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Jo-Jo-Effekt: die Ursachen und was ihn nachweislich verhindert

Warum der Appetit nach einer Diät stärker wiegt als der Stoffwechsel, welche zwei verbreiteten Aussagen dazu falsch sind und was in Erhaltungsstudien tatsächlich funktioniert hat.

Der Jo-Jo-Effekt ist die Wiederzunahme nach einer Diät. Sie ist häufig, aber nicht unvermeidlich: In der größten Meta-Analyse dazu hielten Teilnehmende fünf Jahre nach einem strukturierten Programm im Mittel noch mehrere Kilogramm. Der entscheidende Treiber der Wiederzunahme ist nicht ein „kaputter Stoffwechsel", sondern der dauerhaft erhöhte Appetit nach einer Gewichtsabnahme – er wiegt rechnerisch drei- bis fünfmal schwerer als die Absenkung des Energieverbrauchs.

Dieser Artikel trennt, was in Studien tatsächlich gemessen wurde, von dem, was seit Jahrzehnten weitergereicht wird – einschließlich zweier sehr verbreiteter Aussagen, die schlicht falsch sind.

Kaum ein Begriff wird beim Abnehmen so oft und so ungenau verwendet. Meistens steht dahinter eine Geschichte: Der Körper habe „auf Sparflamme geschaltet", der Stoffwechsel sei „ruiniert", und deshalb sei die Zunahme unausweichlich. Diese Geschichte ist gut erzählt, aber sie hält der Datenlage nicht stand – und sie entmutigt Menschen, denen etwas anderes helfen würde.

Personenwaage auf hellen Holzdielen neben einem Maßband

Wie häufig ist der Jo-Jo-Effekt wirklich?

Im Mittel wird nach zwei Jahren mehr als die Hälfte und nach fünf Jahren mehr als 80 Prozent des verlorenen Gewichts wieder zugenommen. Das ist ein Durchschnitt über sehr unterschiedliche Verläufe – nicht ein Schicksal, das jede Einzelne trifft.

Evidenz A

Die Referenzarbeit dazu ist eine Meta-Analyse von James Anderson aus 29 Studien mit 4298 Teilnehmenden und mindestens zwei Jahren Nachbeobachtung. Vier bis fünf Jahre nach dem Programm sah das Bild so aus:

Gehaltener Gewichtsverlust nach vier bis fünf Jahren. Anderson et al., American Journal of Clinical Nutrition 2001.
Programmtyp Gehalten Anteil des ursprünglichen Verlusts
Sehr niedrigkalorische Programme 7,1 kg 29 Prozent
Konventionell kalorienreduziert 2,0 kg 17 Prozent
Die 95-Prozent-Legende „95 Prozent aller Menschen nehmen nach einer Diät wieder zu" – dieser Satz steht in unzähligen Artikeln. Für ihn existiert keine überprüfbare Quelle. Anderson nennt genau diese Vorstellung in der Einleitung seiner Arbeit als verbreitete Annahme und widerlegt sie mit den eigenen Daten. Richtig ist: Im Mittel kommt der Großteil zurück. Nicht alles, und nicht bei allen.

Wie viele es dauerhaft schaffen, hängt stark davon ab, wie man die Frage stellt. In einer Auswertung der US-amerikanischen Gesundheitserhebung NHANES mit 14.306 Personen hatten 17,3 Prozent mindestens zehn Prozent ihres Gewichts verloren und über ein Jahr gehalten; 36,6 Prozent hatten mindestens fünf Prozent gehalten. Das sind Selbstauskünfte aus einer Querschnittserhebung, also mit Vorsicht zu lesen – aber sie liegen sehr weit von „95 Prozent scheitern" entfernt.

Ursache 1: Der Appetit bleibt erhöht

Nach einer Gewichtsabnahme verändern sich die Hormone, die Hunger und Sättigung steuern – und diese Veränderung bleibt bestehen. In einer vielzitierten Untersuchung waren die entsprechenden Werte und das subjektive Hungergefühl noch ein Jahr nach der Abnahme signifikant vom Ausgangswert verschieden.

Evidenz B Methodisch sorgfältige Studie mit 50 Teilnehmenden, aber ohne gewichtsstabile Kontrollgruppe.

