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Regt Kaffee den Stoffwechsel an? Die Zahlen hinter dem Booster-Mythos

Selbstbewusst mit Glatze - diese Tipps helfen dir! Du liest Regt Kaffee den Stoffwechsel an? Die Zahlen hinter dem Booster-Mythos 19 Minuten Weiter Alkohol und Verdauung: Was im Magen und Darm passiert

Ja, aber deutlich weniger, als überall behauptet wird. Koffein erhöht den Energieverbrauch messbar und dosisabhängig: In einer Meta-Analyse aus Respirationskammer-Studien waren es rund 0,44 Kilojoule je Milligramm Koffein über 24 Stunden. Für eine Tasse Filterkaffee mit etwa 90 mg entspricht das grob 10 Kilokalorien am Tag. Ein Cappuccino mit Vollmilch liefert dagegen rund 80. Für die Gewichtsabnahme spielt Kaffee damit keine Rolle.

Was Kaffee tatsächlich im Körper macht, wo die oft zitierten Zahlen herkommen, und welche drei verbreiteten Behauptungen der Prüfung nicht standhalten.

„Kaffee kurbelt den Stoffwechsel an" steht in fast jedem Abnehmratgeber. Der Satz ist nicht falsch – er ist nur in einer Größenordnung falsch, die alles ändert. Wer nachrechnet, kommt zu einem anderen Schluss als wer nur zitiert.

Weiße Tasse mit schwarzem Filterkaffee auf einem Holztisch im Morgenlicht

Was Koffein messbar verändert

Koffein erhöht den Energieverbrauch – das ist unstrittig und in Respirationskammern gemessen. Die maßgebliche Meta-Analyse fand für Koffein allein +103 Kilokalorien über 24 Stunden, entsprechend 4,8 Prozent. Entscheidend ist die Dosis, bei der dieser Wert erreicht wurde.

Evidenz A

Die Arbeit von Rick Hursel und Kollegen fasst sechs Studien mit 18 Bedingungen zusammen, alle mit Messung in der Respirationskammer. Neben dem Gesamteffekt nennt sie das, was den Artikel überhaupt erst rechenbar macht: eine Dosis-Wirkungs-Beziehung von 0,44 Kilojoule je Milligramm Koffein.

Aus dieser Steigung folgt rückwärts, dass die 103 Kilokalorien einer Tagesmenge von rund 975 Milligramm Koffein entsprechen. Das sind etwa elf Tassen Filterkaffee. Diese Rückrechnung ist unsere eigene, weil die Einzeldosen der eingeschlossenen Studien im frei zugänglichen Teil der Arbeit nicht genannt werden – die Größenordnung stimmt aber mit der zweiten wichtigen Untersuchung überein.

Diese stammt von Abdul Dulloo und Kollegen und ist bis heute die sauberste Einzelmessung: 100 Milligramm Koffein erhöhten den Ruheumsatz über zweieinhalb Stunden um 3 bis 4 Prozent. Wurde dieselbe Dosis über zwölf Stunden alle zwei Stunden wiederholt – also 600 Milligramm am Tag –, stieg der Energieverbrauch tagsüber um 8 bis 11 Prozent. Netto blieben über den Tag 150 Kilokalorien bei Schlanken und 79 bei ehemals Übergewichtigen. Auf den nächtlichen Verbrauch hatte Koffein keinen Einfluss.

Wie alt die Datenlage ist Die Meta-Analyse von Hursel stammt aus dem Jahr 2011 und stützt sich auf sechs Studien. Eine neuere Meta-Analyse zu Koffein und 24-Stunden-Energieverbrauch existiert nach unserer Recherche nicht. Wer heute über Kaffee und Stoffwechsel schreibt, zitiert also eine fünfzehn Jahre alte Auswertung auf schmaler Basis. Das macht sie nicht falsch, aber es begrenzt, wie sicher man sein darf.

Was das für eine Tasse Kaffee bedeutet

Rechnet man die publizierte Steigung auf Alltagsmengen herunter, liefert eine Tasse Filterkaffee rund 10 Kilokalorien zusätzlichen Energieverbrauch über 24 Stunden. Zwei Tassen ergeben etwa 20. Das ist real – und es ist die Größenordnung eines halben Butterkekses.

