquellen. Wer sich abwechslungsreich und eiweißreich ernährt, ist mit schwefelhaltigen Aminosäuren gut versorgt – mehr dazu unter Eiweiß beim Abnehmen.
Was die Studien zeigen
Zu MSM liegen mehrere randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien vor – das ist der Goldstandard klinischer Forschung. Der Schwerpunkt liegt auf Kniegelenksbeschwerden. Hier steht, was gemessen wurde.
Kniearthrose, 49 Teilnehmer, 12 Wochen
Debbi und Kollegen, 2011. Prospektiv, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert. 49 Patienten zwischen 45 und 90 Jahren mit Kniearthrose, aufgeteilt in 25 Teilnehmer mit MSM und 24 mit Placebo. Dosierung 1.125 mg dreimal täglich, also 3.375 mg pro Tag, über zwölf Wochen.
Ergebnis: Der WOMAC-Gesamtscore – ein etablierter Fragebogen zu Schmerz, Steifheit und Funktion – verbesserte sich in der MSM-Gruppe signifikant stärker als unter Placebo (Differenz 15,0 mm, p = 0,03). Auch die Funktionsskala fiel signifikant aus (14,6 mm, p = 0,04), ebenso der Schmerz auf der visuellen Analogskala (0,7 cm, p = 0,05). Die Teilskalen Schmerz und Steifheit verfehlten die Signifikanzgrenze knapp (jeweils p = 0,08).
Was die Autoren selbst schreiben: Die Verbesserungen seien gering, und es sei noch zu klären, ob sie klinisch bedeutsam sind. Als Einschränkungen nennen sie die kleine Stichprobe, die kurze Beobachtungszeit, eine ungenaue Randomisierungsmethode und einen einzelnen Rekrutierungsort.
Leichte Knieschmerzen, 88 Teilnehmer, 12 Wochen
Nutrients, 2023. Randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert. 88 Personen mit leichten Knieschmerzen, je 44 in MSM- und Placebogruppe. Dosierung 2.000 mg täglich über zwölf Wochen.
Ergebnis: Der Gesamtwert im JKOM-Fragebogen fiel in der MSM-Gruppe signifikant besser aus als unter Placebo – 8,1 gegenüber 10,9 Punkten (p = 0,046). Auch das allgemeine Gesundheitsempfinden verbesserte sich stärker (p = 0,032). Konkret zeigten sich Unterschiede beim Morgenschmerz und beim Schmerz im Stehen.
Einschränkungen: Untersucht wurden gesunde Personen mit leichten Beschwerden, keine Arthrose-Patienten. Die Entzündungsmarker lagen bereits zu Beginn niedrig, entsprechend wenig war dort zu messen. Die Studie wurde von einem Unternehmen der Branche finanziert.
Halbmarathon, 22 Teilnehmer – kein Unterschied
Journal of the International Society of Sports Nutrition, 2017. Randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert. 22 Läuferinnen und Läufer, 3 g MSM täglich über 21 Tage vor einem Halbmarathon und zwei Tage danach.
Ergebnis: Beim primären Endpunkt fand die Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen MSM und Placebo – weder bei den Markern für oxidativen Stress noch bei den Muskelschadensmarkern Kreatinkinase und LDH. Auch die Unterschiede bei Muskel- und Gelenkschmerz erreichten keine statistische Signifikanz.
Die Einschränkung dazu: Die Schmerzreduktion unter MSM lag zu drei Messzeitpunkten über zehn Millimetern gegenüber Placebo – eine Größenordnung, die üblicherweise als klinisch bedeutsam gilt. Statistisch abgesichert war sie bei dieser Teilnehmerzahl aber nicht. Die Autoren nennen die zu geringe Rekrutierung ausdrücklich als Limitation: Angestrebt waren 32 Teilnehmer, erreicht wurden 22.
Wie die Studienlage einzuordnen ist
Wer die drei Studien nebeneinanderlegt, sieht ein Muster, das in der Ernährungsforschung häufig vorkommt und das man kennen sollte, um sich eine eigene Meinung zu bilden.
