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Abnehmen im Urlaub: Was realistisch ist — und was hilft

Realistisch ist im Urlaub nicht Abnehmen, sondern Halten. Prospektiv gemessen nehmen Erwachsene über ein bis drei Wochen Urlaub im Mittel 0,32 Kilogramm zu — und diese Zunahme war sechs Wochen später nicht verschwunden, sondern auf 0,41 Kilogramm angewachsen. Was viele nach der Rückkehr auf der Waage sehen, sind allerdings drei bis fünf Kilo, und die können in dieser Zeit kaum Fett sein. Entscheidend ist ohnehin weniger der Urlaub als die zwei Wochen danach.

Dieser Artikel nennt die tatsächlich gemessenen Zahlen statt der kursierenden und behandelt den Zeitraum, den sonst niemand behandelt: die Wochen nach dem Urlaub, in denen die körperliche Aktivität messbar unter das Ausgangsniveau fällt, während die Zunahme bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die einzige prospektive Urlaubsstudie misst über ein bis drei Wochen im Mittel 0,32 kg Zunahme — nicht die zwei Kilo, die überall behauptet werden. Nach sechs Wochen waren daraus 0,41 kg geworden.
  • Die Streuung ist riesig. Über die Feiertagsperiode lag die mittlere Zunahme bei 0,37 kg, die Standardabweichung aber bei ±1,52 kg.
  • Drei bis fünf Kilo nach zwei Wochen sind größtenteils Wasser, Glykogen, Salz und Darminhalt. Ein kleinerer Teil ist echt.
  • Die Ursache liegt nicht bei der Bewegung: Mit doppelt markiertem Wasser gemessen blieb der Energieverbrauch über die Feiertage unverändert, im Urlaub stieg die Aktivität eher an.
  • Nach dem Urlaub fiel die Aktivität signifikant unter den Ausgangswert (4.313 auf 3.715 MET). Das ist der eigentliche Risikozeitraum.
  • Ein systematischer Review von 2025 findet für Maßnahmen gegen die Ferienzunahme −0,99 kg, nicht signifikant, Evidenzsicherheit sehr niedrig.

Wie viel nimmt man im Urlaub wirklich zu?

Im Mittel etwa ein Drittel Kilogramm. Eine prospektive Studie mit 122 Erwachsenen begleitete Menschen über einen ein- bis dreiwöchigen Urlaub und maß dreimal: vorher, direkt danach und sechs Wochen später. Direkt nach dem Urlaub lag die Zunahme bei 0,32 ± 0,08 kg. Sechs Wochen später waren daraus 0,41 ± 0,11 kg geworden — die Zunahme war also nicht nur geblieben, sie war leicht gewachsen.

Ein zweiter Befund derselben Untersuchung: Der Zuwachs unterschied sich nicht bedeutsam zwischen den Gewichtsgruppen. Normalgewichtige nahmen im Schnitt 0,28 kg zu, Übergewichtige 0,39 kg, Menschen mit Adipositas 0,48 kg. Die Annahme, wer mehr wiegt, lege im Urlaub stärker zu, findet in diesen Daten keine Stütze.

Was die Studie nicht kann, gehört dazu: US-Stichprobe, freiwillige Teilnahme, keine Vergleichsgruppe. Sie bleibt trotzdem die belastbarste Messung speziell zu Urlaub — alles andere stammt aus Feiertagsstudien.

Warum die Zahl kleiner ist, als fast alle denken

Weil die kursierenden Zahlen nie gemessen wurden. Die bekannteste davon, man nehme über die Feiertage rund fünf Pfund zu, wurde bereits im Jahr 2000 prospektiv an 195 Erwachsenen widerlegt: Gemessen wurden 0,37 ± 1,52 kg. Zahlen im Bereich von zwei Kilo, wie sie in Ratgebertexten stehen, stammen aus Selbstauskünften oder ganz ohne Quelle.

