Es kommt darauf an, ob du ruhiggestellt bist oder nur nicht trainierst. Zwei Tage im Gips reichen für einen messbaren Verlust. Wer sich dagegen normal bewegt und nur die Einheiten ausfallen lässt, verliert über Wochen kaum Kraft — und holt den Rückstand nach der Pause vollständig auf.
Fast alle Prozentzahlen, die im Netz zu diesem Thema kursieren, stammen aus Studien mit Gips oder Krankenhausbettruhe. Auf die Situation, in der die meisten Menschen tatsächlich stecken — zwei Wochen kein Training, aber normaler Alltag —, lassen sie sich nicht übertragen. Wir trennen die vier Szenarien sauber auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Szenarien mit vier völlig verschiedenen Verläufen: Gips, Bettruhe, stark reduzierte Alltagsbewegung und reiner Trainingsstopp.
- Kraft fällt bei Ruhigstellung deutlich schneller als Muskelmasse — nach fünf Tagen Gips 9 Prozent Kraft gegenüber 3,5 Prozent Muskelquerschnitt. Die Differenz ist kein Muskelverlust.
- Nach einem reinen Trainingsstopp ist es umgekehrt: In einer Studie war der Muskel nach 20 Wochen wieder auf Ausgangsgröße, die Kraft lag noch etwa 60 Prozent darüber.
- Eine Einheit pro Woche mit einem Satz je Übung hält bei jüngeren Menschen Kraft und Muskelgröße bis zu 32 Wochen — wenn die Intensität stimmt.
- Eiweiß schützt während der Inaktivität nicht. Beim Wiederaufbau danach hilft es.
Inhalt
Vier Szenarien, vier Verläufe
Die wichtigste Unterscheidung dieses Artikels steht ganz am Anfang, weil sie in fast allen deutschsprachigen Ratgebern fehlt:
| Szenario | Alltagsbewegung | Verlauf |
|---|---|---|
| Ruhigstellung (Gips, Schiene, Orthese) | das betroffene Bein trägt nichts | schnellster Verlust, örtlich begrenzt |
| Bettruhe (Krankenhaus, schwerer Infekt) | nahe null | schnell, den ganzen Körper betreffend |
| Alltagsaktivität stark reduziert | stark reduziert | langsamer, aber messbar |
| Reiner Trainingsstopp | normal | am langsamsten |
Die meisten Menschen, die nach „Trainingspause Muskelabbau" suchen, befinden sich im vierten Szenario. Fast alle Zahlen, die sie finden, stammen aus dem ersten.

Ruhigstellung: die Zeitachse
Hier ist die Datenlage am besten, weil sich der Effekt sauber messen lässt: Ein Bein wird ruhiggestellt, das andere dient als Vergleich.
| Dauer | Kraft | Muskelmasse | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 2 Tage | nicht gemessen | Oberschenkelvolumen −1,7 % | Der Abbau beginnt sofort, nicht erst nach zwei Wochen |
| 5 Tage | −9,0 % | Quadrizeps-Querschnitt −3,5 % | Kraft fällt 2,6-mal so schnell wie der Querschnitt |
| 7 Tage | nicht gemessen | Oberschenkelvolumen −5,5 %, etwa 0,8 % pro Tag | Nicht alle Muskeln gleich: Quadrizeps −6,7 %, hintere Oberschenkelmuskulatur −3,5 % |
| 14 Tage | −22,9 % | Quadrizeps-Querschnitt −8,4 % | Zusätzlich sinkt die Muskelproteinsynthese nach einer Eiweißmahlzeit um rund 31 Prozent |
Zwei Dinge daran sind bemerkenswert. Erstens der Zeitpunkt: Der messbare Verlust beginnt nach zwei Tagen, nicht nach zwei Wochen. Zweitens die Verteilung: Der Abbau trifft nicht alle Muskeln gleich, sondern die kniestreckende Muskulatur am härtesten.
Kraft, Muskelmasse, Nervensystem
Der Kraftverlust übersteigt den Muskelverlust bei Ruhigstellung um das Zweieinhalb- bis Dreifache. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Hinweis darauf, dass ein erheblicher Teil des Kraftverlusts nicht in der Muskulatur stattfindet, sondern in der Ansteuerung. Die praktische Folge: Was du nach einer Pause zuerst zurückbekommst, ist nicht Substanz, sondern Ansteuerung — und das geht deutlich schneller.
