10 Tipps zur richtigen Ernährung bei Akne - VitalBodyPLUS.de

Ernährung bei Akne: Welche Lebensmittel wirklich untersucht sind

Gesunde Weihnachten? So gelingt es dir! Du liest Ernährung bei Akne: Welche Lebensmittel wirklich untersucht sind 19 Minuten Weiter Cellulite: Ursachen und Entstehung

Ernährung ist bei Akne ein Einflussfaktor – keine Ursache und keine Behandlung. Am besten belegt ist die glykämische Last: Lebensmittel, die den Blutzucker schnell steigen lassen, wurden in mehreren randomisierten Studien geprüft, der Effekt ist real, aber moderat. Für Milch gibt es eine robuste Assoziation aus Beobachtungsdaten, aber keine einzige Interventionsstudie. Und zu Erdnüssen und Avocado, nach denen besonders häufig gesucht wird, existiert schlicht keine Untersuchung.

Dieser Text geht die Lebensmittel einzeln durch und sagt zu jedem, was tatsächlich untersucht wurde – auch dort, wo die Antwort „nichts“ lautet. Denn mindestens fünf Lebensmittel stehen auf deutschen Verbotslisten, ohne dass es dafür eine Grundlage gäbe. Und ein Lebensmittel, das überall als sichere Alternative empfohlen wird, wurde geprüft und fiel durch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der bestbelegte Hebel ist kein Verbot, sondern ein Tausch: hohe glykämische Last gegen niedrige. Vollkorn statt Weißmehl, ganze Frucht statt Saft.
  • Milch ist einen vierwöchigen Selbstversuch wert, aber kein Dogma. Die Assoziation ist belegt, die Ursächlichkeit nicht.
  • Schokolade wurde dreimal direkt geprüft – alle drei Studien fanden eine Verschlechterung. Auch die mit 99-prozentiger Bitterschokolade.
  • Zu Erdnüssen und Avocado gibt es null Studien. Zu Nüssen und Soja weisen die vorhandenen Befunde in die Gegenrichtung.
  • Der stärkste Befund auf der günstigen Seite betrifft Gemüse.
  • Keine dermatologische Leitlinie spricht eine Ernährungsempfehlung aus. Das gehört zur ehrlichen Einordnung dazu.
  • Kein Lebensmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel darf als Mittel gegen Akne dargestellt werden. Im EU-Verzeichnis zugelassener Angaben kommen „Akne“ und „Pickel“ null Mal vor.
Wichtig vorwegBei mittelschwerer oder schwerer Akne, bei entzündlichen Knoten, bei beginnender Narbenbildung oder wenn du erheblich darunter leidest, gehört die Behandlung in dermatologische Hände. Es gibt wirksame Medikamente. Ernährung ist begleitend, nicht ersetzend – und je früher behandelt wird, desto geringer das Risiko bleibender Narben.

Was bei Akne im Körper passiert

Ohne diesen Abschnitt bleibt der Rest unverständlich. Akne entsteht aus vier Faktoren, die zusammenwirken:

  • Die Talgdrüse produziert mehr Talg – und Talg veränderter Zusammensetzung.
  • Der Ausführungsgang verhornt abweichend und verstopft. Es entsteht ein Komedo, umgangssprachlich ein Mitesser.
  • Der Hautkeim Cutibacterium acnes besiedelt den verstopften Gang. Wichtig: Dieser Keim ist ein normaler Hautbewohner. Akne ist keine Infektion und keine Frage mangelnder Hygiene.
  • Es entsteht eine Entzündung, an der verschiedene Botenstoffe beteiligt sind.

Gesteuert wird das vor allem von Androgenen, Insulin und dem Wachstumsfaktor IGF-1. Und genau hier liegt die einzige plausible Brücke zwischen dem Teller und der Talgdrüse: Eine hohe glykämische Last treibt das Insulin nach oben, Insulin erhöht das frei verfügbare IGF-1. Milch wiederum regt die Insulinausschüttung unabhängig von ihrem glykämischen Index stark an. Beides mündet in denselben Signalweg – mehr Talg, mehr Verhornung, mehr Entzündung.