Diese Standardabweichung von ±1,52 kg ist wichtiger als der Mittelwert. Sie bedeutet: Ein erheblicher Teil der Teilnehmenden nahm gar nichts zu oder verlor Gewicht, ein anderer Teil nahm mehrere Kilo zu. Wer nach dem Urlaub deutlich mehr auf der Waage hat als 0,3 kg, ist nicht außergewöhnlich — nur nicht auf dem Mittelwert.

Warum diese kleinen Zunahmen trotzdem zählen

Weil sie sich nicht von allein auflösen. Ein Übersichtsartikel eines der führenden Energiebilanz-Forscher ordnet die mittlere Zunahme über die Feiertagsperiode bei etwa 0,5 kg ein und hält fest, dass dieser kurze Zeitraum bei Erwachsenen den Hauptbeitrag zur Gewichtszunahme über das ganze Jahr liefert. Bei Kindern ist es umgekehrt: Dort ist die Sommerzeit der entscheidende Abschnitt.

Ein halbes Kilo klingt nach nichts. Über zehn Jahre, ohne Gegenbewegung, ergibt es fünf Kilogramm. Genau deshalb lohnt der Blick auf Urlaubs- und Festzeiträume — nicht wegen der zwei Wochen selbst.

Warum die beste Evidenz aus dem Winter stammt

Weil fast alle guten Studien zu diesem Thema Feiertage untersucht haben und nicht Urlaub. Das ist kein Nachteil, sondern praktisch: Ob Strandurlaub im Juli oder Skiwoche im Februar, ob Ferienwohnung oder Familienbesuch über die Feiertage — das Muster ist dasselbe. Tage bis Wochen außerhalb des Alltagsrhythmus, mehr Essanlässe, mehr Auswahl, mehr Alkohol.

Ein narrativer Review über mehrere Untersuchungen findet bei Erwachsenen konsistent 0,4 bis 0,9 kg Zunahme über die Feiertagsperiode. Der entscheidende Satz daraus: Das galt auch für Menschen, die zu diesem Zeitpunkt aktiv abnehmen wollten, und auch für motivierte Selbstbeobachter. Der Zeitraum wirkt also unabhängig von der Absicht.

Frühstücksbuffet im Hotel mit Obstsalat, Melone, grünen Salaten und Joghurt

Drei Kilo mehr auf der Waage: ist das Fett?

Fast sicher nicht, jedenfalls nicht überwiegend. Das ist die häufigste Frage im Themenfeld, und sie lässt sich beantworten — als Größenordnungsargument, nicht als exakte Rechnung. Der Energiegehalt pro Kilogramm Körpergewicht ist nämlich nicht konstant, er hängt unter anderem vom Ausgangs-Körperfett ab. Die Faustregel von 7.000 Kilokalorien je Kilogramm gilt nur eingeschränkt.

Die Größenordnung bleibt trotzdem eindeutig: Der Energieüberschuss, der für fünf Kilogramm neues Körperfett in vierzehn Tagen nötig wäre, liegt jenseits dessen, was sich im Urlaub realistisch essen und trinken lässt — auch am Buffet. Warum die Zahl auf der Waage schon im Alltag täglich um mehrere hundert Gramm schwankt, haben wir beim Kaloriendefizit aufgeschrieben.

Was nach der Rückkehr auf der Waage mitwiegt

  • Glykogen und das daran gebundene Wasser. Kohlenhydrate werden in hydratisierter Form gespeichert, klassisch mit drei bis vier Teilen Wasser je Teil Glykogen. Wer im Urlaub mehr Brot, Nudeln, Reis und Süßes isst als sonst, füllt diese Speicher auf. Die Richtung ist belegt, das Ausmaß fachlich umstritten — eine feste Kilo-Umrechnung wäre unseriös.
  • Salz. Unter streng kontrollierten Bedingungen führte eine um 6 g täglich höhere Kochsalzzufuhr zu vermehrter Wasserrückresorption über die Niere. Urlaubsküche und Restaurantessen liegen im Salzgehalt fast immer über dem, was zu Hause auf den Teller kommt.
  • Darminhalt. Mehr Essen, anderes Essen, ein anderer Rhythmus — der Inhalt des Verdauungstrakts wiegt mit und schwankt um mehrere hundert Gramm.
  • Hitze und langes Sitzen. Ein langer Flug, eine lange Autofahrt und warmes Klima verschieben Flüssigkeit im Körper. Was sich in den Beinen sammelt, steht am nächsten Morgen mit auf der Waage.