Die Arbeitsgruppe um Priya Sumithran begleitete fünfzig übergewichtige Personen durch eine zehnwöchige stark kalorienreduzierte Phase und maß Hormone und Hungergefühl vor der Diät, direkt danach und 62 Wochen später. Der mittlere Gewichtsverlust betrug 13,5 Kilogramm.

Direkt nach der Diät waren die sättigenden Signale – unter anderem Leptin, Peptid YY und Cholecystokinin – gesunken, das appetitanregende Ghrelin war gestiegen, und der subjektive Appetit war deutlich erhöht. Entscheidend ist der zweite Messzeitpunkt: Ein Jahr später wichen alle diese Werte weiterhin signifikant vom Ausgangswert ab, und das Hungergefühl lag immer noch darüber.

Wie groß dieser Faktor im Verhältnis zu allem anderen ist, hat der Physiologe Kevin Hall vorgerechnet. Seine Größenordnungen:

Die entscheidende Rechnung

  • Pro verlorenem Kilogramm sinkt der Energieverbrauch um etwa 20 bis 30 Kilokalorien pro Tag.
  • Pro verlorenem Kilogramm steigt der Appetit um etwa 100 Kilokalorien pro Tag.
  • Der Appetit wiegt damit rund drei- bis fünfmal schwerer als der Verbrauch.

Halls Schlussfolgerung: Der allmähliche Anstieg der Kalorienaufnahme aus ihrem anfänglich reduzierten Niveau ist der wichtigste Grund, warum die Abnahme im ersten Jahr zum Stillstand kommt. Der Effekt läuft dabei weitgehend unterhalb der bewussten Wahrnehmung – tägliche Schwankungen der Essensmenge von 20 bis 30 Prozent überdecken eine langsame Aufwärtsdrift zuverlässig.

Das ist die wichtigste Botschaft dieses Artikels, und sie ist eine gute Nachricht: Der Punkt, an dem sich etwas ändern lässt, liegt auf der Seite des Essens – und nicht in einem beschädigten Stoffwechsel, gegen den man nichts tun kann.

Welche Ursachen darüber hinaus für eine Gewichtszunahme belegt sind, haben wir unter Gewichtszunahme: Ursachen erkennen zusammengetragen; wie stark die einzelnen Faktoren wiegen, ordnet der Beitrag zu den Ursachen von Adipositas ein.

Ursache 2: Der Energieverbrauch sinkt

Nach einer Gewichtsabnahme liegt der Ruheumsatz etwas niedriger, als die neue Körperzusammensetzung erwarten lässt. In einer Meta-Analyse mit Individualdaten von 124 ehemals adipösen Personen betrug dieser zusätzliche Effekt 2,9 Prozent und war statistisch nicht signifikant; die Autoren schlossen auf drei bis fünf Prozent.

Evidenz A

Die Anpassung existiert also, und sie ist deutlich kleiner als ihr Ruf. Interessant ist die Verteilung: Ein deutlich erniedrigter Ruheumsatz fand sich bei 15,3 Prozent der ehemals Adipösen gegenüber 3,3 Prozent der Kontrollpersonen. Es gibt sie also, die Menschen, bei denen die Anpassung stärker ausfällt – sie sind aber die Minderheit.

In sorgfältigen Stoffwechselstationsstudien von Rudolph Leibel sank der Gesamtenergieverbrauch bei einem Gewicht zehn Prozent unter dem Ausgangswert um sechs bis acht Kilokalorien je Kilogramm fettfreier Masse und Tag.

Warum die „Biggest Loser"-Zahlen nicht hierhergehören

Fast jeder Artikel zum Jo-Jo-Effekt zitiert die Nachuntersuchung der amerikanischen Fernsehshow: rund 500 Kilokalorien pro Tag unter dem erwarteten Wert, sechs Jahre nach der Show. Zwei Dinge dazu.

Erstens die Herkunft der Zahl: vierzehn Personen mit schwerer Adipositas, dreißig Wochen extremer Kalorienrestriktion mit mehrstündigem Training täglich. Das ist keine Diät, das ist ein Ausnahmezustand.

