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Stoffwechsel ankurbeln: was den Energieverbrauch wirklich hebt

Alltagsbewegung, Krafttraining und Eiweiß sind die drei Hebel, die in Studien messbar wirken. Dazu der Faktencheck zu Wasser, Kaffee, grünem Tee, Chili und vielen kleinen Mahlzeiten.
Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett: Die richtige Verteilung beim Abnehmen Du liest Stoffwechsel ankurbeln: was den Energieverbrauch wirklich hebt 20 Minuten Weiter OPC für deine Gesundheit

Deinen Stoffwechsel kannst du tatsächlich deutlich beeinflussen – nur nicht dort, wo die meisten Tipps ansetzen. Der Grundumsatz ist bemerkenswert stabil und zwischen 20 und 60 Jahren praktisch unverändert. Der große Hebel liegt in der Alltagsbewegung: Zwischen einem überwiegend sitzenden und einem bewegten Alltag liegen bei gleichem Grundumsatz rund 640 Kilokalorien pro Tag. Kein Gewürz, kein Tee und kein Präparat kommt auch nur in die Nähe dieser Zahl.

Das ist eine gute Nachricht, denn dieser Hebel gehört dir. Du brauchst dafür keine Wundermittel und musst auch nicht darauf hoffen, dass irgendwann etwas „anspringt". In diesem Ratgeber siehst du, woraus dein Energieumsatz wirklich besteht, welche Maßnahmen ihn messbar heben – mit ehrlichen Zahlen – und warum dein Stoffwechsel mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig in Ordnung ist.

Frau geht bei Tageslicht eine Treppe in einem Park hinauf

Das Wichtigste in Kürze

  • Alltagsbewegung ist der größte Hebel. Zwischen Menschen gleichen Gewichts unterscheidet sie sich um bis zu 2.000 Kilokalorien am Tag.
  • Dein Grundumsatz sinkt nicht ab 30. Die bislang größte Auswertung mit 6.421 Menschen zeigt: zwischen 20 und 60 Jahren stabil.
  • Krafttraining lohnt sich – realistisch mit rund 50 bis 150 Kilokalorien mehr Ruheumsatz, vor allem aber, weil es beim Abnehmen die Muskeln schützt.
  • Eiweiß bremst den Abfall des Ruheumsatzes in der Diät um rund 142 Kilokalorien pro Tag.
  • Die berühmte „1 kg Muskeln = 100 kcal"-Regel stimmt nicht. Der echte Wert liegt bei etwa 13 Kilokalorien.

Woraus dein Energieumsatz besteht

Alles, was du an einem Tag verbrauchst, verteilt sich auf drei Posten. Und die Anteile erklären sofort, warum die meisten Ratgeber am falschen Ende ansetzen.

National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine: Dietary Reference Intakes for Energy, 2023.
Baustein Anteil am Gesamtumsatz Wie stark beeinflussbar?
Ruheenergieumsatz – was dein Körper im Liegen für Herz, Gehirn, Leber, Nieren und Atmung braucht 60–70 % Gering und langsam
Verdauungsaufwand – was die Verwertung der Nahrung selbst kostet rund 10 % Etwas, über die Nährstoffauswahl
Bewegungsumsatz – Sport und alle Alltagsbewegung 15 % bei sitzender Lebensweise bis 50 % bei sehr aktiven Menschen Sehr stark

Der Ruheumsatz ist der größte Posten, aber der unbeweglichste. Der Bewegungsumsatz ist kleiner – und hat mit Abstand die größte Spannbreite. Genau da setzt du an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet das über sogenannte PAL-Werte, also einen Multiplikator auf den Grundumsatz. Ein Büroalltag ohne nennenswerte Freizeitaktivität liegt bei 1,4 bis 1,5, ein Beruf mit viel Gehen und Stehen bei 1,8 bis 1,9.

Die Rechnung, die alles erklärt

  • Grundumsatz 1.600 kcal, Faktor 1,4 → 2.240 kcal Tagesumsatz
  • Grundumsatz 1.600 kcal, Faktor 1,8 → 2.880 kcal Tagesumsatz
  • Unterschied: 640 Kilokalorien pro Tag – bei identischem Grundumsatz

Das ist der Rahmen für alles Weitere. Wenn dir jemand ein Lebensmittel verkauft, das den Stoffwechsel um 50 Kilokalorien hebt, dann sind das rund acht Prozent dessen, was dein Bewegungsverhalten ausmacht.