Nach den Werten des Bundesinstituts für Risikobewertung enthält eine Tasse Filterkaffee mit 200 Millilitern rund 90 Milligramm Koffein, ein Espresso mit 60 Millilitern etwa 80.

Rechnerischer Mehrverbrauch über 24 Stunden, abgeleitet aus der Dosis-Wirkungs-Beziehung bei Hursel et al. 2011. Eigene Berechnung, unterhalb des untersuchten Dosisbereichs und ohne Berücksichtigung von Gewöhnung.
Menge Koffein Mehrverbrauch über 24 Stunden
1 Tasse Filterkaffee 90 mg rund 10 kcal
2 Tassen 180 mg rund 19 kcal
4 Tassen 360 mg rund 38 kcal
Dosis der Meta-Analyse rund 975 mg 103 kcal

Damit ist die zentrale Frage dieses Artikels eigentlich schon beantwortet. Der Effekt existiert, er ist gemessen, und er ist zu klein, um auf der Waage jemals sichtbar zu werden.

Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato nebeneinander auf einer hellen Arbeitsplatte

Der Rechenfehler: die Milch

Schwarzer Kaffee liefert praktisch keine Energie – rund 2 Kilokalorien je Tasse. Sobald Milch dazukommt, kippt die Rechnung: Ein Latte Macchiato mit Vollmilch liefert etwa 130 Kilokalorien. Das ist rund das Sechzehnfache dessen, was das enthaltene Koffein zusätzlich verbrennt.

Beispielrechnung ohne Zucker und ohne Sirup. Grundwerte nach USDA FoodData Central, Milchfettstufen nach BZfE. Reale Portionsgrößen weichen ab.
Getränk mit Vollmilch 3,5 % mit fettarmer Milch 1,5 %
Schwarzer Filterkaffee, 200 ml rund 2 kcal
Espresso, 30 ml rund 3 kcal
Cappuccino rund 80 kcal rund 60 kcal
Milchkaffee, klein rund 65 kcal rund 47 kcal
Milchkaffee, groß rund 96 kcal rund 71 kcal
Latte Macchiato rund 130 kcal rund 95 kcal

Ein gestrichener Teelöffel Zucker kommt mit rund 16 bis 20 Kilokalorien obendrauf. Wer drei Milchkaffees am Tag trinkt, liegt allein damit bei rund 200 bis 400 Kilokalorien – und das ist eine Größenordnung, die auf der Waage sehr wohl ankommt. Warum flüssige Kalorien dabei besonders leicht übersehen werden, steht unter Stoffwechsel-Killer.

Gewöhnung: der Punkt, den niemand untersucht hat

Dass sich der Körper an Koffein gewöhnt, ist für Blutdruck, Herzfrequenz und harntreibende Wirkung gut belegt – die Gewöhnung entsteht binnen ein bis vier Tagen. Ob sie auch für die stoffwechselanregende Wirkung gilt, ist nach unserer Recherche nie direkt gemessen worden.

Evidenz A für die belegten Wirkungen, Evidenz B für die Übertragung

In einer doppelblinden Untersuchung erhöhte Koffein bei Nicht-Konsumenten Blutdruck, Herzfrequenz und Katecholamine deutlich. Unter täglicher Gabe entwickelte sich eine nahezu vollständige Gewöhnung über die ersten ein bis vier Tage; nach sieben Tagen war keine dieser Wirkungen mehr nachweisbar.

Ähnlich beim Cortisol: In einer Untersuchung mit 96 Personen war die Cortisolantwort auf die Morgendosis nach fünf Tagen mit 300 oder 600 Milligramm täglich vollständig aufgehoben. Auf die Mittagsdosis reagierte der Körper weiterhin.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung fasst es so zusammen, dass die wiederholte Aufnahme von Koffein zu einer Toleranz führen kann und zumindest einige der gewohnten Wirkungen dann nicht mehr oder schwächer auftreten – welcher Mechanismus dahintersteckt, sei noch nicht genau verstanden.