Ehrlich bleibt trotzdem: Ein Teil der Zunahme ist echt. Die prospektiven Studien messen ihn nach Wochen noch, und er verschwand dort nicht von selbst. Die richtige Reaktion auf drei Kilo nach der Rückkehr ist deshalb weder Panik noch Achselzucken, sondern eine zweite Messung nach etwa einer Woche im normalen Alltag. Was dann noch da ist, ist die echte Zahl.

Warum man zunimmt — und warum es nicht an der Bewegung liegt

Weil im Urlaub mehr Energie aufgenommen wird, nicht weil weniger verbraucht wird. Fast jeder Ratgebertext dreht diesen Zusammenhang um. Die Messdaten sagen etwas anderes: In einer Untersuchung, die den Gesamtenergieverbrauch über die Feiertage mit doppelt markiertem Wasser bestimmt hat — dem Goldstandard dafür —, blieb der Verbrauch unverändert. Die Zunahme kam von der Aufnahmeseite. Einschränkung: nur 23 Personen, überwiegend Frauen mit Adipositas.

Die Urlaubsstudie zeigt dasselbe von der anderen Seite. Die körperliche Aktivität stieg während des Urlaubs sogar tendenziell an, von 3.940 auf 4.313 MET, wenn auch nicht statistisch bedeutsam. Wer im Urlaub schwimmt, wandert oder Ski fährt, bewegt sich nicht weniger als zu Hause am Schreibtisch. Der Rat „beweg dich im Urlaub mehr" zielt damit auf die falsche Seite der Bilanz.

Mehr Essanlässe, größere Portionen, mehr Auswahl

Das sind die drei Faktoren, für die es kontrollierte Daten gibt. Eine Meta-Analyse randomisierter Fütterungsstudien fand für größere Portionen eine um 295 Kilokalorien höhere Tagesaufnahme (95 % KI 202 bis 388) und für häufigere Essanlässe eine um 203 Kilokalorien höhere Tagesaufnahme (76 bis 330). Für den Endpunkt Körpergewicht reichte die Datenlage dort nicht aus, und die Heterogenität war hoch — es geht also um die Aufnahme, nicht um eine Gewichtsprognose.

Dass Portionsgröße, Packungsgröße und Geschirrgröße beeinflussen, wie viel tatsächlich gegessen und getrunken wird, ist darüber hinaus in einem Cochrane-Review abgesichert. Das ist ein Mechanismus, keine Anweisung: Wer im Urlaub von großen Tellern und Familienportionen umgeben ist, isst im Mittel mehr, ohne das zu bemerken.

Zur Energiedichte auswärtiger Mahlzeiten liegt eine ungewöhnlich starke Untersuchung vor, weil dort nicht geschätzt, sondern mit Bombenkalorimetrie gemessen wurde: 94 Prozent der Mahlzeiten in bedienten Restaurants und 72 Prozent der Fast-Food-Mahlzeiten enthielten mindestens 600 Kilokalorien. Untersucht wurden Brasilien, China, Finnland, Ghana und Indien gegen US-Daten — nicht Deutschland, keine Ferienregion. Die Zahl taugt als internationale Größenordnung, nicht als Aussage über das Hotel am Mittelmeer.