Dass dieser Mechanismus messbar ist, zeigt eine Studie, in der eine niedrig-glykämische Kost den IGF-1-Spiegel innerhalb von zwei Wochen senkte. Das erklärt, warum ein Zusammenhang bestehen könnte. Es beweist nicht, dass er bei dir besteht.

Zur Einordnung: Akne betrifft schätzungsweise 9,4 Prozent der Weltbevölkerung und ist damit die achthäufigste Erkrankung überhaupt. Du bist nicht die Ausnahme.

Junge Frau steht im Morgenlicht vor einem Badezimmerspiegel

Glykämische Last: der bestbelegte Hebel

Dies ist der einzige Ernährungsfaktor, zu dem es randomisierte Studien mit tatsächlich gezählten Hautveränderungen gibt.

In der Ausgangsstudie von 2007 aßen 43 junge Männer zwölf Wochen lang entweder niedrig-glykämisch oder wie gewohnt. Die Gesamtzahl der Hautveränderungen sank in der Interventionsgruppe deutlich stärker. Eine zweite Studie über zehn Wochen bestätigte das und fand zusätzlich histologisch kleinere Talgdrüsen und weniger Entzündungsmarker. Eine systematische Übersicht über 34 Studien fasst den Effekt als „moderat, aber signifikant“ zusammen.

Und jetzt der Befund, den keine deutsche Ratgeberseite nennt: In einer weiteren randomisierten Studie mit 84 Teilnehmenden brachte die niedrig-glykämische Kost zusätzlich zu einer wirksamen Aknecreme keinen messbaren Vorteil. Außerdem nahm die Interventionsgruppe der Ausgangsstudie nebenbei mehr ab als die Kontrollgruppe – Diät- und Gewichtseffekt lassen sich dort nicht sauber trennen.

Ehrliche Zusammenfassung: Die glykämische Last ist der bestbelegte Ernährungsfaktor bei Akne. Sie ersetzt keine Behandlung, und ihr Zusatznutzen neben einer wirksamen Therapie ist nicht gesichert.

Praktisch heißt das: Vollkornbrot statt Weißbrot, Vollkornnudeln statt heller, ganze Frucht statt Saft, Gemüse als Volumen auf dem Teller. Das ist keine Diät, sondern ein Tausch.

Milch und Milchprodukte

Zwei große Auswertungen haben das untersucht. Die umfangreichere fasste 14 Studien mit 78.529 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen: Wer Milchprodukte konsumierte, hatte gegenüber Nichtkonsumenten um rund ein Viertel erhöhte Odds für Akne. Die zweite Auswertung kam in dieselbe Richtung.

Drei Einschränkungen gehören dazu, und sie sind gewichtig:

  • Alle eingeschlossenen Studien sind Beobachtungsstudien mit Selbstauskunft. Es gibt bis heute keine einzige Studie, in der Milchverzicht bei Akne getestet wurde.
  • Die Autoren weisen einen Publikationsbias nach, und die für andere Einflüsse bereinigten Ergebnisse fielen schwächer aus.
  • Bei Käse und Joghurt widersprechen sich die beiden Auswertungen: Die eine findet für Joghurt einen Zusammenhang und für Käse einen knapp unterhalb der Signifikanzschwelle, die andere findet für beide nichts.

Häufig liest man, ausgerechnet Magermilch sei schlimmer als Vollmilch. In zwei der drei großen Kohorten fällt Magermilch tatsächlich stärker auf – in der dritten, einer Kohorte von Mädchen, lagen alle Milchsorten praktisch gleichauf. Warum das so ist, ist ungeklärt; diskutiert wird der höhere relative Molkenanteil. Als gesicherte Regel taugt es nicht.

Ein Glas Milch, eine Schale Naturjoghurt und ein Stück Hartkäse auf einer hellen Marmorfläche

Was daraus folgt: Wenn du den Verdacht hast, dass Milch bei dir eine Rolle spielt, ist ein Selbstversuch über vier bis sechs Wochen vernünftig – mit Blick auf die Kalzium- und Eiweißversorgung, wenn du Milchprodukte ganz weglässt. Was daraus nicht folgt, ist eine allgemeine Empfehlung, auf Milch zu verzichten.

