Die 10 Grundregeln der peganen Ernährung - VitalBodyPLUS.de

Pegane Ernährung: was hinter Pegan steckt – und was die Studien sagen

Inulin: Wirkung, Nebenwirkungen und die richtige Menge Du liest Pegane Ernährung: was hinter Pegan steckt – und was die Studien sagen 16 Minuten Weiter Die Wechseljahre: So klappt es mit dem Abnehmen

Pegan ist ein Kunstwort aus Paleo und vegan. Der US-amerikanische Arzt Mark Hyman hat es 2014 in einem Blogbeitrag geprägt – mit dem Satz „Da ich es gerade erfunden habe, liegt es wohl an mir, es zu definieren." Die Kostform setzt auf viel Gemüse, wenig Zucker und unverarbeitete Lebensmittel; sie begrenzt gleichzeitig Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Eine einzige Studie zur peganen Ernährung existiert bis heute nicht.

Kaum eine Ernährungsform wird so oft nacherzählt und so selten überprüft. Dieser Beitrag geht deshalb an die Originalquellen – und danach Regel für Regel durch die Studienlage.

Teller mit überwiegend Gemüse, einem kleinen Stück Lachs und Walnüssen

Was pegan bedeutet

Pegan setzt sich aus Paleo und vegan zusammen. Der Begriff stammt aus einem Blogbeitrag von Mark Hyman vom 8. November 2014 mit dem Titel „Why I am a Pegan – or Paleo-Vegan – and Why You Should Be Too!". Darin steht der Satz, der die wissenschaftliche Einordnung gleich mitliefert: „Well since I just made it up, I guess it's up to me to define." – Da ich es gerade erfunden habe, liegt es wohl an mir, es zu definieren.

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache mit Folgen: „Pegan" ist keine wissenschaftliche Kategorie, sondern die persönliche Definition eines einzelnen Autors.

Mark Hyman ist Arzt – Facharztweiterbildung in Allgemeinmedizin, später Mitgründer und ärztlicher Leiter des Center for Functional Medicine der Cleveland Clinic, aus dem er sich 2023 zurückzog. Er ist kein Ernährungswissenschaftler und hat zum Pegan-Konzept keine begutachtete Studie veröffentlicht. Auch das gehört zur Einordnung und fehlt in fast allen deutschsprachigen Darstellungen.

Zwei Bücher haben das Konzept verbreitet: Food: What the Heck Should I Eat? (2018) und The Pegan Diet (2021). Wichtig für die Recherche: Der Untertitel des zweiten Buchs lautet „21 Practical Principles". Die im deutschen Netz kursierenden „13 Prinzipien" stammen aus einem Zeitschriftenbeitrag von 2018 und heißen dort „13 Pillars". Beides wird regelmäßig vermischt.

Die Regeln im Original

Hier sind die 13 Säulen so, wie Hyman sie 2018 selbst formuliert hat – mit den Mengenangaben, die er nennt:

Die 13 Säulen der peganen Ernährung nach Mark Hyman (2018)
# Regel Mengenangabe
1 Zucker, Mehl und raffinierte Kohlenhydrate meiden
2 Überwiegend pflanzlich essen; mehr als die Hälfte des Tellers Gemüse Stärkehaltiges Gemüse max. ½ Tasse/Tag
3 Obst sparsam, bevorzugt niedrig-glykämisch
4 Pestizide, Antibiotika, Hormone und Gentechnik meiden
5 Auf Fettqualität achten: Omega-3, Nüsse, Samen, Olivenöl, Avocado
6 Die meisten Pflanzen-, Nuss- und Samenöle meiden
7 Milchprodukte meiden oder begrenzen, Ziege und Schaf bevorzugt
8 Fleisch und Tierprodukte als Beilage denken höchstens 113–170 g pro Mahlzeit
9 Nachhaltig gefangener, quecksilberarmer Fisch
10 Gluten meiden
11 Glutenfreies Vollkorn sparsam ca. ½ Tasse pro Mahlzeit
12 Hülsenfrüchte nur gelegentlich bis 1 Tasse pro Tag
13 Testen und individuell anpassen

Die Widersprüche in Hymans eigenen Angaben

Wer die drei Originalquellen nebeneinanderlegt, findet Angaben, die nicht zusammenpassen. Das ist bisher in keinem deutschsprachigen Ratgeber dokumentiert.