Bettruhe
Bettruhe betrifft den ganzen Körper. Die Zahlen sind entsprechend systemisch.
| Dauer | Was gemessen wurde |
|---|---|
| 7 Tage, junge Gesunde | −1,4 kg Magermasse, Quadrizeps-Querschnitt −3,2 %, Maximalkraft −6,9 %, maximale Sauerstoffaufnahme −6,4 % |
| 10 Tage, Ältere (67 Jahre) | Kraft der Knieextensoren −13,2 %, Treppensteigleistung −14 %, maximale Sauerstoffaufnahme −12 % |
| 14 Tage, junge Gesunde | −1,8 kg Magermasse, Oberschenkelvolumen von 7,1 auf 6,7 Liter |
Ein Detail aus der Studie mit den älteren Teilnehmenden verdient Beachtung: Die Alltagstests zur körperlichen Funktion blieben unauffällig, obwohl Kraft und Ausdauer deutlich gefallen waren. Der Verlust ist also messbar, lange bevor er spürbar wird.
Weniger Schritte: der unterschätzte Fall
Das ist das Szenario, das fast jeder kennt: eine Woche mit Fieber auf dem Sofa, danach zwei Wochen „erst mal langsam". Keine Bettruhe, aber weit unter normal. Und es ist das Szenario, das in keiner deutschsprachigen Ratgeberseite vorkommt, obwohl es dazu gute Studien gibt.
Bei jungen Männern, die ihre Schrittzahl zwei Wochen lang von rund 10.500 auf 1.344 pro Tag reduzierten, sank die Insulinsensitivität um 17 Prozent, die maximale Sauerstoffaufnahme um 7 Prozent, und die Magermasse der Beine nahm ab — die der Arme und des Rumpfs nicht. Der Verlust ist lokal genau dort, wo die Aktivität wegfällt.
Bei 72-Jährigen fiel derselbe Versuch deutlich drastischer aus: Bei einer Reduktion auf rund 1.400 Schritte täglich sank die Magermasse der Beine um 3,9 Prozent, die Muskelproteinsynthese nach dem Essen um 26 Prozent und die Insulinsensitivität nach dem Essen um 43 Prozent. Zusätzlich stiegen Entzündungsmarker an — allein durch die Inaktivität, ganz ohne Infekt.
Die beruhigende Gegenprobe liefert eine Studie mit 45 aktiven Erwachsenen mittleren Alters: Auch hier sank nach zwei Wochen mit 81 Prozent weniger Schritten die Beinmagermasse signifikant. Nach 14 Tagen zurück in der normalen Alltagsaktivität war praktisch alles wieder da.
Reiner Trainingsstopp
Und jetzt zu dem Fall, um den es den meisten geht: Du bewegst dich normal, gehst zur Arbeit, machst Einkäufe — nur das Training fällt aus.
| Dauer | Was passiert |
|---|---|
| bis 4 Wochen | Kraft bleibt weitgehend erhalten; es fallen zuerst sportartspezifische Leistung und exzentrische Kraft bei Hochtrainierten |
| 10 Wochen | Kraft und Muskelquerschnitt gehen messbar zurück — und werden beim Wiedereinstieg vollständig aufgeholt |
| 12 Wochen, ältere Männer | Kraft und Leistung −5 bis −15 Prozent; bis zum Erreichen des alten Kraftniveaus brauchte es beim Wiedereinstieg weniger als acht Wochen |
| 16 Wochen | Faserquerschnitt zurück, die Zellkerne in der Muskelfaser bleiben aber erhalten |
| 20 Wochen | Muskeldicke und Querschnitt zurück auf Ausgangsniveau, die Kraft lag noch etwa 60 Prozent darüber |
| 31 bis 52 Wochen, Ältere | erst hier wird der Verlust an Muskelgröße in der Zusammenschau der Studien statistisch signifikant |
Die Zeile mit den 20 Wochen ist die wichtigste des ganzen Artikels. Sie zeigt, dass die Kraft nach einem reinen Trainingsstopp deutlich länger erhalten bleibt als die Muskelgröße — also genau umgekehrt wie bei einer Ruhigstellung. Wer nach zwei Monaten Pause in den Spiegel schaut und weniger sieht, hat wahrscheinlich trotzdem noch den größten Teil seiner Kraft.