Alkohol wird nicht verrechnet

Alkohol kommt zusätzlich, nicht anstelle. Eine Meta-Analyse aus 22 Cross-over- und randomisierten Studien mit 701 Teilnehmenden fand unter Alkohol eine um 343 kJ (rund 82 Kilokalorien) höhere Energieaufnahme aus dem Essen und eine um 1.072 kJ (rund 256 Kilokalorien) höhere Gesamtenergieaufnahme. Keine einzige der 22 Studien fand, dass unter Alkohol weniger gegessen wurde. Untersucht wurden allerdings fast nur 18- bis 37-Jährige.

Im Urlaub ist deshalb nicht der einzelne Abend der Punkt, sondern die Häufigkeit über zwei Wochen. Was Alkohol im Körper sonst noch bewirkt und warum der Wert am Morgen danach vor allem den Wasserhaushalt misst, steht in unserem Artikel dazu, was Alkohol im Körper macht.

All-inclusive: die Vielfalt ist der Faktor, nicht die Menge

Der entscheidende Mechanismus am Buffet heißt sensorisch-spezifische Sättigung. Eine Übersichtsarbeit über experimentelle und Beobachtungsstudien zeigt: Größere Auswahlvielfalt erhöht die verzehrte Menge, und eine Begrenzung der Vielfalt innerhalb energiedichter Lebensmittelgruppen senkt die Aufnahme aus dieser Gruppe. Nicht das Buffet an sich ist das Problem — sondern dass zwölf verschiedene Dinge auf einem Teller die Sättigung später einsetzen lassen als drei.

Wie sich das praktisch lösen lässt, gehört nicht in diesen Artikel, weil wir es bereits ausführlich behandelt haben: Die konkrete Buffet- und Restaurantstrategie steht in unserem Leitfaden für Restaurantbesuche und Einladungen.

Ist der Urlaub der richtige Zeitpunkt zum Abnehmen?

Für die meisten Menschen nicht — und das ist eine Entscheidung, die vor der Abreise fällt und nicht am dritten Tag. Es gibt drei vertretbare Wege, und keiner davon ist ein Kompromiss.

Weiter abnehmen. Sinnvoll für alle, die in einer Ferienwohnung mit Küche wohnen, selbst einkaufen und ihren Rhythmus weitgehend behalten. Auch für Aktivurlaube mit viel Bewegung. Wer dagegen zwei Wochen All-inclusive gebucht hat, arbeitet gegen die Umgebung — und gegen einen im Mittel gegenläufigen Trend.

Gewicht halten. Der realistische Standardfall. Halten heißt nicht Stillstand: Es heißt, nach der Rückkehr dieselbe Zahl auf der Waage zu haben und nicht zwei Wochen Rückschritt aufholen zu müssen. Für die allermeisten Urlaubsformen ist das ein ambitioniertes Ziel, kein bescheidenes.

Bewusst ein Kilo mitnehmen. Legitim, wenn der Urlaub selten ist, wenn Familie oder Reisegruppe den Rahmen setzen, oder wenn permanente Kontrolle den Urlaub kaputt machen würde. Wichtig ist nur, dass die Entscheidung bewusst fällt und einen Plan für danach hat.

Für diese dritte Option spricht ein selten zitierter Nebenbefund der Urlaubsstudie: Der wahrgenommene Stress sank über den Studienzeitraum deutlich, von 17,1 auf 14,9 Punkte auf der Perceived Stress Scale. Urlaub hat also einen belegten Nutzen, der nicht auf der Waage steht.

Paar spaziert am frühen Morgen barfuß über einen Sandstrand

Im Urlaub nicht zunehmen: was tatsächlich Substanz hat

Bevor die Tipps kommen, gehört ein Befund an den Anfang, den sonst niemand nennt. Ein systematischer Review aus dem Jahr 2025 hat zwölf Studien zu Maßnahmen gegen die Gewichtszunahme in Fest- und Ferienzeiten zusammengefasst. Ergebnis bei Erwachsenen: −0,99 kg mit einem Konfidenzintervall von −2,15 bis +0,18 — statistisch nicht signifikant, mit hoher Heterogenität (I² = 89 %) und einer Evidenzsicherheit, die die Autoren selbst als „sehr niedrig" einstufen. Sieben der zwölf Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko.