Übrigens ein Detail, das fast alle Rechner falsch machen: Grundumsatz und Ruheumsatz sind nicht dasselbe. Der Grundumsatz wird morgens nach acht Stunden Schlaf und zwölf Stunden ohne Nahrung gemessen. Der Ruheumsatz liegt rund zehn Prozent darüber.

Der größte Hebel: Alltagsbewegung

Die Fachliteratur nennt das NEAT – alles, was du dich bewegst, ohne dass es Sport wäre. Gehen, Stehen, Treppen, Kochen, Einkaufen, mit den Händen reden, aufstehen, um etwas zu holen.

Ein Forschungsteam um James Levine hat die Größenordnung untersucht und formuliert es so: Weil Menschen gleichen Gewichts sich sehr unterschiedlich viel bewegen, schwankt NEAT zwischen Personen um bis zu 2.000 Kilokalorien pro Tag.

Zwei Studien machen das besonders greifbar:

Die Überfütterungsstudie

16 Freiwillige bekamen acht Wochen lang täglich 1.000 Kilokalorien mehr, als sie brauchten. Zwei Drittel des Anstiegs im Energieumsatz gingen auf Alltagsbewegung zurück – und die Unterschiede darin erklärten zehnfache Unterschiede darin, wie viel Fett die Einzelnen ansetzten.

Levine, Eberhardt & Jensen, Science 1999. Kleine Stichprobe, aber sehr sorgfältig gemessen.Evidenz gut, Stichprobe klein

Die Haltungsstudie

Zehn schlanke und zehn leicht adipöse Menschen wurden zehn Tage lang alle halbe Sekunde auf Körperhaltung und Bewegung vermessen. Die adipösen Teilnehmenden saßen im Schnitt zwei Stunden pro Tag länger. Würden sie das Bewegungsmuster der schlanken Gruppe übernehmen, entspräche das rund 350 Kilokalorien zusätzlich – jeden Tag.

Levine et al., Science 2005.Evidenz gut, Stichprobe klein

Und ein wichtiger Zusatz, den kaum ein Ratgeber kennt: Der Zusammenhang ist nicht unbegrenzt linear. Bei sehr hoher Aktivität erreicht der Gesamtumsatz ein Plateau. Der große Sprung passiert also im unteren Bereich – zwischen „sitzt fast durchgehend" und „bewegt sich regelmäßig". Genau dort, wo die meisten von uns stehen. Das ist die eigentlich gute Nachricht: Der erste Schritt bringt am meisten.

Praktisch heißt das: Treppe statt Aufzug, eine Haltestelle früher aussteigen, Telefonate im Gehen, alle 45 Minuten kurz aufstehen. Nichts davon fühlt sich nach Sport an – und zusammen ist es mehr als jedes Training.

Sport zum Abnehmen?

Krafttraining und Muskeln

Frau trainiert mit Kurzhanteln in einem hellen Raum

Krafttraining gehört zu den besten Dingen, die du für deinen Körper tun kannst. Nur wirkt es anders, als die Werbung sagt.

Eine Meta-Analyse über 18 Studien hat den Effekt auf den Ruheumsatz gemessen:

MacKenzie-Shalders et al., Journal of Sports Sciences 2020. Die Autorinnen und Autoren weisen selbst auf heterogene Methodik hin.
Trainingsform Effekt auf den Ruheumsatz Signifikant?
Krafttraining +96 kcal pro Tag Ja
Ausdauertraining +82 kcal pro Tag Nein
Alle Formen zusammen +75 kcal pro Tag Nein

Eine neunmonatige Einzelstudie mit periodisiertem Ganzkörpertraining kam auf +73 Kilokalorien pro Tag, also etwa fünf Prozent. Realistisch liegt der Effekt also bei rund 50 bis 150 Kilokalorien nach Monaten konsequenten Trainings. Das ist ein schöner Bonus – aber es ist nicht der „Stoffwechselofen", von dem oft die Rede ist.