Was bei Krankheit passiert
Hier ist die Beleglage dünner, als viele Artikel vermuten lassen. Es gibt sehr gute Daten zu Intensivpatienten und sehr gute Daten zu gesunden Menschen in Bettruhe — aber praktisch nichts zum grippalen Infekt zu Hause.
Gesichert ist der Weg, nicht die Zahl. Erstens: Inaktivität allein reicht. Alle oben genannten Bettruhe- und Schrittreduktionsdaten wurden an gesunden Menschen erhoben. Zweitens: Der Körper reagiert in dieser Phase schlechter auf Eiweiß. Nach 14 Tagen Ruhigstellung sank die Muskelproteinsynthese nach einer Eiweißmahlzeit um rund 31 Prozent. Diese sogenannte anabole Resistenz trägt wesentlich zum Muskelverlust bei. Drittens: Wer krank ist, isst meist weniger.
Was wir nicht schreiben, weil es sich nicht belegen lässt: eine Zahl für „Muskelabbau pro Tag Fieber", eine Aussage über den katabolen Effekt einer bestimmten Körpertemperatur, oder die verbreitete Behauptung, Cortisol sei bei einer Erkältung der Haupttreiber. Dafür fanden wir keinen Beleg.

Warum das Alter den Unterschied macht
Das Bild ist auf den ersten Blick widersprüchlich, ergibt aber Sinn. Bei kurzer Ruhigstellung verlieren Ältere weniger Muskelvolumen als Jüngere — dafür sinkt bei ihnen die willkürliche Ansteuerung. Bei einem längeren Trainingsstopp ist der Kraftverlust bei über 65-Jährigen größer, während der Verlust an Muskelgröße erst nach etwa acht Monaten statistisch eindeutig wird.
Entscheidend ist die Erholung. Ältere kommen langsamer zurück und erreichen im gleichen Zeitraum geringere Volumenzuwächse. Und sie brauchen mehr, um zu halten: In einer Studie mit 70 Erwachsenen erhielt eine reduzierte Trainingsdosis über 32 Wochen die Muskelhypertrophie bei den Jüngeren, bei den Älteren jedoch nicht.
Eine Übersichtsarbeit ordnet das in den größeren Zusammenhang ein: Nach dem 60. Lebensjahr verliert man etwa ein Prozent Muskelmasse pro Jahr, die Kraft schneller mit rund drei Prozent. Dieser Verlauf ist aber nicht gleichmäßig — Phasen reduzierter Aktivität beschleunigen ihn vorübergehend. Die Autoren stellen die Hypothese auf, dass sich solche Phasen über die Jahre summieren. Was im Alter beim Training zusätzlich zu beachten ist, haben wir separat aufgeschrieben: Sport im Alter.
Was den Verlust bremst
Wenig, aber intensiv weitertrainieren. Das ist die wirksamste und zugleich am meisten unterschätzte Maßnahme. Nach einer Übersichtsarbeit lassen sich Kraft und Muskelgröße bei jüngeren Menschen mit einer einzigen Einheit pro Woche und einem Satz je Übung bis zu 32 Wochen erhalten — vorausgesetzt, die relative Belastung bleibt gleich. Bei Älteren braucht es dafür bis zu zwei Einheiten pro Woche und zwei bis drei Sätze je Übung. Die entscheidende Größe ist also die Intensität, nicht der Umfang.
Alltagsbewegung aufrechterhalten. Der Unterschied zwischen 10.500 und 1.400 Schritten kostet in zwei Wochen messbar Beinmagermasse. Wenn das Training ohnehin ausfällt, ist Spazierengehen keine Ersatzhandlung, sondern der wirksamste verbleibende Hebel.
Eiweiß — mit einer wichtigen Einschränkung. Hier liegt der ehrlichste Befund der ganzen Recherche. In einer randomisierten Studie mit 31 älteren Erwachsenen, die zwei Wochen lang ihre Schritte reduzierten, schützte eine zusätzliche Eiweißgabe die Beinmagermasse nicht — weder als Molkenprotein noch als Kollagen. Beim anschließenden Wiederaufbau half das Molkenprotein dagegen sehr wohl: Es steigerte sowohl die Magermasse als auch die Muskelproteinsynthese in der Erholungsphase.