Übersetzt: Wer verspricht, seine sieben Urlaubstipps seien belegt wirksam, überzieht. Die folgenden vier Punkte sind deshalb nach Evidenzstärke sortiert und nicht zur Zehnerliste aufgeblasen.

Nicht ganz aus der Beobachtung aussteigen

Das ist der am besten belegte Einzelpunkt. In einer randomisierten Studie mit 111 Erwachsenen wog sich eine Gruppe über die Feiertage täglich und erhielt eine grafische Rückmeldung ihres Verlaufs. Diese Gruppe veränderte ihr Gewicht praktisch nicht (−0,13 kg), während die Kontrollgruppe deutlich zunahm. Ein systematischer Review über 22 Studien zeigt allgemeiner, dass Selbstbeobachtung — Ernährungsprotokoll, Bewegungsprotokoll, Wiegen — konsistent mit besserem Abnehmerfolg zusammenhängt.

Wichtige Einschränkung Die Zunahme der Kontrollgruppe lag in dieser Studie mit 2,65 kg weit über allem, was andere Untersuchungen messen. Der Effekt ist dadurch vermutlich überzeichnet. Und tägliches Wiegen ist kein Rat für alle: Bei gestörtem Essverhalten oder starker Fixierung auf die Zahl kann es schaden. Beobachtung heißt nicht zwingend Waage — ein loser Blick auf Rhythmus und Portionen erfüllt denselben Zweck.

Die Zahl der Essanlässe ist der Hebel, der überall auftaucht

Häufigere Essanlässe erhöhten in der Meta-Analyse randomisierter Fütterungsstudien die Tagesenergieaufnahme um 203 Kilokalorien. Im Urlaub steigt diese Zahl fast automatisch: Frühstücksbuffet, Eis am Nachmittag, Snack am Strand oder auf der Hütte, Aperitif, Abendessen, Dessert. Nicht jeder einzelne Anlass ist ein Problem, aber die Summe ist der stärkste Unterschied zum Alltag — und der am leichtesten zu bemerkende.

Eiweiß und Volumen statt Verzicht

Eine eiweißbetonte Auswahl mit viel Gemüse und Salat ist im Urlaub aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens liefert sie viel Volumen bei vergleichsweise wenig Energie, was die Auswahl am Buffet fast von selbst ordnet. Zweitens gilt für Protein die zugelassene EU-Angabe: „Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei". Wer ohnehin in einer kalorienreduzierten Phase steckt, hat daran ein handfestes Interesse.

Zum Hunger zwischen den Mahlzeiten gilt: In der EU ist keine gesundheitsbezogene Angabe zu Sättigung, Appetit oder Hunger zugelassen — kein Lebensmittel darf damit beworben werden. Was tatsächlich hilft, steht bei den natürlichen Appetitzüglern.

Trinken, gerade bei Hitze

Zugelassen ist der Wortlaut: „Wasser trägt zur Erhaltung normaler körperlicher und kognitiver Funktionen bei" sowie „Wasser trägt zur Erhaltung einer normalen Regulierung der Körpertemperatur bei". Die Angabe gilt unter dem Hinweis, dass täglich mindestens 2,0 Liter Wasser aus allen Quellen aufgenommen werden sollten. Alles, was darüber hinaus über „entwässernde Lebensmittel" behauptet wird, ist als gesundheitsbezogene Angabe nicht zugelassen. Was bei Hitze und starkem Schwitzen passiert, steht bei uns unter Dehydration.