Dieselbe Regel, drei verschiedene Angaben
Punkt Blog 2014 13 Säulen 2018 Buch 2021
Gemüse- und Obstanteil 75 % des Tellers (Gemüse und Obst) mehr als die Hälfte des Tellers Gemüse 75-%-Regel, aber nur nicht stärkehaltiges Gemüse
Fleischmenge „Beilage", ohne Gramm 113–170 g pro Mahlzeit 113 g zweimal täglich
Getreide ½ Tasse pro Mahlzeit ½ Tasse pro Mahlzeit ½ bis 1 Tasse pro Tag

Die Fleischangabe aus dem Buch ist der interessanteste Punkt. Zweimal 113 g täglich ergibt rund 1.580 g Fleisch pro Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens 300 g Fleisch und Wurst pro Woche. Eine Kostform, deren Leitsatz „Fleisch nur als Beilage" lautet, landet damit rechnerisch beim Fünffachen der deutschen Empfehlung.

Pegan, Paleo, vegan: der Vergleich

Was in den drei Kostformen erlaubt ist
Lebensmittelgruppe Paleo Vegan Pegan
Gemüse Basis Basis Basis, 75 % des Tellers
Obst ja ja sparsam
Fleisch und Geflügel ja nein ja, begrenzt
Fisch ja nein ja, quecksilberarm
Eier ja nein ja
Milchprodukte nein nein meiden oder begrenzen
Getreide nein ja stark begrenzt, glutenfrei
Hülsenfrüchte nein zentrale Proteinquelle begrenzt
Zucker und Weißmehl nein nicht ausgeschlossen nein
Raps-, Sonnenblumen-, Sojaöl meist gemieden erlaubt gemieden
Bio und Weidehaltung oft empfohlen nicht Bestandteil ausdrücklich gefordert

Aus der Tabelle folgt der wichtigste strukturelle Befund: Pegan ist keine Schnittmenge, sondern eine Vereinigung der Verbote. Es übernimmt von Paleo den Verzicht auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milch und begrenzt zusätzlich die Tierprodukte. In Bezug auf die Lebensmittelvielfalt ist es damit restriktiver als beide Ausgangskonzepte.

Die größte Überschneidung aller drei ist zugleich der Teil mit der besten Evidenz: viel Gemüse, wenig Zucker, wenig hochverarbeitete Produkte. Nur ist dieser Kern eben nicht pegan-spezifisch.

Rote Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen und Beluga-Linsen in kleinen Schalen

Was die Studienlage zu den einzelnen Regeln sagt

Hülsenfrüchte begrenzen – der klarste Widerspruch

Hyman begründet die Begrenzung mit Lektinen und Phytaten. Die Datenlage geht in die entgegengesetzte Richtung. Eine Meta-Analyse über 32 Kohorten mit 1,14 Millionen Personen fand pro 50 g Hülsenfrüchte am Tag eine um 6 Prozent niedrigere Gesamtsterblichkeit. Eine zweite Auswertung ergab für koronare Herzkrankheit ein relatives Risiko von 0,90, mit einem Optimum bei rund 400 g pro Woche.

Zum Lektin-Argument: Lektine werden beim Kochen weitgehend zerstört. Rohe Bohnen sind tatsächlich problematisch – gegarte sind es nicht.

Evidenz A · Diese Regel ist der Punkt, an dem die pegane Ernährung am deutlichsten gegen die Evidenz steht.

Gluten meiden ohne Zöliakie

Die größte Untersuchung dazu verfolgte 110.017 Personen über 26 Jahre und fand keinen Zusammenhang zwischen Glutenzufuhr und koronarer Herzkrankheit. Die Autoren schließen wörtlich, die Förderung glutenfreier Ernährung bei Menschen ohne Zöliakie solle nicht unterstützt werden.