Die praktische Übersetzung lautet also nicht „Eiweiß gegen Muskelabbau", sondern: In der Pause bringt zusätzliches Eiweiß wenig, für den Wiederaufbau danach ist es relevant. Rechtlich lässt sich dazu genau eine Aussage machen, und die ist zugelassen: „Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei." Welche Eiweißmenge dabei sinnvoll ist, steht in unserem Artikel zum Zusammenhang zwischen Eiweiß und Muskelaufbau. Wenn du die Menge über den Tag nicht zusammenbekommst, ist ein Molkenproteinpulver wie unser DailyWhey eine unkomplizierte Möglichkeit, sie zu ergänzen.
Was nicht funktioniert. Eine Durchblutungseinschränkung ohne Training verhinderte in einer randomisierten Studie über zwei Wochen Bettruhe weder den Volumenverlust noch den Kraftverlust. Für Kreatin zum Muskelerhalt in einer Pause fanden wir keine belastbare Humanstudie. Und zu exzentrischen Reizen im Minimalumfang ergab unsere Literatursuche null Treffer.
Muscle Memory: was dran ist
Hier wird im deutschen Netz durchgehend überverkauft, deshalb die saubere Trennung.
Belegt ist: Die Zellkerne in der Muskelfaser bleiben. In einer Studie mit unilateralem Training und dem unbenutzten Arm als Kontrolle stieg die Zahl der Zellkerne während der Trainingsphase deutlich an. Nach 16 Wochen Pause war der Faserquerschnitt zurückgegangen, die Zellkerne aber blieben — mit rund 33 Prozent mehr im zuvor trainierten Muskel.
Nicht belegt ist, dass daraus ein messbarer Vorteil beim Wiederaufbau folgt. Dieselben Autoren schreiben ausdrücklich, der physiologische Nutzen bleibe zu bestimmen. Eine andere Studie fand beim vortrainierten Bein gar keinen Vorteil in der Wiederaufbauphase.
Was stattdessen belegt ist — und praktisch wichtiger: Der Wiedereinstieg geht schneller, unabhängig davon, ob der Mechanismus Zellkerne, Epigenetik oder motorisches Lernen heißt. In einer randomisierten Studie stiegen bei der Gruppe mit zehn Wochen Pause in den ersten fünf Wochen des Wiedereinstiegs Maximalkraft und Muskelquerschnitt stärker an als bei der durchgehend trainierenden Vergleichsgruppe im selben Zeitfenster. Nach 20 Wochen insgesamt lagen beide Gruppen auf demselben Endpunkt.
Das ist die ehrliche Version — und sie ist immer noch beruhigend. Die Behauptung, es gehe doppelt so schnell, ist es dagegen nicht: Dafür gibt es keine Studie.

Der Wiedereinstieg
Zwei Befunde helfen hier konkret weiter.
Die erste Einheit ist die schlimmste — und danach wird es sprunghaft besser. Nach einer ungewohnten Belastung fällt die zweite Einheit deutlich weniger schädigend aus. Dieser Schutzeffekt ist gut belegt. Interessant ist, was nicht passiert: Von der zweiten zur dritten Einheit baut sich kein weiterer Kraftschutz mehr auf. Der Sprung findet also praktisch vollständig zwischen Einheit eins und zwei statt. Wer nach einer Pause einmal durchbeißt, hat das Schlimmste hinter sich. Warum das so ist und was gegen den Muskelkater hilft, steht in unserem Beitrag dazu, warum die zweite Einheit deutlich weniger wehtut.
Der Rückstand wird aufgeholt. Das ist in mehreren Studien gezeigt worden — bei Untrainierten nach zehn Wochen Pause ebenso wie bei älteren Männern, die in weniger als acht Wochen ihr altes Kraftniveau wieder erreichten.
Praktisch heißt das: In der ersten Woche mit reduzierter Last einsteigen, weil ein deutlicher Muskelkater zu erwarten ist. Danach zählt die Intensität mehr als der Umfang. Und wie du zwischen den Einheiten wieder auf die Beine kommst, haben wir bei der Regeneration nach dem Sport beschrieben.
Eine studiengestützte Regel dafür, ab wann man nach einem banalen Infekt wieder trainieren darf, existiert nicht — die kursierenden Faustregeln sind nicht validiert. Eindeutig ist die Lage bei einer Herzbeteiligung: Bei vermuteter oder nachgewiesener Herzmuskelentzündung empfehlen die kardiologischen Fachgesellschaften, ab Beschwerdebeginn drei bis sechs Monate lang auf Trainings- und Wettkampfbelastungen zu verzichten. Brustschmerz, Luftnot, Herzrasen oder ein ungewöhnlicher Leistungseinbruch nach einem Infekt gehören ärztlich abgeklärt, bevor du wieder belastest.