Die Zahl, die fast überall falsch steht „Ein Kilogramm Muskeln verbrennt 100 Kilokalorien am Tag" – diese Behauptung findest du praktisch überall. Die gemessenen Werte sagen etwas anderes: Skelettmuskulatur verbraucht in Ruhe rund 13 Kilokalorien pro Kilogramm und Tag, Fettgewebe 4,5. Der Unterschied zwischen einem Kilo Muskeln und einem Kilo Fett beträgt also etwa 8,5 Kilokalorien. Zum Vergleich: Leber und Gehirn liegen bei 200 bis 240.

Warum du trotzdem unbedingt Krafttraining machen solltest: Der eigentliche Wert liegt nicht im Ruheumsatz, sondern im Muskelerhalt während der Diät. Jedes Kilogramm fettfreier Masse, das du verlierst, senkt deinen Umsatz dauerhaft und verschlechtert die Körperzusammensetzung. Krafttraining plus ausreichend Eiweiß ist die zuverlässigste Kombination, um am Ende einer Diät schlanker und nicht nur leichter zu sein.

Und der Nachbrenneffekt?

Er existiert – nur ist er kleiner als sein Ruf. Ein systematischer Review über 22 Studien fand für hochintensives Intervalltraining rund 69 Kilokalorien Nachbrennen über mehr als drei Stunden, für moderates Ausdauertraining rund 38. Die Differenz zwischen den Trainingsformen liegt also grob bei 30 bis 45 Kilokalorien – etwa ein halber Apfel.

Das heißt nicht, dass HIIT schlecht ist. Es heißt nur: Wähle deine Trainingsform nach Zeitbudget, Gelenken und danach, was du durchhältst – nicht nach dem Nachbrenneffekt.

Eiweiß

Eiweiß wirkt auf zwei Wegen, und der zweite ist der wichtigere.

Erstens der Verdauungsaufwand. Eiweiß kostet bei der Verwertung 20 bis 30 Prozent seiner eigenen Energie, Kohlenhydrate 5 bis 10, Fett 0 bis 3. Wer bei 2.000 Kilokalorien den Eiweißanteil von 15 auf 30 Prozent hebt, kommt auf rund 50 Kilokalorien Mehrverbrauch pro Tag. Rechenbeispiel

Zweitens – und das ist die eigentliche Nachricht – der Muskelschutz. Eine Meta-Analyse über 24 randomisierte Studien mit 1.063 Teilnehmenden verglich kalorienreduzierte Diäten mit hohem gegen normalen Eiweißanteil bei gleicher Kalorienmenge. Die eiweißreiche Variante erhielt 0,43 Kilogramm mehr fettfreie Masse – und der Ruheumsatz sank um rund 142 Kilokalorien pro Tag weniger.

Das ist die interessanteste Zahl im ganzen Artikel. Sie ist größer als der gesamte Effekt von Krafttraining auf den Ruheumsatz, und sie kostet dich nichts außer einer bewussteren Lebensmittelauswahl.

Was rechtlich gesagt werden darf Für Eiweiß sind in der EU genau diese Formulierungen zugelassen: „Proteine tragen zu einer Zunahme an Muskelmasse bei" und „Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei". Einen zugelassenen Claim „Eiweiß kurbelt den Stoffwechsel an" gibt es nicht.

Als Orientierung nennt die Sporternährungsliteratur 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht; in stärkeren Defiziten und bei sehr schlanken, trainierten Menschen auch mehr. Diese Werte stammen aus der Sportwissenschaft, nicht aus Ernährungsleitlinien für die Allgemeinbevölkerung – der DGE-Referenzwert für gesunde Erwachsene liegt deutlich darunter. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gelten eigene Vorgaben, die ärztlich festgelegt werden.

Schlaf

Zehn übergewichtige Erwachsene durchliefen zweimal je 14 Tage dasselbe moderate Kaloriendefizit – einmal mit 8,5 Stunden Schlafgelegenheit, einmal mit 5,5.

Nedeltcheva et al., Annals of Internal Medicine 2010. Kleine Stichprobe (n = 10), randomisiertes Crossover-Design.
8,5 Stunden 5,5 Stunden
Fettverlust 1,4 kg 0,6 kg
Verlust an fettfreier Masse 1,5 kg 2,4 kg

Gleiches Defizit, halber Fettverlust, 60 Prozent mehr Muskelverlust. Und weil fettfreie Masse den Ruheumsatz trägt, arbeitet schlechter Schlaf damit direkt gegen dich.

Eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Eine Meta-Analyse über 41 randomisierte Studien fand für Schlafmangel klare Effekte auf Hunger (+13,4 Punkte auf einer 100er-Skala) und Energieaufnahme (rund +253 Kilokalorien pro Tag) – aber keinen belegten Effekt auf den Energieumsatz selbst. Der oft gelesene Satz „zu wenig Schlaf verlangsamt deinen Stoffwechsel" ist so nicht haltbar. Schlafmangel wirkt über den Appetit und über die Zusammensetzung des Gewichtsverlusts – das reicht als Argument völlig aus.

Wird der Stoffwechsel mit dem Alter langsamer?

Hier kommt die vielleicht befreiendste Erkenntnis des Artikels. 2021 erschien in Science die bislang größte Auswertung dazu: 6.421 Menschen aus 29 Ländern, im Alter von acht Tagen bis 95 Jahren, gemessen mit der Goldstandard-Methode.

Pontzer et al., Science 2021. Werte für den um Körperzusammensetzung bereinigten Energieumsatz.
Lebensphase Was passiert
Erstes Lebensjahr Anstieg auf rund 150 % des Erwachsenenniveaus
1 bis 20 Jahre Rückgang um etwa 2,8 % pro Jahr
20 bis 60 Jahre stabil – auch während einer Schwangerschaft
Ab etwa 63 Jahren Rückgang um rund 0,7 % pro Jahr

Die verbreitete Vorstellung, der Stoffwechsel werde ab 30 jedes Jahr langsamer, hält dieser Datenbasis nicht stand. Zwischen 20 und 60 ist er stabil.

Was sich stattdessen ändert – und die Alltagswahrnehmung erklärt: Die Muskelmasse nimmt ab dem mittleren Erwachsenenalter typischerweise ab, dadurch sinkt der absolute Umsatz. Und die Alltagsbewegung wird mit Job, Familie und Gewohnheiten oft weniger. Beides sind Dinge, an denen du arbeiten kannst.

Fair bleiben Es handelt sich um Querschnittsdaten aus vielen zusammengeführten Studien, nicht um dieselben Menschen über 70 Jahre hinweg. Und für deinen Alltag zählt der absolute Umsatz, nicht der um die Körperzusammensetzung bereinigte. Die Botschaft bleibt trotzdem: Was du als „langsameren Stoffwechsel" erlebst, ist zum großen Teil weniger Muskulatur und weniger Bewegung – und nicht das Alter selbst.

Ist mein Stoffwechsel kaputt?

Diese Sorge hören wir in der Beratung sehr oft, meist nach mehreren Diäten. Die Antwort ist beruhigend – und die Studie, die dafür immer herangezogen wird, sagt tatsächlich das Gegenteil dessen, was man liest.

Gemeint ist die Nachuntersuchung der Teilnehmenden einer amerikanischen Abnehmshow. Sie hatten in 30 Wochen im Schnitt 58 Kilogramm verloren; sechs Jahre später lag ihr Ruheumsatz noch rund 700 Kilokalorien unter dem Ausgangswert. Daraus wurde die Erzählung vom kaputten Stoffwechsel.

Nur: In derselben Auswertung war die metabolische Anpassung nicht mit der Wiederzunahme verknüpft. Wer nach sechs Jahren mehr Gewicht gehalten hatte, zeigte sogar die stärkere Verlangsamung. Und eine Folgearbeit derselben Arbeitsgruppe fand den eigentlichen Unterschied: Die Gruppe, die ihr Gewicht hielt, hatte ihre körperliche Aktivität um 160 Prozent gesteigert, die Wiederzunehmer nur um 34 Prozent. Bei der Energieaufnahme unterschieden sie sich nicht.

Die Wiederzunahme hing an der Bewegung, nicht am Stoffwechsel. Genau umgekehrt zu dem, was üblicherweise daraus zitiert wird.

Dazu kommt: Diese Menschen hatten unter extremen Bedingungen 58 Kilogramm in 30 Wochen verloren. Auf ein moderates Defizit lässt sich das nicht übertragen. Und selbst die Größe der metabolischen Anpassung ist in der Forschung umstritten – eine Arbeit fand nach einem Jahr keinen signifikanten Effekt mehr.