Zöliakie betrifft rund 1 Prozent der Bevölkerung; eine Glutenunverträglichkeit ohne Zöliakie berichten in Erhebungen etwa 10 Prozent von sich selbst. In einer kontrollierten Untersuchung reagierten davon jedoch nur rund 8 Prozent tatsächlich spezifisch auf Gluten. Wer Gluten ohne Diagnose meidet, verliert oft Vollkornprodukte und damit Ballaststoffe – bei ohnehin niedriger Zufuhr in Deutschland. Was an der Weizenkritik dran ist und was nicht, haben wir in einem eigenen Beitrag zur Frage ob Weizenmehl ungesund ist aufgearbeitet.

Milchprodukte meiden

Eine Auswertung über 938.465 Personen fand für Milchprodukte insgesamt ein neutrales Bild – weder ein klarer Vorteil noch ein klarer Nachteil für die Sterblichkeit. Die DGE hält an zwei Portionen Milchprodukten pro Tag fest. Relevanter als die Frage nach Schaden oder Nutzen ist die Versorgungsfrage: In der EPIC-Oxford-Kohorte lag das Hüftfrakturrisiko bei Veganerinnen und Veganern bei einer Hazard Ratio von 2,31 – ein Hinweis darauf, dass die Calciumversorgung ohne Milchprodukte aktiv geplant werden muss.

Der glykämische Index als Leitprinzip

Der glykämische Index ist wackliger, als seine Verwendung als Ordnungsprinzip nahelegt. In einer vom US-amerikanischen NIH finanzierten Untersuchung lag der Wert für Weißbrot bei 62 mit einer Streuung von 15, und der Variationskoeffizient innerhalb derselben Person betrug 20 Prozent. Eine ältere Arbeit kam auf 42,8 Prozent – also auf eine Schwankung innerhalb einer Person, die größer war als der Unterschied zwischen verschiedenen Personen.

Die Autoren der NIH-Studie schließen daraus, der glykämische Index sei vermutlich kein guter Ansatz, um Lebensmittelentscheidungen zu steuern. Eine große Übersichtsarbeit in The Lancet stufte die Evidenz für glykämischen Index und glykämische Last als niedrig bis sehr niedrig ein – während sie für Ballaststoffe als moderat bewertet wurde.

Bio-Qualität

Hier ist die Datenlage uneinheitlich, und beide Seiten sollten genannt werden. Eine Meta-Analyse von 2014 fand in Bio-Erzeugnissen höhere Gehalte an Polyphenolen und deutlich seltener Pestizidrückstände. Zwei andere große systematische Übersichten kamen dagegen zu dem Ergebnis, dass keine ernährungsphysiologisch relevanten Unterschiede und keine belegten klinischen Vorteile nachweisbar sind.

Sauber formuliert heißt das: Für die Umwelt- und Rückstandsargumente gibt es Belege. Für „Bio macht gesünder" gibt es sie nicht.

Getreide maßvoll

Auch hier lohnt die Differenzierung. Eine Meta-Analyse fand pro 90 g Vollkorn am Tag eine um 17 Prozent niedrigere Gesamtsterblichkeit. Für raffiniertes Getreide und weißen Reis zeigte sich kein entsprechender Effekt. Hymans Kritik am Weißmehl ist damit berechtigt – die Übertragung auf Vollkorn ist es nicht. Woran das liegt, zeigt der Blick auf die Stärke in Lebensmitteln und besonders auf die resistente Stärke.

Gibt es überhaupt Studien zu Pegan?

Diese Frage lässt sich klar beantworten: Nein.

Eine Recherche in der medizinischen Datenbank PubMed nach „pegan diet" ergibt genau einen einschlägigen Treffer – und das ist ein Editorial, also ein Meinungsbeitrag, keine Studie. Verfasst wurde es vom Begründer der Funktionellen Medizin und veröffentlicht in einer Zeitschrift aus demselben Umfeld. Im Studienregister ClinicalTrials.gov findet sich zur peganen Ernährung keine einzige Untersuchung.