Molkenprotein

Wir verkaufen selbst ein Molkenproteinpulver. Deshalb hier besonders sorgfältig.

Molkenprotein ist der Anteil der Milch, der die Insulinausschüttung am stärksten anregt – der Mechanismus wäre also plausibel. An veröffentlichter Evidenz gibt es elf Einzelfälle: fünf Jugendliche, deren Akne kurz nach Beginn der Einnahme auftrat und nach dem Absetzen abheilte, bei einem davon flammte sie nach Wiederaufnahme erneut auf; sowie sechs junge Männer mit Akne ausschließlich am Rumpf. Mehrere Übersichtsarbeiten führen Akne als möglichen Effekt – sie stützen sich allerdings genau auf diese Fälle.

Dem gegenüber steht eine randomisierte, doppelblinde Studie: 49 Männer nahmen sechs Monate lang täglich 30 Gramm Molkenprotein. Ihre Akne verschlechterte sich gegenüber der Kontrollgruppe nicht.

Beide Datenlagen sind schmal. Fallberichte unterliegen einem Aufmerksamkeitsbias – wer keine Verschlechterung erlebt, taucht in der Literatur nicht auf. Und eine Studie mit 49 Teilnehmenden, angelegt als Nichtunterlegenheitsprüfung, hat wenig Kraft, ein Schadenssignal aufzudecken. Bei Bodybuildern kommen zudem Störfaktoren dazu, die keine dieser Arbeiten kontrolliert hat.

Die ehrliche Antwort lautet deshalb: Molkenprotein ist weder als Akneauslöser belegt noch als unbedenklich freigesprochen. Wer Akne hat und Molkenprotein nimmt, kann es probeweise für einige Wochen weglassen und beobachten. Das ist eine sinnvolle persönliche Testung – keine Empfehlung, die sich aus der Studienlage ableiten ließe.

Schokolade

Auf mehreren deutschen Ratgeberseiten steht, es gebe keine Studie, die einen Zusammenhang zeige. Das stimmt nicht.

Es gibt drei, und alle drei fanden eine Verschlechterung. Die methodisch beste war ein randomisiertes Crossover mit 54 Teilnehmenden, das einen Milchschokoladenriegel gegen glykämisch gleichwertige Gummibonbons antreten ließ – die Schokolade schnitt trotzdem schlechter ab. Eine zweite Studie prüfte 25 Gramm 99-prozentige Bitterschokolade täglich über vier Wochen; ab Woche zwei nahmen Komedonen und entzündliche Papeln signifikant zu. Eine dritte, sehr kleine Untersuchung verwendete reines ungesüßtes Kakaopulver in Kapseln und fand denselben Effekt.

Alle drei sind klein, zwei ohne echte Kontrollgruppe. Für einen Beweis reicht das nicht. Es reicht aber, um zwei verbreitete Aussagen zu korrigieren: „Es gibt keine Studie dazu“ ist falsch – und Bitterschokolade als hautfreundliche Alternative ist durch die Daten nicht gedeckt. Offenbar spielt nicht nur der Zucker eine Rolle.

