Cellulite entsteht, weil Fettgewebe aus der Unterhaut gegen die Lederhaut drückt, während Bindegewebsstränge die Haut punktuell festhalten. Dieser Aufbau unterscheidet sich zwischen Frauen und Männern – deshalb betrifft Cellulite fast ausschließlich Frauen, und zwar ab der Pubertät. Sie ist keine Krankheit, kein Zeichen für Übergewicht und kein Hinweis auf ein „schwaches Bindegewebe" im medizinischen Sinn.
Die Facharbeit, aus der die bis heute verwendete Stadieneinteilung stammt, trägt einen bemerkenswerten Titel: „So-called cellulite: an invented disease". Dieser Text erklärt, was tatsächlich dahintersteckt, welche Faktoren belegt sind, welche nur behauptet werden – und wo die überall zitierte Prozentzahl herkommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Cellulite hat keinen Krankheitswert. In der Fachliteratur gilt sie als normale anatomische Erscheinung bei Frauen nach der Pubertät.
- Auch schlanke Frauen haben Cellulite. In einer Untersuchung dazu hatten alle Teilnehmerinnen einen BMI unter 25.
- Die überall zitierten „80 bis 90 Prozent" haben keine Bevölkerungsstudie hinter sich. Wir haben die Zitierkette verfolgt.
- Das Bild vom Palisadenzaun ist eine Vereinfachung, die die zugrunde liegende MRT-Arbeit selbst relativiert.
- Wassereinlagerung im Fettgewebe ließ sich messtechnisch nicht bestätigen.
- Gewichtsabnahme wirkt in beide Richtungen – sie ist keine Cellulite-Behandlung, auch nicht bei uns.
- Rauchen als Ursache ist nicht belegt, obwohl es in fast jedem Ratgeber steht.
Inhalt
Was Cellulite anatomisch ist
Zwischen Lederhaut und Muskulatur liegt das subkutane Fettgewebe. Es ist durch Bindegewebsstränge, die Septen, in Kammern unterteilt; diese Stränge verbinden die Lederhaut mit tieferen Schichten. Wölben sich die Fettkammern gegen die Unterseite der Lederhaut vor, während die Septen die Haut punktuell zurückhalten, entsteht das wellige Relief, das an eine Orangenschale erinnert.
In der Fachliteratur heißt das Phänomen auch gynoide Lipodystrophie. Ein Hinweis zur Begriffsverwirrung: Das englische Wort cellulitis bezeichnet etwas völlig anderes, nämlich eine bakterielle Weichteilinfektion. Die Verwechslung findet sich sogar in begutachteten Fachartikeln.
Das bekannte Bild – und was daran nicht stimmt. Fast überall liest man, bei Frauen stünden die Bindegewebsstränge senkrecht wie ein Palisadenzaun, bei Männern überkreuzten sie sich wie ein Gitter. Dieses Modell geht auf eine Arbeit von 1978 zurück. Eine MRT-Untersuchung von 2002 hat es überprüft und ausdrücklich relativiert: Die dreidimensionale Architektur der Septen lasse sich nicht einfach als senkrechte Ebenen bei Frauen und um 45 Grad geneigte bei Männern modellieren. Gefunden wurde ein höherer Anteil senkrechter Septen bei Frauen mit Cellulite – aber ein gewundenes, verschlungenes Netzwerk, kein Gitter aus geraden Wänden.
Was dieselbe MRT-Arbeit außerdem gemessen hat: tiefere Einbuchtungen des Fettgewebes in die Lederhaut und eine deutlich dickere innere Fettschicht bei Frauen mit Cellulite. Und ein Befund, der im deutschen Web völlig fehlt: Die Spektroskopie konnte keinen erhöhten Wassergehalt im Fettgewebe nachweisen. Die verbreitete Erklärung „Cellulite entsteht durch Wassereinlagerungen" ist in dieser einfachen Form damit nicht haltbar.
Auch die zweite große Erzählung wackelt. Eine Untersuchung von 2005 fand, dass sich der Schweregrad durch zwei Größen vorhersagen ließ – den prozentualen Fettanteil am Oberschenkel und die Fläche der Grenzschicht zwischen Lederhaut und Unterhaut. Die biomechanischen Eigenschaften der Haut trugen nicht signifikant zur Vorhersage bei. Cellulite ist also kein Beleg für „schwaches Bindegewebe".
Ist Cellulite eine Krankheit?
Nein. Cellulite verursacht keine Beschwerden, sie ist kein Zeichen für ein gesundheitliches Problem, und sie ist bei Frauen nach der Pubertät die anatomisch erwartbare Normalvariante.

Der stärkste Beleg dafür steckt an einer Stelle, an die niemand schaut. Die Stadieneinteilung, mit der Cellulite bis heute in Schweregrade eingeteilt wird, stammt von Nürnberger und Müller aus dem Jahr 1978. Der Titel dieser Arbeit lautet wörtlich „So-called cellulite: an invented disease" – die sogenannte Cellulite, eine erfundene Krankheit. Untersucht wurden darin unter anderem „die grundsätzliche Normalität und Unvermeidlichkeit bei Frauen" und „die nahezu Zwecklosigkeit, die Nicht-Krankheit zu behandeln". Die Skala, mit der Cellulite eingeteilt wird, kommt also aus einer Arbeit, die im Titel bestreitet, dass es sich um eine Krankheit handelt.