Bei Gelenkbeschwerden zeigen beide Studien in dieselbe Richtung. Zwei unabhängige Untersuchungen, unterschiedliche Fragebögen, unterschiedliche Länder, unterschiedliche Dosierungen – und beide mit signifikanten Ergebnissen zugunsten von MSM. Dass zwei methodisch solide Studien unabhängig voneinander in dieselbe Richtung weisen, ist mehr wert als eine einzelne Studie mit spektakulärem Ergebnis.
Die Effekte sind moderat. Das sagen die Autoren selbst, und es wäre unredlich, das wegzulassen. Ein WOMAC-Unterschied von 15 Millimetern ist messbar, aber es ist kein Effekt, den jemand mit einem Schmerzmittel verwechseln würde.
Außerhalb der Gelenke wird es dünn. Die Halbmarathon-Studie fand bei ihren Hauptzielgrößen nichts. Bei 22 Teilnehmern hätte ein moderater Effekt allerdings auch kaum die Signifikanzgrenze erreicht – die Studie war schlicht zu klein, um die Frage zu beantworten. „Kein Nachweis eines Effekts" ist etwas anderes als „Nachweis, dass es keinen Effekt gibt".
Die Studien sind alle klein. 22, 49 und 88 Teilnehmer. Für eine Arzneimittelzulassung wären das Machbarkeitsstudien. Für einen Stoff, den niemand patentieren kann und für den entsprechend niemand eine Zulassungsstudie finanziert, ist es das, was realistisch existiert.
Warum es zu Nahrungsergänzung selten große Studien gibt: Eine Phase-III-Zulassungsstudie kostet einen zweistelligen Millionenbetrag. Refinanzieren lässt sich das nur über ein Patent. Naturstoffe wie MSM sind nicht patentierbar – jeder darf sie herstellen. Deshalb finanziert solche Studien niemand, und deshalb bleibt die Evidenz in dieser Produktkategorie strukturell auf dem Niveau kleiner Studien. Das ist ein Konstruktionsfehler des Systems, keine Aussage über den Stoff.
Warum trotzdem keine Wirkaussage auf der Packung steht
Eine Frage, die sich nach dem letzten Abschnitt aufdrängt: Wenn es kontrollierte Studien mit signifikanten Ergebnissen gibt – warum darf dann niemand damit werben?
Die Antwort hat nichts mit der Qualität der Studien zu tun, sondern mit dem Verfahren. In der EU dürfen für Lebensmittel nur solche gesundheitsbezogenen Aussagen verwendet werden, die vorher beantragt, geprüft und in die Unionsliste aufgenommen wurden. Kein Antrag, keine Aussage – unabhängig davon, was in der Fachliteratur steht.
Für MSM ist eine solche Aussage nicht zugelassen. Das bedeutet nicht, dass die Studien nicht existieren oder dass sie widerlegt wären. Es bedeutet, dass der formale Weg nicht beschritten oder nicht abgeschlossen wurde. Ein Zulassungsverfahren kostet Geld und Zeit, und wie beim Punkt oben gilt: Wer den Aufwand betreibt, hat hinterher keinen exklusiven Vorteil davon, weil die zugelassene Aussage dann für alle gilt.
Für uns heißt das ganz praktisch: Wir dürfen dir sagen, was in den Studien steht – das sind überprüfbare Tatsachen über veröffentlichte Forschung. Wir dürfen daraus kein Wirkversprechen für unser Produkt ableiten. Diesen Unterschied halten wir auf dieser Seite konsequent ein.
Was die Begleitnährstoffe dürfen
Unser MSM-Pro enthält pro Tagesportion 900 Milligramm MSM in der Qualität OptiMSM. Dazu kommen vier Nährstoffe, für die es zugelassene Aussagen gibt – und die sind bei diesem Themenfeld alles andere als beliebig gewählt:
| Nährstoff | Menge je Tagesportion | Zugelassene Aussage |
|---|---|---|
| Calcium | 240 mg (30 % NRV) | trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei |
| Vitamin D3 | 5,2 µg (100 % NRV) | trägt zur Erhaltung normaler Knochen und einer normalen Muskelfunktion bei; trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei |
| Vitamin K1 | 75 µg (100 % NRV) | trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei |
| Vitamin C | 80 mg (100 % NRV) | trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Knorpel und Knochen bei |
Diese vier Nährstoffe sind kein Beiwerk, sondern genau die, die im Themenfeld Knochen und Muskeln zugelassene Angaben tragen. Welche Nährstoffe darüber hinaus dazugehören und was Bewegung dabei leistet, steht im Überblick unter Knochen, Gelenke und Muskeln.