Zweitens, und das wird praktisch nie erwähnt: In derselben Studie hing die Stoffwechselanpassung am Ende des Wettbewerbs überhaupt nicht mit der späteren Wiederzunahme zusammen. Damit entfällt zugleich die Geschäftsgrundlage von Reverse Dieting, das genau dieses Problem behandeln will. Nach sechs Jahren zeigte sich sogar das Gegenteil des Erwarteten – wer mehr Gewicht gehalten hatte, hatte die stärkere Verlangsamung. Die Anpassung ist also eher eine Folge des gehaltenen Defizits als die Ursache des Scheiterns.

Wer die einzelnen Größen des Energieverbrauchs nachlesen will, findet sie unter Stoffwechsel ankurbeln, und welche Lebensmittel beim Fettabbau tatsächlich etwas bewegen, steht unter fettverbrennende Lebensmittel und Grundumsatz und Gesamtumsatz.

Ursache 3: Verlorene Muskulatur

Bei jeder Kalorienrestriktion geht auch fettfreie Masse verloren. Wie viel, hängt stark davon ab, ob Bewegung dazukommt: In einer Auswertung von 52 Studien verloren 81 Prozent der Gruppen mit reiner Kalorienrestriktion mindestens 15 Prozent des Gewichts als fettfreie Masse – gegenüber 39 Prozent der Gruppen, die zusätzlich Sport machten.

Evidenz B

Warum das für den Jo-Jo-Effekt zählt: Muskulatur ist stoffwechselaktives Gewebe. Wer sie verliert und Fett zurückgewinnt, kommt zwar auf dasselbe Gewicht, aber mit einer ungünstigeren Zusammensetzung – und startet den nächsten Versuch mit schlechteren Voraussetzungen.

In einer niederländischen Studie mit 57 Teilnehmenden hing der prozentuale Verlust an fettfreier Masse mit der späteren Wiederzunahme zusammen. Das ist eine Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung – aber es passt zu allem anderen.

Ehrlich bleiben Es gibt eine populäre Hypothese, wonach der Verlust an Muskulatur über anhaltenden Hunger einen Fettüberschuss nach der Diät auslöst. Sie stützt sich vor allem auf die Neuauswertung eines Hungerexperiments aus den 1940er-Jahren mit zwölf normalgewichtigen Männern. Biologisch plausibel ist sie – bewiesen ist sie nicht. In der Nachuntersuchung der Fernsehshow bestand die Wiederzunahme zu rund 80 Prozent aus Fett, genau wie die vorherige Abnahme, ein Überschuss zeigte sich dort nicht.
Frau bereitet in einer hellen Küche Gemüse und Hähnchen für mehrere Vorratsdosen vor

Ähnlich verhält es sich mit dem geplanten Schummeltag: Was ein Cheat Day tatsächlich bewirkt und warum der oft genannte Leptin-Mechanismus nicht trägt, steht in einem eigenen Beitrag.

Zwei verbreitete Aussagen, die nicht stimmen

„Langsam abnehmen schützt vor dem Jo-Jo-Effekt"

Evidenz A gegen die Behauptung.

Diese Aussage steht sogar in Ernährungsempfehlungen. Sie wurde direkt getestet – und hat den Test nicht bestanden.

In einer australischen randomisierten Studie mit 200 Teilnehmenden wurde die eine Gruppe über 36 Wochen langsam auf 15 Prozent Gewichtsverlust geführt, die andere über 12 Wochen schnell. Danach folgten 144 Wochen Erhaltungsphase. Die Wiederzunahme lag in der Auswertung nach Behandlungsabsicht bei 76,3 Prozent in beiden Gruppen. Die Autoren schreiben ausdrücklich, ihre Ergebnisse stünden nicht im Einklang mit den geltenden Ernährungsempfehlungen, die langsames Abnehmen bevorzugen.

Bemerkenswert war ein anderer Unterschied: In der Abnahmephase erreichten 81 Prozent der schnellen Gruppe das Ziel, aber nur 50 Prozent der langsamen. Wer sechs Monate lang leicht restringiert, steigt häufiger aus.

Auch in der Meta-Analyse von Anderson hielten die Teilnehmenden sehr niedrigkalorischer Programme nach vier bis fünf Jahren mehr Gewicht als die konventionell reduzierten.

Was der eigentliche Risikofaktor ist, zeigt die niederländische Studie: Bei der sehr schnellen Variante bestand ein deutlich größerer Anteil des Verlusts aus fettfreier Masse – 8,8 gegenüber 1,3 Prozent. Nicht das Tempo ist das Problem, sondern was dabei verloren geht. Die Konsequenz heißt also ausreichend Eiweiß und Krafttraining, nicht langsamer abnehmen.