Was wir ausdrücklich nicht gefunden haben Es existiert keine kontrollierte Studie, die den thermogenen 24-Stunden-Effekt von Koffein direkt bei Gewohnheitstrinkern gegenüber Nicht-Konsumenten misst. Der praktisch wichtigste Punkt des ganzen Themas ist damit offen. Wer behauptet, der Effekt verschwinde bei täglichem Konsum vollständig, behauptet mehr, als gemessen wurde – wer das Gegenteil behauptet, aber ebenso.

Ein Hinweis in die eine Richtung: Eine Meta-Analyse zur Fettoxidation fand den Effekt bei koffeinnaiven Teilnehmenden, nicht aber bei Gewohnheitskonsumenten – allerdings beruht die zweite Gruppe auf nur drei Vergleichen mit sehr breitem Konfidenzintervall. Ein Hinweis in die andere Richtung: Für die Leistungswirkung im Sport ist die Gewöhnungsthese in einer Meta-Analyse aus 60 Studien klar widerlegt worden – der gewohnheitsmäßige Konsum hatte dort keinen Einfluss.

Kaffee und Fettverbrennung

Über 24 Stunden gemessen erhöht Koffein allein die Fettoxidation nicht signifikant. Der oft zitierte Satz „Kaffee steigert die Fettverbrennung" ist in dieser Form nicht belegt.

Evidenz A gegen die Behauptung

In derselben Meta-Analyse, die den Mehrverbrauch von 103 Kilokalorien fand, stieg die 24-Stunden-Fettoxidation unter Koffein allein um 9,5 Gramm – statistisch nicht signifikant. Signifikant wurde sie nur in Kombination mit katechinreichem Tee.

Eine große neuere Auswertung aus 94 Studien fand für Koffein und Fettstoffwechsel eine Gesamteffektstärke von 0,39 – nach gängiger Einteilung ein kleiner Effekt. Aufschlussreich ist die Aufschlüsselung nach Messmethode: Über Blutmarker wie freie Fettsäuren gemessen lag der Effekt bei 0,55, über die tatsächliche Gasaustauschmessung nur bei 0,26.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Koffein setzt mehr Fettsäuren ins Blut frei, als anschließend verbrannt werden. Mehr freie Fettsäuren im Blut sind kein Nachweis für mehr Fettverbrennung. Genau diese Verwechslung trägt einen großen Teil der Fatburner-Werbung.

Kaffeetasse neben Laufschuhen und einem Handtuch auf hellem Holzboden

Vor dem Sport: hier wirkt Koffein wirklich

Bei submaximaler Ausdauerbelastung erhöht Koffein die Fettoxidationsrate messbar – ab einer Dosis von mehr als 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht, also etwa 210 Milligramm bei 70 Kilogramm. Bei untrainierten Personen ist der Effekt größer als bei trainierten.

Evidenz A

Eine Meta-Analyse aus 19 Crossover-Studien fand eine signifikant erhöhte Fettoxidationsrate unter Koffein (Effektstärke 0,73). Der Dosisbereich lag bei 2 bis 7 Milligramm je Kilogramm; unterhalb von 3 Milligramm war der Effekt nicht signifikant. Gemessen wurde jeweils nüchtern und bei gleicher Belastungsintensität.

Auch die Ausdauerleistung selbst verbessert sich: Bei moderaten Dosen von 3 bis 6 Milligramm je Kilogramm lag die mittlere Leistung in einer Auswertung aus 46 Studien um rund 3 Prozent höher. Die Autoren betonen dabei ausdrücklich die individuellen Unterschiede – in einzelnen Studien schnitten Teilnehmende unter Koffein sogar schlechter ab.

Der Denkfehler, der hier oft gemacht wird Eine höhere Fettoxidationsrate während einer Trainingseinheit ist kein Nachweis für mehr Fettabnahme über Wochen. Welcher Brennstoff während einer Stunde Sport verwendet wird, sagt wenig über die Energiebilanz eines ganzen Tages aus. Wie diese Bilanz tatsächlich funktioniert, steht unter Stoffwechsel anregen.