Reisetage und Selbstversorgung

An- und Abreisetag sind der Teil des Urlaubs, den kein Ratgeber behandelt — obwohl dort alles zusammenkommt: stundenlanges Sitzen, keine planbaren Essenszeiten, und als Auswahl das, was Flughafen, Bahnhof oder Raststätte hergeben. Wer am Ankunftstag mit leerem Kühlschrank in einer Ferienwohnung steht, isst außerdem fast zwangsläufig zweimal auswärts.

Was hilft, ist banal und wirkt trotzdem: etwas Vorbereitetes mitnehmen, eine Trinkflasche dabeihaben und den ersten Einkauf vor der ersten Mahlzeit einplanen statt danach. Wie sich Essen unterwegs grundsätzlich planen lässt, beschreibt unser Artikel dazu, ob eine Diät trotz Außendienst möglich ist.

Wenn am Reisetag eine Mahlzeit ausfällt: Ein Mahlzeitersatz funktioniert ohne Küche und Kühlschrank. Zugelassener Wortlaut: „Das Ersetzen von einer der täglichen Hauptmahlzeiten im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung durch einen solchen Mahlzeitersatz trägt dazu bei, das Gewicht nach Gewichtsabnahme zu halten." Dazu gehört eine ausreichende tägliche Flüssigkeitsaufnahme; das Erzeugnis erfüllt seinen Zweck nur im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung, zu der notwendigerweise auch andere Lebensmittel gehören.

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Geöffneter Koffer mit gefalteter Kleidung, Laufschuhen und Trinkflasche

Welcher Urlaubstyp du bist, macht den Unterschied

Die Urlaubsform bestimmt, welcher der oben genannten Mechanismen überhaupt greift. Ein Campingurlaub mit eigener Küche und ein All-inclusive-Hotel haben wenig gemeinsam, außer dass beide „Urlaub" heißen.

Urlaubsform Typisches Risiko Typischer Vorteil Realistischer Hebel
All-inclusive Maximale Auswahlvielfalt, unbegrenzte Essanlässe, Getränke jederzeit Planbare Zeiten, meist gute Auswahl an Gemüse und Fisch Die Zahl der Essanlässe bewusst festlegen statt an der Menge zu arbeiten
Hotel mit Halbpension Zwei feste Buffets, üppiges Frühstück, spätes Abendessen Der Mittag bleibt frei gestaltbar Den freien Mittag nicht zum dritten Buffet machen
Ferienwohnung mit Küche Ankunftstag ohne Vorräte, Urlaubsstimmung beim Einkauf Volle Kontrolle über Auswahl und Portionen Erster Einkauf vor der ersten Mahlzeit, nicht danach
Rundreise Ständig auswärts, unregelmäßige Zeiten, viel Sitzen Viel Bewegung an Besichtigungstagen Eine Mahlzeit am Tag selbst zusammenstellen
Aktiv- und Wanderurlaub Hoher Hunger nach langen Tagen, Einkehr als Belohnung Deutlich erhöhte Aktivität über den ganzen Urlaub Die Einkehr als Mahlzeit einplanen, nicht zusätzlich
Camping Grillen als Hauptprogramm, Getränke über den Tag verteilt Eigene Küche, viel Bewegung Beilagen und Saucen im Blick behalten, nicht das Grillgut
Zuordnung nach den in diesem Artikel belegten Mechanismen, nicht nach Studien zu einzelnen Urlaubsformen.

Für die letzten beiden Zeilen lohnt ein Blick darauf, was beim Grillen tatsächlich ins Gewicht fällt — es ist selten das Fleisch.

Die zwei Wochen nach dem Urlaub entscheiden

Hier liegt das eigentliche Risiko, und hier hört jeder andere Urlaubsartikel auf. Die prospektive Urlaubsstudie hat auch sechs Wochen nach der Rückkehr gemessen, und das Ergebnis ist unbequem: Die körperliche Aktivität, die während des Urlaubs tendenziell gestiegen war, fiel danach signifikant unter das Ausgangsniveau — von 4.313 auf 3.715 MET. Gleichzeitig war die Zunahme nicht zurückgegangen, sondern auf 0,41 kg angewachsen.