Die Lebensmittel einzeln

Lebensmittel Was tatsächlich untersucht ist
Weißbrot, helle Nudeln, weißer Reis Über die glykämische Last der bestbelegte Faktor. Der Tausch gegen Vollkornvarianten ist die Maßnahme mit der besten Studienlage.
Zucker, Süßigkeiten Über die glykämische Last; in einer großen Fall-Kontroll-Studie war täglicher Konsum von Schokolade und Süßigkeiten assoziiert. Für Softdrinks speziell ist die Datenlage uneinheitlich.
Milch Assoziation aus Beobachtungsdaten belegt, Ursächlichkeit offen, keine Interventionsstudie.
Käse und Joghurt Widersprüchlich. Die beiden großen Auswertungen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gehören nicht auf eine Verbotsliste.
Schokolade, auch Bitterschokolade Drei kleine Interventionsstudien, alle mit Verschlechterung.
Erdnüsse Keine einzige Untersuchung. Die verbreitete Empfehlung, sie zu meiden, stammt aus Ernährungsratgebern, nicht aus der Forschung.
Nüsse allgemein Die Datenlage spricht eher dafür, dass sie unproblematisch oder günstig sind. Die einzige randomisierte Studie – 60 Gramm Mandeln täglich über 20 Wochen – fand eine stärkere Abnahme der Hautveränderungen. Sie wurde allerdings von einem Mandelverband finanziert; das muss man wissen.
Soja Die einzige Studie fand eine Besserung, nicht eine Verschlechterung. Sie ist klein und untersuchte ein Isoflavon-Präparat, nicht Tofu oder Sojadrink. Für ein Sojaverbot gibt es keine Grundlage.
Avocado Keine Untersuchung. Sachlich sagen lässt sich nur: Avocado hat eine sehr niedrige glykämische Last. Wenn sie etwas ersetzt, das eine hohe hat, passt das zur Studienlage – die Avocado selbst ist dabei nicht der Wirkstoff.
Fetter Seefisch Eine randomisierte Studie mit 45 Teilnehmenden fand unter Omega-3-Fettsäuren weniger Hautveränderungen. Zweimal pro Woche fetter Seefisch ist unabhängig davon sinnvoll.
Gemüse Der stärkste Befund auf der günstigen Seite: In einer Auswertung von fünf Studien war höherer Gemüsekonsum mit deutlich niedrigeren Odds verbunden. Die Autoren stufen die Gesamtevidenz allerdings selbst als niedrig ein.
Obst Kein eigenständiger Befund. Beeren, Äpfel und Zitrusfrüchte haben eine niedrige glykämische Last, Fruchtsäfte und Trockenobst eine deutlich höhere.
Fast Food In Beobachtungsstudien mit Akne assoziiert. Was daran wirkt – glykämische Last, Fettprofil, der Lebensstil insgesamt – lässt sich aus diesen Daten nicht trennen.
Kaffee Keine aussagekräftige Untersuchung. Milch und Zucker im Kaffee sind ein eigenes Thema, der Kaffee selbst ist keines. Gehört nicht auf die Verbotsliste, obwohl er dort häufig steht.
Alkohol In einer Querschnittsstudie unter den ungünstigen Faktoren, ohne Interventionsstudie. Die verbreitete Behauptung, Alkohol werde als Giftstoff über die Haut ausgeschieden, ist physiologisch falsch.

Die drei Botschaften daraus

  • Der belastbarste Hebel ist kein Verbot, sondern ein Tausch: hohe glykämische Last gegen niedrige.
  • Milch ist einen Selbstversuch wert, aber kein Dogma.
  • Mindestens vier Lebensmittel stehen auf deutschen Verbotslisten ohne jede Grundlage: Erdnüsse, Nüsse allgemein, Soja und Kaffee. Und in der Gegenrichtung wird Bitterschokolade als sichere Alternative empfohlen, obwohl genau sie geprüft wurde und durchfiel.

Teller mit gegrilltem Lachsfilet, geröstetem Brokkoli, Karotten und Quinoa neben einem Blattsalat

Omega-3, Zink und Nährstoffe

Zu Omega-3-Fettsäuren gibt es eine randomisierte Studie mit 45 Teilnehmenden: Zweitausend Milligramm EPA und DHA über zehn Wochen senkten die Zahl entzündlicher und nicht-entzündlicher Hautveränderungen und den Entzündungsmarker IL-8. Eine Studie, eine kleine Gruppe – ein Signal, kein Beweis.

Zu Zink zeigen Auswertungen, dass Menschen mit Akne im Mittel niedrigere Zinkspiegel im Blut aufweisen und dass eine Zinkgabe die Zahl entzündlicher Papeln senken kann. Für äußerlich angewendetes Zink stuft ein Cochrane-Review die Evidenz allerdings als niedrig bis sehr niedrig ein. Wichtig ist die Obergrenze: Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für Erwachsene eine tolerierbare Gesamtaufnahme von 25 Milligramm Zink pro Tag, für Jugendliche zwischen 13 und 22 Milligramm. Mehr ist nicht besser.