Und in einer Abnehmphase?
Kurz, weil das Thema anderswo ausführlicher steht. Eine Metaanalyse zeigt: Im Kaloriendefizit bleibt der Kraftzuwachs durch Krafttraining weitgehend erhalten, der Zuwachs an Magermasse ist dagegen beeinträchtigt. Die Meta-Regression ergab, dass ab einem Defizit von rund 500 Kilokalorien pro Tag kein Magermassezuwachs mehr stattfand. Wer im Defizit Muskulatur erhalten will, sollte das Defizit also nicht zu groß wählen — und weitertrainieren. Wie groß es sinnvollerweise ist, steht bei uns unter Kaloriendefizit.
Häufige Fragen
Wie schnell baut man ohne Training Muskeln ab?
Das hängt vollständig davon ab, ob du ruhiggestellt bist oder nur nicht trainierst. Bei einem Bein im Gips ist schon nach zwei Tagen ein messbarer Volumenverlust nachweisbar. Wer sich dagegen normal bewegt und nur die Trainingseinheiten ausfallen lässt, verliert über Wochen kaum Kraft. Die meisten im Netz kursierenden Prozentzahlen stammen aus Immobilisationsstudien und lassen sich auf eine normale Trainingspause nicht übertragen.
Verliert man bei einer Woche kein Sport schon Muskeln?
Bei normalem Alltag praktisch nicht. Eine Woche strikte Bettruhe kostet dagegen bei jungen Gesunden rund 1,4 Kilogramm Magermasse und etwa sieben Prozent Maximalkraft. Der Unterschied liegt nicht am fehlenden Training, sondern an der fehlenden Alltagsbewegung.
Wie viel Training reicht, um Muskeln in einer Pause zu halten?
Erstaunlich wenig. Nach einer Übersichtsarbeit reichen bei jüngeren Menschen eine Einheit pro Woche mit einem Satz je Übung, um Kraft und Muskelgröße bis zu 32 Wochen zu erhalten — vorausgesetzt, die Intensität bleibt gleich. Ältere brauchen mehr, bis zu zwei Einheiten pro Woche mit zwei bis drei Sätzen je Übung.
Kommen die Muskeln nach einer Pause schneller zurück?
Ja, der Wiederaufbau verläuft in den ersten Wochen schneller als der weitere Aufbau bei durchgehendem Training. In einer randomisierten Studie hatte die Gruppe mit zehn Wochen Pause nach insgesamt 20 Wochen genau denselben Endpunkt erreicht wie die durchgehend trainierende Gruppe. Die verbreitete Behauptung, es gehe doppelt so schnell, ist dagegen durch keine Studie gedeckt.
Baut man bei Krankheit und Fieber Muskeln ab?
Belegt ist der Weg, nicht die Zahl: Wer krank ist, bewegt sich weniger, isst oft weniger, und die Muskulatur reagiert in dieser Phase schlechter auf Eiweiß. Nach zwei Wochen Ruhigstellung sinkt die Muskelproteinsynthese nach einer Eiweißmahlzeit um rund 31 Prozent. Eine belastbare Zahl für „Muskelabbau pro Tag Fieber" existiert dagegen nicht.
Wann darf ich nach einer Erkrankung wieder trainieren?
Dafür gibt es keine studiengestützte Regel — die kursierenden Faustregeln sind nicht validiert. Eindeutig ist die Lage nur bei einer Herzbeteiligung: Bei vermuteter oder nachgewiesener Herzmuskelentzündung empfehlen die Fachgesellschaften, drei bis sechs Monate lang auf Trainings- und Wettkampfbelastungen zu verzichten. Bei Brustschmerz, Luftnot, Herzrasen oder ungewöhnlichem Leistungseinbruch gehört das ärztlich abgeklärt.
Weiterlesen
- Eiweiß und Muskelaufbau: die Mengenfrage
- Muskelkater: was hilft und was nicht
- Regeneration nach dem Sport
- Sport im Alter
Quellen
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- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, konsolidierte deutsche Fassung, Anhang; Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Anhang
Dieser Artikel ordnet die Studienlage ein und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung und enthält keinen individuellen Trainingsplan. Nach Erkrankungen, Operationen und Verletzungen, bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei ungewöhnlichen Beschwerden während oder nach Belastung besprich den Wiedereinstieg bitte vorher ärztlich.