„Wiederholtes Ab- und Zunehmen schadet dem Körper"

Evidenz A gegen die Behauptung.

Ein systematischer Review aus 20 Humanstudien und sieben Tierstudien kommt zu dem Schluss, dass Belege für eine schädliche Wirkung des Gewichtszyklierens spärlich sind, wenn es sie überhaupt gibt. Ein früherer Konsensbericht einer amerikanischen Expertengruppe formulierte, die Mehrzahl der Studien stütze keinen ungünstigen Effekt auf den Stoffwechsel – und Menschen mit Adipositas sollten sich durch die Sorge vor dem Jo-Jo-Effekt nicht von Abnehmversuchen abhalten lassen.

In einer prospektiven Untersuchung mit 153 Personen über 30 Monate unterschieden sich Frauen, die deutlich abgenommen und wieder zugenommen hatten, in keinem kardiovaskulären Risikofaktor von durchgehend gewichtsstabilen Frauen. Die Risikofaktoren hingen vom Nettogewichtsverlust ab, nicht vom Weg dorthin.

Es gibt Beobachtungsstudien, die Zusammenhänge zwischen Gewichtszyklieren und späteren Erkrankungen zeigen. Sie unterscheiden aber meist nicht zwischen gewollter Abnahme und krankheitsbedingtem Gewichtsverlust – und in einer Meta-Analyse zum Diabetesrisiko war der Zusammenhang ausgerechnet bei Menschen mit Adipositas nicht nachweisbar, also in der Gruppe, um die es beim Abnehmen geht.

Ganz praktisch heißt das: Die Angst vor dem Jo-Jo-Effekt ist kein Grund, es nicht zu versuchen. Sie ist ein Grund, den Teil nach der Diät ernst zu nehmen.

Was in Studien tatsächlich hält

Eiweiß und niedriger glykämischer Index in der Erhaltungsphase

Evidenz A

Die europäische DiOGenes-Studie ist die größte Untersuchung dazu. 773 Personen, die zuvor im Mittel elf Kilogramm abgenommen hatten, wurden auf fünf verschiedene Erhaltungsdiäten randomisiert, die alle nach Belieben gegessen werden durften. Über 26 Wochen:

Wiederzunahme in der Erhaltungsphase. Larsen et al., New England Journal of Medicine 2010.
Faktor Unterschied in der Wiederzunahme
Hoher statt niedriger Eiweißanteil 0,93 kg weniger
Niedriger statt hoher glykämischer Index 0,95 kg weniger
Ungünstigste Kombination (wenig Eiweiß, hoher GI) 1,67 kg Zunahme

Nur die ungünstigste Kombination führte überhaupt zu einer signifikanten Wiederzunahme. Aufschlussreich ist auch die Abbruchquote: 37,4 Prozent in dieser Gruppe gegenüber rund 26 Prozent in den eiweißreichen beziehungsweise GI-armen Gruppen. Eiweiß hilft also nicht nur physiologisch, sondern auch dabei, überhaupt dabeizubleiben.

Ehrlich eingeordnet: rund ein Kilogramm über 26 Wochen ist ein kleiner Effekt. Er ist aber sauber gemessen und geht in dieselbe Richtung wie alles andere.

Regelmäßiges Wiegen – aber nicht allein

Evidenz A

In einer randomisierten Studie mit 314 Personen, die zuvor durchschnittlich 19,3 Kilogramm verloren hatten, nahmen die Teilnehmenden eines Programms mit täglichem Selbstwiegen und persönlicher Betreuung über 18 Monate 2,5 Kilogramm zu, die Kontrollgruppe 4,9 Kilogramm. Der Anteil derjenigen, die mehr als 2,3 Kilogramm zunahmen, lag bei 45,7 gegenüber 72,4 Prozent.

Eine Meta-Analyse liefert dazu die wichtige Einschränkung: Selbstwiegen allein zeigte keinen nachweisbaren Effekt. Als Bestandteil eines Programms mit mehreren Komponenten dagegen schon. Und ob täglich oder wöchentlich gewogen wird, machte keinen Unterschied. Programme mit einer Form von Verbindlichkeit gegenüber einer anderen Person waren signifikant wirksamer.