Ein Wort zu Vitamin A, weil die Verwechslung gefährlich ist: Die wirksamen Akne-Medikamente aus dieser Stoffgruppe sind verschreibungspflichtig und werden ärztlich überwacht. Hochdosiertes Vitamin A als Nahrungsergänzung ist kein Ersatz, sondern ein Risiko – die europäische Obergrenze für vorgeformtes Vitamin A liegt bei 3.000 Mikrogramm Retinoläquivalent täglich, der kritische Endpunkt ist die Schädigung des ungeborenen Kindes.

Was rechtlich gilt – und warum wir es hier schreibenIm EU-Verzeichnis zugelassener gesundheitsbezogener Angaben kommen die Begriffe „Akne“, „Pickel“, „unreine Haut“, „Talg“ und „Entzündung“ jeweils null Mal vor. Es gibt in der EU keine zugelassene Aussage zu Akne. Kein Lebensmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel darf als Mittel gegen Akne dargestellt werden – auch unseres nicht. Zulässig ist ausschließlich der Erhalt normaler Haut im exakten Wortlaut, etwa „Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“, und nur bei ausreichendem Gehalt. Wenn dir irgendwo eine Kapsel gegen Pickel begegnet, weißt du jetzt, wie das einzuordnen ist.

Was die Leitlinien sagen

Das ist der ernüchterndste Teil – und er fehlt auf jeder Wettbewerberseite, die wir angesehen haben.

Keine dermatologische Leitlinie spricht eine Ernährungsempfehlung aus. Die deutsche Leitlinie zur Behandlung der Akne erwähnt Ernährung ausschließlich im Kapitel zur Krankheitsentstehung, mit dem Satz, die Rolle der Ernährung bleibe „immer noch strittig“. Ein Ernährungskapitel existiert nicht. In der europäischen Leitlinie erscheint Ernährung ebenfalls nur als epidemiologische Beobachtung, nicht als Therapieempfehlung; das Update von 2026 hat das Thema gar nicht erst aufgegriffen. Und die amerikanische Fachgesellschaft veröffentlichte 2024 achtzehn evidenzbasierte Empfehlungen – keine davon zur Ernährung.

Das heißt nicht, dass Ernährung egal ist. Es heißt, dass die Datenlage den Leitliniengremien für eine Empfehlung nicht ausreicht. Wer dir etwas anderes erzählt, hat die Leitlinien nicht gelesen.

Was du konkret tun kannst

Kein Verbotsplan. Vier Schritte, in dieser Reihenfolge.

Schritt für Schritt

  • 1. Tauschen statt streichen. Vollkorn statt hellem Mehl, ganze Frucht statt Saft, Gemüse als Volumen. Das ist der einzige Punkt mit randomisierter Evidenz.
  • 2. Gemüse hochfahren. Der beste Befund auf der günstigen Seite – und der einzige Rat in diesem Text, der ganz ohne Verzicht auskommt.
  • 3. Einen Verdacht gezielt testen, nicht alles gleichzeitig. Wenn du Milch oder Molkenprotein im Verdacht hast, lass vier bis sechs Wochen nur diese eine Sache weg und notiere, was passiert. Wer alles auf einmal streicht, weiß hinterher nichts – und riskiert eine unnötig enge Ernährung.
  • 4. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne dermatologisch behandeln lassen. Parallel, nicht danach.

Und ein Satz, der uns wichtig ist: Akne ist keine Frage von Disziplin oder Hygiene. Wer Verbotslisten abarbeitet und trotzdem Pickel hat, hat nichts falsch gemacht. Gerade bei jungen Menschen sind strenge Essensregeln ein bekannter Risikofaktor für ein gestörtes Verhältnis zum Essen – dieses Risiko ist realer als der zu erwartende Effekt der meisten kursierenden Verbote.