Hilft Kaffee beim Abnehmen?

Nein, dafür gibt es keine belastbare Evidenz. Die Zusammenhänge aus Beobachtungsstudien sind winzig und halten der genetischen Kausalitätsprüfung nicht stand: In einer Untersuchung an 93.179 Personen war genetisch bedingt hoher Kaffeekonsum mit keinem einzigen Adipositas-Endpunkt verbunden.

Evidenz A gegen die Behauptung

Das Vorgehen dieser Studie ist elegant. Bestimmte Genvarianten beeinflussen, wie viel Kaffee jemand trinkt – wer neun bis zehn dieser Varianten trägt, konsumiert rund 29 Prozent mehr als jemand mit null bis drei. Weil diese Varianten bei der Zeugung zufällig verteilt werden, lässt sich damit prüfen, ob der beobachtete Zusammenhang ursächlich ist.

Das Ergebnis: Beobachtend war hoher Kaffeekonsum mit niedrigerem Risiko für Adipositas verbunden. Genetisch war er es mit nichts – nicht mit dem Body-Mass-Index, nicht mit dem Taillenumfang, nicht mit dem Körpergewicht. Eine zweite, unabhängige Untersuchung kam zum selben Schluss und fand tendenziell sogar Zusammenhänge in die Gegenrichtung.

Zum Vergleich die Beobachtungsdaten: Eine Meta-Analyse aus zwölf Studien fand einen um 0,08 Kilogramm pro Quadratmeter niedrigeren Body-Mass-Index bei Kaffeetrinkern. Bei 1,70 Meter Körpergröße sind das rund 230 Gramm.

Es gibt eine Meta-Analyse randomisierter Studien, die formal positive Effekte fand – mit einer Heterogenität von über 90 Prozent. Das bedeutet, die eingeschlossenen Studien widersprechen sich massiv. Aus dieser Arbeit lässt sich keine absolute Gewichtsangabe ableiten.

Wie viel Kaffee ist unbedenklich?

Für gesunde Erwachsene gelten nach Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt und 200 Milligramm als Einzeldosis als unbedenklich. Für Schwangere und Stillende liegt der Wert bei 200 Milligramm täglich.

Koffeingehalte nach BfR, modifiziert aus EFSA 2015. Näherungswerte, der tatsächliche Gehalt schwankt.
Getränk Portion Koffein
Filterkaffee eine Tasse, 200 ml 90 mg
Espresso eine Tasse, 60 ml 80 mg
Energydrink eine Dose, 250 ml 80 mg
Schwarzer Tee eine Tasse, 200 ml 45 mg
Cola-Getränk eine Dose, 330 ml 35 mg
Grüner Tee eine Tasse, 200 ml 30 mg
Zartbitterschokolade halbe Tafel, 50 g 25 mg

400 Milligramm entsprechen damit rund viereinhalb Tassen Filterkaffee, 200 Milligramm gut zwei. Wichtig ist die Einschränkung, die das BfR selbst nennt: Diese Werte gelten nicht für Menschen mit Erkrankungen, mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder mit höherem Alkoholkonsum.

Zum Gesundheitsbild insgesamt: Eine sehr große Übersichtsarbeit über 201 Meta-Analysen fand das günstigste Verhältnis bei drei bis vier Tassen täglich – dort war die Gesamtsterblichkeit um 17 Prozent niedriger als bei Nichttrinkern. Die Autoren schreiben allerdings selbst, dass randomisierte Studien nötig wären, um zu klären, ob diese Zusammenhänge ursächlich sind. Eine Ausnahme mit ungünstigem Bild bildet die Schwangerschaft.

Drei Behauptungen im Faktencheck

1. „Kaffee entwässert"

Evidenz A gegen die Behauptung

In einer Untersuchung mit 50 Kaffeetrinkern wurden über je drei Tage vier Tassen Kaffee gegen dieselbe Menge Wasser verglichen, bei kontrollierter Ernährung und Aktivität. Das Gesamtkörperwasser unterschied sich nicht (51,5 gegenüber 51,4 Kilogramm), das 24-Stunden-Urinvolumen ebenso wenig (2.409 gegenüber 2.428 Milliliter). Die Autoren schließen, dass Kaffee bei gewohnheitsmäßigem Konsum ähnlich zur Flüssigkeitsversorgung beiträgt wie Wasser.