Wenn deine Waage steht, liegt das in aller Regel nicht an einem beschädigten Stoffwechsel. Die häufigsten Ursachen haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt: Warum nehme ich nicht ab?

Was überschätzt wird

Diese Tipps stehen in fast jedem Artikel zum Thema. Sie schaden nicht – aber sie sind nicht der Hebel, für den sie gehalten werden.

Empfehlung Was die Datenlage sagt
Viele kleine Mahlzeiten Eine Meta-Analyse über 15 Studien fand den scheinbaren Vorteil allein durch eine einzige Studie erzeugt. Physiologisch kann es auch nicht funktionieren: Der Verdauungsaufwand hängt an der Energiemenge, nicht an der Zahl der Mahlzeiten. 2.000 kcal auf sechs Mahlzeiten kosten genauso viel wie auf drei. Widerlegt
Grüner Tee In der Meta-Analyse steigerte die Catechin-Koffein-Mischung den Tagesumsatz um 428 kJ – Koffein allein um 429 kJ. Der Effekt ist also ein Koffein-Effekt. Und der Cochrane-Review fand außerhalb Japans null Gewichtseffekt. Klar untersucht
Viel Wasser trinken Die berühmte Studie mit 30 Prozent Mehrverbrauch ließ sich nicht replizieren: Wasser bei Raumtemperatur zeigte gar keinen Anstieg, eiskaltes Wasser 4,5 Prozent. Genug zu trinken bleibt trotzdem sinnvoll. Umstritten
Kaltduschen und braunes Fettgewebe Beim Menschen deutlich kleiner als in den Mäusedaten, aus denen die Idee stammt. Überschätzt
Detox-Kuren Ein kritischer Review hält fest, dass nach Kenntnis der Autoren keine einzige randomisierte kontrollierte Studie zu kommerziellen Detox-Diäten existiert. Ohne Evidenz
Chili und Scharfstoffe Akut messbar, langfristig nicht auf Gewicht übertragen. Würzen darfst du trotzdem herzhaft. Akuteffekt

Eine Anmerkung zum Marketing: „Chrom trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei" ist ein Satz, den man häufig auf Diätprodukten liest – er ist in der EU so nicht zugelassen. Zugelassen sind für Chrom ausschließlich „Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei" und „Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei". Ein kleines Detail, aber ein guter Test dafür, wie sorgfältig ein Anbieter arbeitet.

Welche Lebensmittel den Energieverbrauch tatsächlich beeinflussen, findest du in unseren Ratgebern zu fettverbrennenden Lebensmitteln und zu den Stoffwechsel-Killern.

Wann die Schilddrüse eine Rolle spielt

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Energieumsatz tatsächlich senken. Sie ist aber deutlich seltener die Erklärung, als Ratgeberartikel nahelegen.

Die deutsche hausärztliche Leitlinie ist an zwei Stellen sehr klar. Erstens: „Ein TSH-Screening bei asymptomatischen Erwachsenen sollte nicht erfolgen." Getestet wird bei begründetem Verdacht oder bekannten Risikofaktoren – nicht auf Verdacht, weil das Abnehmen nicht klappt. Zweitens, und das ist der wichtigere Satz: „Es gibt keinen nachgewiesenen Nutzen einer Substitutionstherapie hinsichtlich einer Reduktion von BMI oder Taillenumfang." Eine Schilddrüsenbehandlung ist kein Abnehmmittel.

Wenn du anhaltende Beschwerden hast – ausgeprägte Müdigkeit, starke Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Haarausfall oder eine unerklärliche Gewichtszunahme –, gehört das in ärztliche Hände und nicht in einen Selbsttest. Sprich deine Hausärztin oder deinen Hausarzt darauf an.

Dein Plan für die nächsten vier Wochen

Notizbuch mit Wochenplan neben Laufschuhen und einem Glas Wasser

Nach allem, was oben steht, ergibt sich eine erfreulich kurze Liste. Sie ist nach Effektgröße sortiert.