Das Muster wiederholt sich in den Feiertagsdaten. In der randomisierten Selbstwiege-Studie hielt die Kontrollgruppe 14 Wochen später noch 57 Prozent ihrer Zunahme. In der Untersuchung aus dem Jahr 2000 war die Nettozunahme von 0,48 kg bis zum folgenden Herbst nicht abgebaut. Nicht der Urlaub setzt das Gewicht fest, sondern der Wiedereinstieg, der nicht stattfindet.

Für die Feiertage gilt dasselbe Muster, nur mit einem klaren Datum: Der Jahresverlauf hat sein Minimum Anfang Dezember und sein Maximum am 2. Januar. Die Zahlen dazu stehen unter an Weihnachten nicht zunehmen.

Praktisch heißt das: Der Alltag sollte schneller zurückkommen als die Motivation. Bewegung wieder auf das gewohnte Niveau, Einkauf und Mahlzeiten wieder im gewohnten Rhythmus, und eine ehrliche zweite Messung nach etwa einer Woche. Was ausdrücklich nicht hilft, ist Kompensationslogik — Fastentage, ausgelassene Mahlzeiten oder ein besonders strenges Programm als Ausgleich. Ein Urlaub löst keinen Jo-Jo-Effekt aus; was ihn tatsächlich auslöst, ist etwas anderes. Und warum das Halten dauerhaft die eigentliche Aufgabe ist, steht in unserem Artikel zum Gewicht halten nach der Diät. Auch die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas widmet der langfristigen Gewichtsstabilisierung ein eigenes Kapitel.

Wenn der Wiedereinstieg regelmäßig die Schwachstelle ist: Genau dafür gibt es das Stabilisierungspaket — mit Begleitung durch unsere Ernährungsberatung, weil die Wochen nach einer Ausnahmesituation erfahrungsgemäß niemand allein durchhält.

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Urlaub mitten in einer laufenden Kur

Die Frage erreicht uns aus der Beratung am häufigsten. Es gibt drei Möglichkeiten, und welche passt, hängt vom Zeitpunkt ab.

Verschieben. Die sauberste Lösung, wenn der Start noch bevorsteht. Zwei Wochen später anzufangen kostet nichts, mitten in der Diätphase zu verreisen dagegen schon.

Pausieren. Sinnvoll, wenn die Kur bereits läuft und der Urlaub eine Form hat, in der die Umsetzung nicht realistisch ist. Eine Pause ist kein Abbruch — vorausgesetzt, der Wiedereinstieg ist verabredet, bevor der Koffer gepackt wird.

Durchziehen. Realistisch bei Ferienwohnung mit Küche, bei kurzen Reisen und bei Urlaubsformen mit eigener Verpflegung. Weniger realistisch bei zwei Wochen All-inclusive.

Der Urlaub ist selten das Problem. Die Rückkehr ist es.

Bei der Stoffwechselkur wird der Bedarf individuell berechnet statt pauschal angesetzt, die Mahlzeiten sind eiweißbetont und gemüsereich, und auf die Diätphase folgt eine feste Stabilisierungsphase — genau der Abschnitt, an dem es nach Ausnahmesituationen scheitert. Die Ernährungsberatung ist enthalten, und die tägliche persönliche Begleitung per WhatsApp durch Magdalena Mathiessen und ihr Team läuft im Urlaub weiter. Ob pausieren, verschieben oder durchziehen, entscheidest du damit nicht allein am Buffet.

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Häufige Fragen

Wie viel nimmt man im Urlaub durchschnittlich zu?

In der einzigen prospektiven Studie speziell zu Urlaub nahmen 122 Erwachsene über ein bis drei Wochen im Mittel 0,32 Kilogramm zu. Sechs Wochen später lag die Zunahme bei 0,41 Kilogramm. Die individuelle Streuung ist sehr groß, Mittelwerte sagen wenig über den Einzelfall.