Eine harntreibende Wirkung tritt auf – aber erst ab akuten Dosen von rund 250 bis 300 Milligramm und nur bei Menschen, die zuvor tage- oder wochenlang koffeinfrei gelebt haben. Kaffee zählt zur Flüssigkeitsbilanz. Das Glas Wasser dazu ist nicht falsch, nur eben nicht aus diesem Grund.

2. „Kaffee auf nüchternen Magen stört den Stoffwechsel"

Evidenz C für die Behauptung, Evidenz A für einen anderen Befund

Für die verbreitete Empfehlung, nach dem Aufwachen 90 Minuten mit dem ersten Kaffee zu warten, weil sonst der Cortisolverlauf gestört werde, haben wir keine Studiengrundlage gefunden. Untersuchungen zu Koffein und der Cortisol-Aufwachreaktion existieren nach unserer Recherche nicht. Und bei täglichen Kaffeetrinkern ist die morgendliche Cortisolantwort ohnehin weitgehend aufgehoben.

Ein realer Befund existiert allerdings zu einem anderen Endpunkt. In einer Untersuchung mit 29 Erwachsenen verschlechterte starker schwarzer Kaffee 30 Minuten vor einer Zuckerbelastung die Glukosetoleranz messbar: Der Blutzuckergipfel lag bei 8,96 statt 8,20 Millimol je Liter. Für Menschen mit gestörtem Glukosestoffwechsel ist das ein sinnvoller Hinweis – dann eher zur Mahlzeit trinken als unmittelbar davor.

3. „Kaffee entgiftet"

Evidenz C

Wir haben keine einzige Studie gefunden, die eine entgiftende Wirkung von Kaffee auf den menschlichen Körper belegt. Eine kritische Übersichtsarbeit zu Detox-Konzepten hält fest, dass zu kommerziellen Entgiftungsprogrammen keine randomisierten Studien vorliegen.

Was es gibt, sind Zusammenhänge zwischen Kaffeekonsum und einem niedrigeren Risiko für Lebererkrankungen – das ist etwas grundlegend anderes und beweist keinen Mechanismus. Was der Körper mit nicht verwertbaren Stoffen macht, erledigen Leber, Nieren und Darm ohnehin dauerhaft; eine Anreicherung von „Schlacken" gibt es beim gesunden Menschen nicht.

Der eine Punkt, auf den du achten solltest

Kaffee hemmt die Aufnahme von pflanzlichem Eisen deutlich. Eine Tasse zur Mahlzeit senkte die Eisenaufnahme in einer Untersuchung um 39 Prozent, Tee sogar um 64 Prozent. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Eine Stunde vor dem Essen getrunken hatte Kaffee keinen messbaren Effekt.

Evidenz A

Der Effekt beruht auf Polyphenolen und ist konzentrationsabhängig. Getränke mit 100 bis 400 Milligramm Polyphenolen je Portion senkten die Eisenaufnahme aus einer Brotmahlzeit um 60 bis 90 Prozent. Betroffen ist das Eisen aus pflanzlichen Quellen – Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Gemüse.

Zwei praktische Punkte Milch im Kaffee hilft nicht: Sie hatte auf die Hemmwirkung wenig bis keinen Einfluss. Und die verbreitete Regel „eine Stunde Abstand reicht" gilt nur vor der Mahlzeit. Eine Stunde danach war die Hemmung in derselben Studie noch vollständig vorhanden; ab welchem Abstand sie verschwindet, ist nicht untersucht.

Relevant ist das vor allem bei bestehendem Eisenmangel, bei starker Menstruation, in der Schwangerschaft und bei vegetarischer oder veganer Ernährung. Welche Lebensmittel besonders viel Eisen liefern, steht unter eisenhaltige Lebensmittel.