  1. Bring Bewegung in den Alltag. Nicht als Sportprogramm, sondern als Gewohnheit: Treppe, Wege zu Fuß, Telefonate im Gehen, alle 45 Minuten aufstehen. Hier liegt der 640-Kilokalorien-Hebel.
  2. Zweimal pro Woche Krafttraining. Ganzkörper, Grundübungen, mit eigenem Körpergewicht oder Gewichten. Es schützt deine Muskeln – im Defizit besonders.
  3. Eiweiß bei jeder Mahlzeit. Der wirksamste Ernährungshebel für den Erhalt deines Umsatzes.
  4. Schlaf. Wenn du regelmäßig deutlich unter sieben Stunden liegst, ist das der Punkt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
  5. Kein Crash-Defizit. Ein moderates Defizit erhält mehr Muskulatur und lässt sich länger durchhalten.

Und was du dir sparen kannst: Fatburner, Detox-Kuren, Chrompräparate und die Suche nach dem einen Lebensmittel, das alles verändert.

Genau so ist unsere Stoffwechselkur gebaut: eiweißbetonte, gemüsereiche Mahlzeiten, die die Muskulatur schützen, ein Bedarf, den wir individuell für dich berechnen statt pauschal vorzugeben, und eine echte Stabilisierungsphase für die Zeit danach. Dazu wirst du täglich persönlich per WhatsApp begleitet – von Magdalena und ihrem Team. Die Ernährungsberatung ist im Paket enthalten, du bezahlst sie nicht extra.

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Häufige Fragen

Wie kurble ich meinen Stoffwechsel an?

Über Alltagsbewegung. Zwischen einem sitzenden und einem bewegten Alltag liegen bei gleichem Grundumsatz rund 640 Kilokalorien pro Tag. Danach folgen Krafttraining, ausreichend Eiweiß und guter Schlaf. Lebensmittel und Präparate bewegen sich in einer Größenordnung von 50 bis 100 Kilokalorien – wenn überhaupt.

Wie lange dauert es, den Stoffwechsel umzustellen?

Alltagsbewegung wirkt sofort – jeder zusätzliche Schritt zählt am selben Tag. Veränderungen an der Muskulatur brauchen dagegen Monate. Ein Zeitpunkt, an dem der Stoffwechsel „umspringt", existiert nicht.

Verbrennt 1 kg Muskeln wirklich 100 Kalorien am Tag?

Nein. Gemessen sind rund 13 Kilokalorien pro Kilogramm Skelettmuskulatur und Tag; Fettgewebe liegt bei 4,5. Der Unterschied zwischen einem Kilo Muskeln und einem Kilo Fett beträgt also etwa 8,5 Kilokalorien. Krafttraining lohnt sich trotzdem – vor allem wegen des Muskelerhalts in der Diät.

Wird der Stoffwechsel ab 30 langsamer?

Nach der bislang größten Auswertung mit 6.421 Menschen nicht. Der um die Körperzusammensetzung bereinigte Energieumsatz ist zwischen 20 und 60 Jahren stabil und sinkt erst ab etwa 63 Jahren um rund 0,7 Prozent jährlich. Was sich vorher ändert, sind Muskelmasse und Alltagsbewegung.

Ist mein Stoffwechsel nach vielen Diäten kaputt?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Selbst in der bekanntesten Untersuchung dazu hing die Wiederzunahme nicht an der Stoffwechselverlangsamung, sondern an der körperlichen Aktivität. Wer sein Gewicht hielt, hatte die Bewegung um 160 Prozent gesteigert.

Bringen viele kleine Mahlzeiten etwas für den Stoffwechsel?

Nein. Der Verdauungsaufwand richtet sich nach der zugeführten Energiemenge, nicht nach der Anzahl der Mahlzeiten. Iss so oft, wie es für dich in den Tag passt und dich satt hält.

Kann die Schilddrüse schuld sein?

Möglich, aber seltener als angenommen. Die hausärztliche Leitlinie rät ausdrücklich von einem TSH-Screening bei beschwerdefreien Erwachsenen ab. Bei anhaltenden Beschwerden wie starker Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder Haarausfall gehört die Abklärung in die Hausarztpraxis.

Weiterlesen

Quellen

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  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Energiezufuhr sowie Referenzwerte Energie.
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  • Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission sowie Verordnung (EG) Nr. 1924/2006.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Die genannten Proteinmengen stammen überwiegend aus der Sporternährungsforschung und gelten nicht unverändert für alle Personengruppen. Bei Vorerkrankungen, insbesondere der Nieren oder der Schilddrüse, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Einnahme von Medikamenten sprich Ernährungs- und Trainingsumstellungen bitte vorab ärztlich ab.