Das deckt sich mit dem, was wir in der Begleitung sehen: Die Zahl auf der Waage hilft nicht, weil sie eine Zahl ist. Sie hilft, weil sie eine Rückmeldung erzeugt, bevor aus zwei Kilogramm acht werden.

Was erfolgreiche Gewichtserhalter gemeinsam haben

Evidenz C für kausale Schlüsse.

Das amerikanische National Weight Control Registry sammelt seit den 1990er-Jahren Daten von Menschen, die mindestens 13,6 Kilogramm abgenommen und über ein Jahr gehalten haben. Der Durchschnitt der Teilnehmenden hat rund 30 Kilogramm verloren und über fünf Jahre gehalten.

Gemeinsame Merkmale: viel körperliche Aktivität, im Schnitt etwa eine Stunde täglich; regelmäßige Selbstkontrolle des Gewichts; ein konsistentes Essmuster an Werktagen und am Wochenende; regelmäßiges Frühstück. Und: Nach zwei bis fünf Jahren erfolgreichen Haltens steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass es dauerhaft gelingt.

Wichtig zur Einordnung: Das ist ein selbst gewähltes Register bereits erfolgreicher Menschen mit Selbstauskünften. Man kann daraus keine Erfolgsquote und keine Ursache-Wirkung-Beziehung ableiten – nur, wie sich Menschen verhalten, denen es gelungen ist. Bemerkenswert ist trotzdem eine Zahl aus der ersten großen Auswertung: 42 Prozent empfanden das Halten als leichter als das Abnehmen.

Warum eine Stabilisierungsphase existiert

Alles bisher Gesagte läuft auf denselben Punkt zu: Der kritische Moment ist nicht das Ende der Diät, sondern die Zeit danach. Genau dafür gibt es in einer Stoffwechselkur eine eigene Phase.

In der Stabilisierungsphase wird die Energiezufuhr schrittweise erhöht, Kohlenhydrate kommen kontrolliert zurück, und es wird beobachtet, wie der Körper darauf reagiert. Der Sinn dahinter ist nicht Vorsicht um der Vorsicht willen, sondern die Umsetzung von zwei Befunden: Der Ruheumsatz liegt nach der Reduktionsphase niedriger als vorher, und der Appetit liegt höher. Wer direkt zum alten Essverhalten zurückkehrt, trifft auf beides gleichzeitig.

Wie das konkret abläuft, welche Lebensmittel wann zurückkommen und woran du merkst, dass du zu schnell warst, steht ausführlich auf der Seite zur Stabilisierungsphase. Passende Gerichte für diese Wochen findest du unter Rezepte für die Stabilisierungsphase.

Was in den Monaten danach konkret zu tun ist – vom Zielkorridor über die Wiegeroutine bis zur Frage, ab wann es leichter wird – haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengestellt: Gewicht halten nach der Diät.

Die Wochen nach der Diätphase entscheiden über das Ergebnis. Unser Stabilisierungspaket ist genau für diese Zeit zusammengestellt – inklusive der Begleitung, in der wir gemeinsam draufschauen, wenn das Gewicht anfängt zu wandern.

Stabilisierungspaket ansehen

Der Jo-Jo-Effekt entsteht nicht in der Diät, sondern danach. Genau deshalb ist die Stabilisierungsphase bei uns kein Anhang, sondern fester Bestandteil der Stoffwechselkur: Die Kalorienmenge wird schrittweise erhöht, die Eiweißmenge bleibt hoch, damit die Muskulatur erhalten bleibt – und du bist in dieser Zeit nicht allein, sondern täglich per WhatsApp begleitet. Wer diese Wochen strukturiert durchläuft, geht nicht ohne Plan aus der Diät heraus.

Zur Stoffwechselkur

Die Checkliste für danach

Was nach der Datenlage tatsächlich zählt

  • Eiweiß beibehalten. Nicht nur während der Diät, sondern gerade danach. Es ist der einzige Faktor, für den ein Vorteil beim Halten in einer großen randomisierten Studie belegt ist.
  • Krafttraining aufnehmen oder beibehalten. Der Nutzen liegt im Erhalt der fettfreien Masse. Dass Krafttraining die Wiederzunahme direkt verhindert, ist dagegen nicht belegt – auch das gehört zur ehrlichen Darstellung.
  • Einmal pro Woche wiegen, unter gleichen Bedingungen. Nicht als Kontrolle, sondern als Frühwarnung.
  • Eine feste Obergrenze festlegen. Zwei bis drei Kilogramm über dem Zielgewicht – wird sie überschritten, wird gegengesteuert, bevor es fünf sind.
  • Alltagsbewegung hoch halten. Der größte und am wenigsten beachtete Anteil des Tagesverbrauchs.
  • Jemanden haben, dem du berichtest. In der Meta-Analyse waren Programme mit Verbindlichkeit signifikant wirksamer als solche ohne.