Kaffee während der Stoffwechselkur

Schwarzer Kaffee ist in der Diätphase kein Problem – er liefert praktisch keine Energie. Die Frage ist nie der Kaffee, sondern das, was hineinkommt.

Aus der Beratungspraxis ist das eine der häufigsten Fragen überhaupt, und die Antwort ist unspektakulär: Schwarz, mit einem Schuss Milch oder mit einem kalorienarmen Aroma bleibt der Kaffee in der Diätphase, wie er ist. Was auffällt, sind die Milchmengen, die im Alltag zusammenkommen – drei große Milchkaffees liegen bereits im Bereich einer kleinen Mahlzeit.

Was während der Kur sonst gilt, steht in der Lebensmittelliste. Und was Kaffee am Morgen ersetzen kann, wenn dir dabei unwohl ist, steht unter Stoffwechselkur Frühstück.

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Aus der Beratungspraxis

  • Der häufigste Irrtum ist nicht, dass Kaffee überschätzt wird – sondern dass der Milchkaffee im Kopf als „Getränk" abgelegt ist und nicht als Kalorienquelle.
  • Wer den Kaffee nicht schwarz mag, kommt mit fettarmer Milch und einer kleineren Tasse weiter als mit dem Versuch, ganz zu verzichten.
  • Bei Eisenmangel lohnt sich die zeitliche Trennung. Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen der Kaffeezeitpunkt tatsächlich etwas ändert.

Wenn du nach dem einen Hebel suchst, der wirklich etwas bewegt. Er liegt nicht im Kaffee. In unserer Stoffwechselkur wird dein Bedarf individuell berechnet statt pauschal geschätzt, die Mahlzeiten sind eiweißbetont und gemüsereich, die Stabilisierungsphase gehört fest dazu – und du wirst täglich persönlich per WhatsApp begleitet.

Zur Stoffwechselkur

Häufige Fragen

Regt Kaffee den Stoffwechsel an?

Ja, messbar, aber sehr wenig. Aus der Dosis-Wirkungs-Beziehung einer Meta-Analyse ergibt sich für eine Tasse Filterkaffee mit rund 90 Milligramm Koffein ein Mehrverbrauch von etwa 10 Kilokalorien über 24 Stunden. Die oft zitierten 103 Kilokalorien entsprechen einer Tagesmenge von rund elf Tassen.

Hilft Kaffee beim Abnehmen?

Nach der derzeitigen Evidenz nicht. In einer genetischen Kausalitätsstudie an 93.179 Personen war ein erblich bedingt höherer Kaffeekonsum mit keinem Adipositas-Endpunkt verbunden – weder mit dem Body-Mass-Index noch mit Taillenumfang oder Körpergewicht. Beobachtungsstudien finden Unterschiede in der Größenordnung von 200 bis 300 Gramm.

Wie viele Tassen Kaffee sind am Tag unbedenklich?

Für gesunde Erwachsene gelten 400 Milligramm Koffein über den Tag als unbedenklich, das sind rund viereinhalb Tassen Filterkaffee. Als Einzeldosis werden 200 Milligramm genannt. Für Schwangere und Stillende liegt der Wert bei 200 Milligramm täglich. Bei Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme gelten diese Werte nicht.

Steigert Kaffee die Fettverbrennung?

Über 24 Stunden gemessen nicht signifikant. Vor dem Sport sieht es anders aus: Bei submaximaler Ausdauerbelastung erhöht Koffein ab etwa 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht die Fettoxidationsrate messbar. Daraus folgt allerdings nicht automatisch mehr Fettabnahme über Wochen – dafür zählt die Energiebilanz des ganzen Tages.

Entwässert Kaffee?

Nein. In einer kontrollierten Untersuchung mit 50 gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern unterschieden sich Gesamtkörperwasser und 24-Stunden-Urinvolumen zwischen Kaffee und Wasser praktisch nicht. Kaffee zählt zur täglichen Flüssigkeitsbilanz.

Quellen

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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Angststörungen, Schlafproblemen, Eisenmangel, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du deinen Koffeinkonsum änderst.