Wenn du deine Ernährung ohnehin umstellen willst

Dann geht es dabei um dein Gewicht und dein Essverhalten, nicht um deine Haut: Für eine Wirkung gegen Akne gibt es keine Belege, und behaupten dürften wir sie ohnehin nicht. Bei der Stoffwechselkur rechnen wir deine Mengen individuell aus, das Konzept ist eiweißbetont und gemüsereich, auf die Diätphase folgt eine feste Stabilisierungsphase, und Magdalena und ihr Team begleiten dich täglich persönlich per WhatsApp. Die Ernährungsberatung ist im Paket enthalten.

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Häufige Fragen

Welche Lebensmittel sind gut bei Akne?

Der belastbarste Befund betrifft Gemüse: In einer Auswertung von fünf Studien war höherer Gemüsekonsum mit deutlich niedrigeren Odds für Akne verbunden. Dazu kommen Lebensmittel mit niedriger glykämischer Last – Vollkorn statt hellem Mehl, ganze Früchte statt Saft – sowie fetter Seefisch.

Was sollte man bei Akne nicht essen?

Am besten belegt ist die Reduktion von Lebensmitteln mit hoher glykämischer Last: Weißbrot, helle Nudeln, weißer Reis, Süßigkeiten. Für Schokolade fanden drei kleine Interventionsstudien eine Verschlechterung. Milch ist einen Selbstversuch wert, aber nicht bewiesen ursächlich.

Verursachen Erdnüsse oder Nüsse Pickel?

Zu Erdnüssen und Akne existiert keine einzige Untersuchung. Zu Nüssen allgemein weist die einzige randomisierte Studie – 60 Gramm Mandeln täglich über 20 Wochen – in die Gegenrichtung: Die Hautveränderungen nahmen stärker ab als in der Kontrollgruppe. Diese Studie wurde allerdings von einem Mandelverband finanziert.

Hilft Avocado gegen Akne?

Dazu gibt es keine Untersuchung. Sachlich lässt sich nur sagen, dass Avocado eine sehr niedrige glykämische Last hat. Wenn sie etwas mit hoher glykämischer Last ersetzt, passt das zur Studienlage – die Avocado selbst ist dabei nicht der wirksame Bestandteil.

Verursacht Milch Akne?

Belegt ist eine Assoziation: In einer Auswertung von 14 Studien mit 78.529 Teilnehmenden hatten Milchkonsumenten um rund ein Viertel erhöhte Odds. Es handelt sich ausschließlich um Beobachtungsdaten mit nachgewiesenem Publikationsbias, und eine Studie zum Milchverzicht bei Akne existiert nicht. Ein Selbstversuch über vier bis sechs Wochen ist vernünftig, ein generelles Verbot nicht begründet.

Ist Schokolade schlecht für die Haut?

Drei kleine Interventionsstudien haben Schokolade direkt geprüft, alle fanden eine Verschlechterung – auch die mit 99-prozentiger Bitterschokolade. Bitterschokolade ist damit keine belegte Alternative. Für einen Beweis sind die Studien zu klein.

Kann Ernährung Akne heilen?

Nein. Ernährung ist ein Einflussfaktor, keine Behandlung. Keine dermatologische Leitlinie spricht eine Ernährungsempfehlung aus. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne gehört die Behandlung in dermatologische Hände.

Weiterlesen

Was sich zu Molkenprotein und seiner Wirkung sonst sagen lässt, steht im eigenen Beitrag. Wie eine dauerhafte Ernährungsumstellung gelingt, erklärt der zugehörige Ratgeber, und welche Rolle Kohlenhydrate spielen, ordnet der entsprechende Text ein. Grundlagen zum Spurenelement selbst stehen im Ratgeber zu Zink.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Er stellt keine Diagnose, empfiehlt keine Therapie und keine Dosierung. Bei mittelschwerer oder schwerer Akne, entzündlichen Knoten, beginnender Narbenbildung oder erheblichem Leidensdruck sollte dermatologischer Rat eingeholt werden. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestehenden Erkrankungen ist ärztlicher Rat einzuholen. Die genannten Studienergebnisse sind Durchschnittswerte aus meist kleinen Untersuchungsgruppen; Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge, keine bewiesenen Ursachen.