Für die nächstverwandte Kostform, Paleo, gibt es dagegen randomisierte Studien und Meta-Analysen. Sie zeigen Gewichtsverluste zwischen 1,7 und 3,5 kg gegenüber leitlinienbasierten Vergleichsdiäten. Die DGE führt diesen Effekt in ihrer Bewertung ausdrücklich auf die niedrigere Energiezufuhr zurück, nicht auf ein besonderes Prinzip der Kostform.

Welche Nährstoffe kritisch werden

Die pegane Ernährung reduziert drei Lebensmittelgruppen gleichzeitig: Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte. Genau diese drei liefern zusammen den Großteil von Calcium, Ballaststoffen, Eisen, Zink und Jod. Fleisch und Fisch bleiben erlaubt, sind aber mengenmäßig begrenzt.

Kritische Nährstoffe und wo sie herkommen sollen
Nährstoff Referenzwert für Erwachsene Warum kritisch
Ballaststoffe mindestens 30 g/Tag Vollkorn und Hülsenfrüchte gleichzeitig begrenzt. In Deutschland liegt die Zufuhr ohnehin nur bei 18 g (Frauen) und 19 g (Männer)
Calcium 1.000 mg/Tag Milchprodukte reduziert
Jod 150 µg/Tag Milch und Eier sind wichtige Träger; jodiertes Speisesalz wird bei „unverarbeitet" oft übersehen. Nach RKI-Daten haben 32 % der Erwachsenen ein Risiko für zu geringe Jodzufuhr
Eisen Männer 11 mg, prämenopausale Frauen 16 mg Getreide und Hülsenfrüchte sind Hauptlieferanten; Phytate hemmen die Aufnahme
Zink je nach Phytatzufuhr 11–16 mg (m) bzw. 7–10 mg (w) Vollkorn und Hülsenfrüchte reduziert, gleichzeitig hohe Phytatzufuhr über Nüsse und Samen

Am größten ist die Lücke bei den Ballaststoffen: Wenn Vollkorn und Hülsenfrüchte gleichzeitig begrenzt sind, muss der Rest aus Gemüse, Nüssen und Samen kommen. Welche Lebensmittel wie viel liefern, steht in unserer Tabelle ballaststoffreicher Lebensmittel.

Wie sich Calcium ohne Milchprodukte decken lässt, zeigt eine Beispielrechnung: Grünkohl, Spinat, ein angereicherter Sojadrink und calciumreiches Mineralwasser mit über 150 mg pro Liter kommen zusammen auf rund 1.025 mg – der Referenzwert ist also erreichbar, aber nicht nebenbei.

In der veganen Pegan-Variante, die Hyman im Buch als Prinzip 14 anbietet, kommt Vitamin B12 hinzu. Dafür ist ein Präparat zwingend; pflanzliche B12-Analoga aus Algen, Sauerkraut oder Shiitake sind nach Einschätzung der DGE nicht bioverfügbar.

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Abnehmen mit peganer Ernährung?

Gewichtsdaten zur peganen Ernährung existieren nicht. Was sich sagen lässt, ist etwas anderes – und das ist ehrlicher: Die Kostform bündelt mehrere Mechanismen, die die Energiezufuhr senken, und jeder einzelne davon ist gut belegt.

  • Weniger hochverarbeitete Lebensmittel. In einer kontrollierten Studie mit angeglichenem Nährstoff- und Kalorienangebot aßen die Teilnehmenden unter unverarbeiteter Kost 508 kcal pro Tag weniger – ohne Vorgabe, weniger zu essen.
  • Mehr Ballaststoffe. In klinischen Studien gingen höhere Ballaststoffzufuhren mit niedrigerem Körpergewicht, niedrigerem systolischem Blutdruck und niedrigerem Gesamtcholesterin einher.
  • Niedrige Energiedichte. Ein hoher Gemüseanteil erlaubt große Portionen bei geringerer Energiezufuhr.