Ich habe im zweiwöchigen Urlaub 5 Kilo zugenommen — ist das möglich?

Auf der Waage ja, als Fett praktisch nicht. Für fünf Kilogramm Körperfett in vierzehn Tagen wäre ein Energieüberschuss nötig, den kaum jemand erreicht. Der größte Teil solcher Sprünge geht auf Wasser, Glykogen, Salz und Darminhalt zurück. Ein kleinerer Teil ist echt.

Wie lange dauert es, bis das Urlaubsgewicht wieder weg ist?

Dafür gibt es keinen belastbaren Zeitraum, und jede konkrete Angabe wäre erfunden. Der Wasseranteil verschwindet meist binnen weniger Tage von selbst, sobald Essen, Trinken und Bewegung wieder im Alltagsrhythmus laufen. Der echte Anteil ging in den Studien nicht von allein zurück.

Kann man im Urlaub abnehmen?

Möglich ist es, typisch ist es nicht. Die Messdaten zeigen im Mittel eine leichte Zunahme, und ein narrativer Review findet sie über Festzeiträume auch bei Menschen, die aktiv abnehmen wollten. Wer im Urlaub abnehmen will, arbeitet gegen den Trend. Halten ist das realistischere Ziel.

Wie nimmt man im Urlaub nicht zu — was hilft am meisten?

Ein systematischer Review von 2025 fand für Maßnahmen gegen die Zunahme in Ferienzeiten keinen signifikanten Effekt, bei sehr niedriger Evidenzsicherheit. Am besten belegt ist, die Selbstbeobachtung nicht ganz abzuschalten. Danach kommt die Zahl der Essanlässe.

Wie schafft man es beim All-inclusive-Buffet?

Nicht der Verzicht entscheidet, sondern die Vielfalt: Je mehr verschiedene energiedichte Dinge auf einem Teller landen, desto später setzt die sensorische Sättigung ein. Die konkrete Taktik am Buffet steht in unserem eigenen Leitfaden dazu.

Wie viel macht Alkohol im Urlaub aus?

In einer Meta-Analyse aus 22 Studien erhöhte Alkohol die Energieaufnahme aus dem Essen um rund 82 Kilokalorien und die Gesamtenergieaufnahme um rund 256 Kilokalorien. Keine der Studien fand, dass unter Alkohol weniger gegessen wurde. Im Urlaub zählt die Häufigkeit über zwei Wochen, nicht der einzelne Abend.

Soll ich mich im Urlaub wiegen?

Für viele ja. In einer randomisierten Studie mit 111 Erwachsenen verhinderte tägliches Wiegen mit grafischer Rückmeldung die Zunahme weitgehend. Bei gestörtem Essverhalten oder starker Fixierung auf die Zahl kann es dagegen belasten. Dann hilft Beobachtung ohne Waage.

Kann ich eine laufende Stoffwechselkur für den Urlaub unterbrechen?

Das hängt vom Zeitpunkt in der Kur, von der Urlaubsart und vom eigenen Alltag ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Genau dafür gibt es die persönliche Begleitung: Die tägliche Betreuung per WhatsApp läuft im Urlaub weiter.

Weiterlesen

Quellen

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  • Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Anhang (Unionsliste zugelassener gesundheitsbezogener Angaben), konsolidierte Fassung 02012R0432-20210517
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, konsolidierte Fassung 02006R1924-20141213, insbesondere Art. 4 Abs. 3 und Art. 12 lit. b
  • S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas", AWMF-Registernummer 050-001, Langfassung Oktober 2024

Dieser Artikel fasst die verfügbare Studienlage zu Gewichtsveränderungen in Urlaubs- und Festzeiträumen zusammen. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sowie bei Hinweisen auf ein gestörtes Essverhalten besprich Ernährungsumstellungen bitte vorher ärztlich.