Das ist die saubere Trennung, die wir auf dieser Seite durchhalten: Über MSM berichten wir, was in den Studien steht. Die Aussagen, die auf dem Etikett stehen dürfen, hängen an Calcium, Vitamin C, D und K. Beides gehört zum vollständigen Bild – wer nur das eine erzählt, führt in die Irre.
Ein Detail zu Vitamin C, das häufig übersehen wird: Es trägt nicht nur zur Kollagenbildung für Knorpel und Knochen bei, sondern auch für Haut, Blutgefäße und Zahnfleisch. Kollagen ist eines der Proteine, in denen schwefelhaltige Aminosäuren stecken – der Kreis zum Anfang dieser Seite schließt sich hier.
Einnahme und Dosierung
Offizielle Referenzwerte für MSM gibt es nicht – wie bei allen Stoffen, für die keine Zufuhrempfehlung existiert. Die Studien, über die oben berichtet wird, arbeiteten mit 2.000 bis 3.375 Milligramm pro Tag über zwölf Wochen, in der Sportstudie mit 3.000 Milligramm über drei Wochen.
Praktische Hinweise
- Zeit einplanen. In den Gelenkstudien wurde über zwölf Wochen gemessen, nicht über zwei. Wer nach einer Woche keine Veränderung bemerkt, hat nichts falsch gemacht.
- Über den Tag verteilen. In der 2011er Studie wurde dreimal täglich dosiert. MSM ist wasserlöslich und wird relativ schnell wieder ausgeschieden.
- Mit reichlich Wasser. Gilt für alle Präparate und erleichtert die Verträglichkeit.
- Zu einer Mahlzeit. Wer empfindlich auf nüchterne Einnahme reagiert, nimmt es zum Essen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
MSM gilt als gut verträglich. In den genannten Studien wurden über zwölf Wochen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Die Autoren der 2011er Studie merken allerdings selbstkritisch an, dass ihre Methoden zur Erfassung von Nebenwirkungen möglicherweise nicht empfindlich genug waren – auch das gehört zur ehrlichen Wiedergabe.
Gelegentlich berichtet werden leichte Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen, meist zu Beginn der Einnahme.
Wer Rücksprache halten sollte: Schwangere und Stillende, weil belastbare Daten fehlen. Menschen mit Nierenerkrankungen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, insbesondere Blutverdünner. In allen diesen Fällen gilt: vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären – nicht, weil ein Schaden belegt wäre, sondern weil er nicht ausgeschlossen wurde.
Wichtig zur Abgrenzung: Anhaltende oder starke Gelenkbeschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Hinter Schmerzen im Knie kann eine ganze Reihe von Ursachen stecken, und die Behandlung richtet sich danach, welche es ist. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Ersatz für diese Abklärung und auch keiner für eine Therapie.
MSM-Pro enthält pro Tagesportion 900 mg MSM (OptiMSM) sowie Calcium, Vitamin C, D3 und K1. Alle Werte stehen auf dem Etikett.
Häufige Fragen
Was ist MSM?
Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung mit der Formel C₂H₆O₂S. Sie kommt natürlich in Milch, Kaffee, Tomaten und grünem Gemüse vor, allerdings in sehr kleinen Mengen, und ist die oxidierte Form von DMSO – im Gegensatz dazu aber geruchlos.
Was zeigen die Studien zu MSM?
Zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien zu Knieproblemen fanden signifikante Verbesserungen gegenüber Placebo: 2011 bei 49 Arthrose-Patienten mit 3.375 mg täglich über zwölf Wochen (WOMAC-Gesamtscore p = 0,03), und 2023 bei 88 Personen mit leichten Knieschmerzen mit 2.000 mg täglich (JKOM p = 0,046). Die Effekte sind nach Angabe der Autoren moderat. Eine Studie zu Muskelkater nach einem Halbmarathon mit 22 Teilnehmern fand dagegen keinen signifikanten Unterschied.
Warum darf MSM keine Wirkung auf der Packung angeben?