Bemerkenswert ist dabei ein Detail: Hülsenfrüchte senken das Gewicht in Studien auch ohne bewusste Kalorienrestriktion und erhöhen die Sättigung deutlich – ausgerechnet die Gruppe, die Pegan begrenzt.

Wer sich pegan ernährt, nimmt wahrscheinlich ab. Aber nicht, weil die Kostform etwas Besonderes mit dem Stoffwechsel macht, sondern weil sie unverarbeitet, gemüsereich und zuckerarm ist. Jede Ernährungsform mit denselben Eigenschaften erreicht dasselbe. Für die Marke „Pegan" selbst gibt es keine Daten.

Wenn es ums Abnehmen geht, ist Struktur wichtiger als das Etikett

Der praktische Nachteil aller Kostformen mit langen Verbotslisten ist die Alltagstauglichkeit. 21 Prinzipien, Bio-Anspruch, kein Gluten, begrenzte Hülsenfrüchte, begrenztes Getreide – das ist im Familienalltag, in der Kantine und im Restaurant schwer durchzuhalten, und es ist deutlich teurer.

Unsere Stoffwechselkur geht den umgekehrten Weg: klarer Ablauf mit Vorbereitungstagen, Diätphase und Stabilisierungsphase, eine überschaubare Lebensmittelliste statt eines Regelwerks, und eine persönliche Betreuung durch unsere Ernährungsberatung, die genau die Fragen beantwortet, an denen Ausschlussdiäten im Alltag scheitern.

Ein strukturierter Ablauf mit Betreuung – statt 21 Prinzipien zum Selbstauslegen.

Zur Stoffwechselkur

Quinoa, Buchweizen, Hirse und Haferflocken in Vorratsgläsern auf einer Küchenarbeitsplatte

Für wen die Kostform nicht geeignet ist

Besonders sorgfältig geprüft – am besten ärztlich oder mit qualifizierter Ernährungsfachkraft – gehört die pegane Ernährung bei:

  • Schwangerschaft und Stillzeit. Der Bedarf an Calcium, Jod (220 µg) und Eisen (27 mg) steigt – bei einer Kostform, die genau diese Quellen reduziert.
  • Kindern und Jugendlichen. In Wachstumsphasen liegt der Calciumbedarf bei 1.100 bis 1.200 mg täglich.
  • hohem Energiebedarf im Sport. Hohe Sättigung, niedrige Energiedichte und begrenzte Kohlenhydratquellen erschweren es, ausreichend Energie aufzunehmen.
  • einer Vorgeschichte mit Essstörungen. Ein Regelwerk mit Reinheitsanspruch und moralischer Aufladung kann zwanghafte Muster begünstigen.
  • Osteoporose oder erhöhtem Frakturrisiko, wegen der Calciumfrage.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung.

Häufige Fragen

Was bedeutet pegan?

Pegan ist ein Kunstwort aus Paleo und vegan. Der US-amerikanische Arzt Mark Hyman prägte es am 8. November 2014 in einem Blogbeitrag. Die Kostform stellt Gemüse in den Mittelpunkt, meidet Zucker und verarbeitete Produkte und begrenzt gleichzeitig Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Fleisch und Fisch sind in kleinen Mengen erlaubt.

Was darf man bei peganer Ernährung essen?

Im Zentrum steht nicht stärkehaltiges Gemüse, das rund 75 Prozent des Tellers ausmachen soll. Dazu kommen Obst in kleinen Mengen, Nüsse, Samen, hochwertige Öle, quecksilberarmer Fisch sowie Fleisch und Eier als Beilage. Begrenzt sind glutenfreies Vollkorn und Hülsenfrüchte, gemieden werden Zucker, Weißmehl, Gluten und die meisten Pflanzenöle.

Ist pegane Ernährung gesund?