Aus der Beratungspraxis

  • Die Wiederzunahme beginnt fast nie mit einer Entscheidung. Sie beginnt damit, dass die Portionen wieder wachsen, ohne dass es jemandem auffällt – genau der Mechanismus, den Kevin Hall beschreibt.
  • Wer sich nach der Diätphase nicht mehr wiegt, meldet sich im Schnitt erst wieder, wenn sechs bis acht Kilogramm zurück sind. Wer wöchentlich wiegt, meldet sich bei zwei.
  • Die häufigste Frage in dieser Phase ist: „Darf ich das jetzt wieder essen?" Die Antwort ist fast immer ja – die eigentliche Frage ist, in welcher Menge und wie oft.

Häufige Fragen

Was ist der Jo-Jo-Effekt genau?

Die Wiederzunahme des Gewichts nach einer Diät, häufig bis über den Ausgangswert hinaus. Verursacht wird sie vor allem durch einen nach der Abnahme dauerhaft erhöhten Appetit und in geringerem Maße durch einen abgesenkten Energieverbrauch.

Vermeiden lässt sich das eher durch Struktur als durch Vorsätze. Welche Fehler auf dem Weg dorthin belegt sind — und welche nur oft wiederholt werden —, steht unter Fehler beim Abnehmen.

Wie schnell nimmt man nach einer Diät wieder zu?

Im Mittel ist nach zwei Jahren mehr als die Hälfte des verlorenen Gewichts zurück, nach fünf Jahren mehr als 80 Prozent. Der Verlauf unterscheidet sich zwischen Menschen erheblich, und ein Teil hält das Ergebnis dauerhaft.

Ist mein Stoffwechsel nach mehreren Diäten kaputt?

Nach der Datenlage nicht. Die messbare Absenkung des Ruheumsatzes über die Körperzusammensetzung hinaus liegt bei etwa drei bis fünf Prozent, und ein systematischer Review fand keine belastbaren Belege dafür, dass wiederholtes Ab- und Zunehmen dem Stoffwechsel schadet oder das spätere Abnehmen erschwert.

Hilft langsames Abnehmen gegen den Jo-Jo-Effekt?

Nein. In einer randomisierten Studie über 144 Wochen Erhaltungsphase war die Wiederzunahme bei langsamer und schneller Abnahme praktisch identisch. Entscheidend ist nicht das Tempo, sondern wie viel fettfreie Masse dabei verloren geht.

Was hilft am besten gegen den Jo-Jo-Effekt?

Nach der besten verfügbaren Evidenz: ein hoher Eiweißanteil und Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index in der Zeit nach der Diät, regelmäßiges Selbstwiegen als Teil eines Gesamtprogramms, viel Alltagsbewegung und eine Form von Verbindlichkeit gegenüber einer anderen Person.

Wie lange dauert es, bis sich das Gewicht stabilisiert?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Aus den Daten des amerikanischen Registers lässt sich ableiten, dass die Wahrscheinlichkeit für dauerhaften Erfolg nach zwei bis fünf Jahren erfolgreichen Haltens deutlich steigt. Die kritischste Zeit sind die ersten Monate nach der Reduktionsphase.

Muss ich nach der Kur für immer Diät halten?

Nein. Nach Kevin Halls Schätzung isst jemand, der das Gewicht hält, gegenüber jemandem mit Wiederzunahme oft nur etwa 100 Kilokalorien pro Tag weniger. Der Unterschied liegt weniger in der Strenge als in der Regelmäßigkeit – und in der Rückmeldung, die verhindert, dass eine Abweichung monatelang unbemerkt bleibt.

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei bestehenden Erkrankungen, Essstörungen in der Vorgeschichte, in der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprich vor einer Ernährungsumstellung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.