Weil in der EU nur zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen verwendet werden dürfen, und für MSM ist keine zugelassen. Das ist eine Frage des Zulassungsverfahrens, nicht der Studienlage. Über den Inhalt veröffentlichter Studien darf man dagegen berichten.
Wie lange dauert es, bis man etwas merkt?
Die Gelenkstudien haben über zwölf Wochen gemessen und die Unterschiede zum Studienende bewertet. Wer nach einer oder zwei Wochen nichts bemerkt, sollte daraus also keine Schlüsse ziehen.
Ist MSM dasselbe wie DMSO?
Nein, aber die beiden sind chemisch verwandt: MSM ist die oxidierte Form von DMSO. DMSO wird vor allem äußerlich und als Lösungsmittel verwendet und verursacht einen knoblauchartigen Atemgeruch. MSM ist geruchlos und wird als Nahrungsergänzung eingenommen.
Kann ich genug MSM über die Ernährung aufnehmen?
Nicht in den Mengen, mit denen die Studien gearbeitet haben. MSM kommt in Milch, Kaffee, Tomaten und Gemüse vor, aber im Milligrammbereich pro Kilogramm, und der Gehalt sinkt durch Erhitzen und Lagerung. Schwefel selbst nimmst du dagegen reichlich über eiweißreiche Lebensmittel auf – Eier, Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch und Kohl.
Hat MSM Nebenwirkungen?
In den Studien wurden über zwölf Wochen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet. Gelegentlich treten leichte Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen oder Kopfschmerzen auf, meist zu Beginn. Schwangere, Stillende, Menschen mit Nierenerkrankungen und wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollten vorher Rücksprache halten.
Was ist OptiMSM?
Eine Markenbezeichnung für MSM, das durch Destillation gereinigt wird. Der Unterschied zu anderen Herstellungsverfahren liegt im Reinheitsgrad und in der Rückverfolgbarkeit der Produktion.
Ersetzt MSM eine ärztliche Behandlung?
Nein. Anhaltende oder starke Gelenkbeschwerden gehören ärztlich abgeklärt, weil sehr unterschiedliche Ursachen dahinterstecken können und die Behandlung davon abhängt. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist weder eine Diagnose noch eine Therapie.
Fazit
MSM gehört zu den wenigen Stoffen in diesem Regal, zu denen es kontrollierte Humanstudien gibt statt nur Laborversuche und Analogieschlüsse. Zwei unabhängige randomisierte Studien zu Knieproblemen fanden signifikante Verbesserungen gegenüber Placebo. Das ist eine belastbarere Ausgangslage als bei den meisten Pflanzenextrakten.
Zur Ehrlichkeit gehört die andere Hälfte: Die Effekte sind moderat, die Studien sind klein, und außerhalb der Gelenke fand die eine Untersuchung, die wir gefunden haben, keinen Unterschied. Wer daraus ein Wundermittel macht, hat die Studien nicht gelesen. Wer daraus schließt, dass nichts dran ist, allerdings auch nicht.
Unsere Position: Wir berichten, was gemessen wurde, mit Zahlen und mit den Einschränkungen der Autoren. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung – und dafür brauchst du vollständige Information, nicht die Hälfte davon.
Quellen
- Debbi EM et al.: Efficacy of methylsulfonylmethane supplementation on osteoarthritis of the knee – a randomized controlled study. BMC Complementary and Alternative Medicine, 2011
- Methylsulfonylmethane Improves Knee Quality of Life in Participants with Mild Knee Pain – a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Nutrients, 2023
- Withee ED et al.: Effects of methylsulfonylmethane (MSM) on exercise-induced oxidative stress, muscle damage, and pain following a half-marathon. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 2017
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger Angaben, Einträge zu Calcium, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin K
- Produktangaben der VitalBodyPLUS GmbH zu MSM-Pro
Hinweis: Die auf dieser Seite wiedergegebenen Studienergebnisse beziehen sich auf die jeweils untersuchten Studienpräparate, Dosierungen und Teilnehmergruppen und sind keine Aussage über die Wirkung eines bestimmten Produkts. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene Tagesdosis darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Maßgeblich sind die Angaben auf der Verpackung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, Vorerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei der Einnahme von Medikamenten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