Der gemeinsame Kern – viel Gemüse, wenig Zucker, wenig verarbeitete Lebensmittel – ist gut belegt, aber nicht pegan-spezifisch. Einzelne Regeln stehen dagegen im Widerspruch zur Studienlage, besonders die Begrenzung von Hülsenfrüchten und der Verzicht auf Gluten ohne Zöliakie. Kritisch werden vor allem Ballaststoffe, Calcium und Jod.

Was ist der Unterschied zwischen pegan und Paleo?

Paleo verzichtet vollständig auf Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte und begrenzt Fleisch nicht. Pegan lässt glutenfreies Vollkorn und Hülsenfrüchte in kleinen Mengen zu, begrenzt dafür aber die Fleischmenge und fordert ausdrücklich Bio-Qualität und nachhaltige Erzeugung.

Gibt es Studien zur peganen Ernährung?

Nein. Eine Suche in PubMed ergibt einen einzigen einschlägigen Treffer, und das ist ein Meinungsbeitrag, keine Studie. Im Register ClinicalTrials.gov findet sich keine einzige Untersuchung zur peganen Ernährung. Belastbare Daten existieren nur zu den verwandten Konzepten Paleo und vegan.

Kann man mit peganer Ernährung abnehmen?

Gewichtsdaten zur peganen Ernährung selbst gibt es nicht. Die Kostform bündelt aber Mechanismen, die die Energiezufuhr nachweislich senken: kaum verarbeitete Produkte, kein zugesetzter Zucker, viel Gemüse mit niedriger Energiedichte. In einer kontrollierten Studie aßen Teilnehmende unter unverarbeiteter Kost 508 kcal pro Tag weniger.

Quellen

Hyman M: Why I am a Pegan – or Paleo-Vegan – and Why You Should Be Too! drhyman.com, 08.11.2014. · Hyman M: The 13 Pillars of the Pegan Diet. Experience Life, 01.03.2018. · Hyman M: The Pegan Diet – 21 Practical Principles. Little, Brown Spark 2021. · Searles K: The Pegan Diet – Science or Science Fiction? Today's Dietitian 2021. · Zargarzadeh N et al.: Legume Consumption and Risk of All-Cause and Cause-Specific Mortality – a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. 2023. · Mendes V et al.: Legume consumption and cardiovascular disease. 2023. · Lebwohl B et al.: Long term gluten consumption in adults without celiac disease and risk of coronary heart disease – prospective cohort study. BMJ 2017;357:j1892. · Biesiekierski JR et al.: No effects of gluten in patients with self-reported non-celiac gluten sensitivity. Gastroenterology 2013. · Guo J et al.: Milk and dairy consumption and risk of cardiovascular diseases and all-cause mortality – dose-response meta-analysis. Eur J Epidemiol 2017. · Tong TYN et al.: Vegetarian and vegan diets and risks of total and site-specific fractures – EPIC-Oxford. BMC Med 2020. · Matthan NR et al.: Estimating the reliability of glycemic index values. Am J Clin Nutr 2016. · Vega-López S et al.: Interindividual variability and intra-individual reproducibility of glycemic index values. Diabetes Care 2007. · Reynolds A et al.: Carbohydrate quality and human health – a series of systematic reviews and meta-analyses. Lancet 2019. · Barański M et al.: Higher antioxidant and lower cadmium concentrations and lower incidence of pesticide residues in organically grown crops. Br J Nutr 2014. · Dangour AD et al.: Nutritional quality of organic foods – a systematic review. Am J Clin Nutr 2009. · Smith-Spangler C et al.: Are organic foods safer or healthier than conventional alternatives? Ann Intern Med 2012. · Aune D et al.: Whole grain consumption and risk of cardiovascular disease, cancer, and all cause and cause specific mortality. BMJ 2016;353:i2716. · Hall KD et al.: Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain. Cell Metab 2019. · Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sowie Bewertung „Paleo" (DGEinfo 4/2018). · Klug A et al. für die DGE: Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Ernährungs Umschau international 2024;71(7):60–84.