Eine Übersichtsarbeit von 2013 kommt zum selben Schluss: Cellulite sei ein physiologisches Phänomen oder habe zumindest einen physiologischen Ursprung, sei charakteristisch für Frauen und habe mehrere Ursachen. Eine dermatologische Übersicht von 2010 nennt sie eine topografische Hautveränderung, die bei Frauen nach der Pubertät nahezu allgegenwärtig ist.
Fairnesshalber die Gegenposition: Eine Übersichtsarbeit von 2022 bezeichnet Cellulite als „pathologische Entität mit systemischen Zusammenhängen". Die Autorengruppe besteht allerdings überwiegend aus Betreibern von Laser- und Kosmetikzentren, und die Neubewertung wird nicht mit neuen Daten unterlegt.
Was hier ausdrücklich nicht bestritten wird: dass Cellulite für viele Frauen belastend ist. Bestritten wird der Krankheitswert, nicht die Belastung.
Wie häufig ist Cellulite?
Du wirst fast überall lesen, dass 80 bis 90 Prozent aller Frauen Cellulite haben. Wir haben diese Zahl zurückverfolgt – bis in Fachartikel, aber nicht bis zu einer Bevölkerungsstudie.
In den Fachtexten steht sie jeweils als Einleitungssatz ohne eigenen Beleg, und die dort angegebenen Quellen verweisen wieder auf andere Übersichtsarbeiten. Die am häufigsten zitierte „Quelle" ist eine Wirksamkeitsstudie für ein Anti-Cellulite-Kosmetikum, durchgeführt von einem kosmetischen Auftragsforschungsinstitut; die Zahl steht dort im ersten Satz als Behauptung. Eine gezielte Suche nach einer Prävalenz-Primärstudie ergab zwei Treffer, von denen keiner die Häufigkeit in der Bevölkerung untersucht.
Passend dazu widersprechen sich die deutschen Angaben: Eine große Krankenkasse nennt 80 bis 90 Prozent, ein Frauenmagazin 95 Prozent, eine andere Kasse 98 Prozent – keine davon mit Quelle. Auch in der früheren Fassung dieses Artikels stand eine solche Zahl. Wir nennen jetzt keine mehr.
Belastbar ist nur die qualitative Aussage: Cellulite ist bei Frauen nach der Pubertät die Regel, nicht die Ausnahme.
Welche Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen
| Faktor | Was belegt ist | Was nur behauptet wird |
|---|---|---|
| Geschlecht und Bindegewebsaufbau | Cellulite tritt fast ausschließlich bei Frauen nach der Pubertät auf; der Anteil senkrechter Septen ist höher, die Einbuchtungen tiefer, die innere Fettschicht dicker | das simple Bild „Palisadenzaun gegen Kreuzgitter" |
| Hormone | Cellulite beginnt mit der Pubertät; sie tritt auch bei hormonell feminisierten Männern auf – das ist der stärkste Einzelhinweis auf eine Östrogenbeteiligung | „Die Pille verursacht Cellulite." Dazu gibt es keine Interventionsstudien |
| Veranlagung | wird in allen Übersichten als Faktor geführt | ein „Cellulite-Gen". Der einzige konkrete Hinweis stammt aus einem zweiseitigen Leserbrief |
| Alter | Cellulite wird mit dem Alter oft deutlicher, weil die Lederhaut dünner wird und das Relief stärker durchscheint | „Cellulite ist ein Altersphänomen." Sie beginnt nach der Pubertät, oft im zweiten Lebensjahrzehnt |
| Körperfettanteil | Der Schweregrad korreliert mit BMI, Oberschenkelumfang und Fettanteil am Oberschenkel | dass Cellulite eine Folge von Übergewicht sei. In einer Untersuchung dazu hatten alle Teilnehmerinnen mit Cellulite einen BMI unter 25 |
| Durchblutung und Lymphe | wird in Übersichten als mitwirkender Faktor geführt | dass man den Lymphabfluss durch Bürsten oder Trinken „ankurbeln" könne. Erhöhter Wassergehalt im Fettgewebe war messtechnisch nicht nachweisbar |
| Rauchen | – | Steht in fast jedem Ratgeber. Unsere Suche ergab drei Treffer: einen Leserbrief, eine Arbeit von 1985 und eine ohne Bezug. Es gibt keine Studie dazu |
| Bewegungsmangel | Bewegung ist unabhängig von Cellulite sinnvoll | dass Training Cellulite beseitigt – siehe unten |
| Ernährung | über die Körperzusammensetzung ein indirekter Zusammenhang | dass Zucker, Kaffee, Alkohol oder „Säurebildner" Cellulite verursachen. Keine Studie |
Der ehrlichste Satz zu diesem Thema lautet: Die drei Faktoren mit der besten Datenlage – Geschlecht, Bindegewebsarchitektur und Veranlagung – sind genau die drei, die sich nicht beeinflussen lassen. Die Faktoren, die sich beeinflussen lassen, haben die schwächste Datenlage.
Die Schweregradeinteilung
Die Nürnberger-Müller-Skala hat vier Stufen, nicht drei:
| Grad | Befund |
|---|---|
| 0 | Haut im Liegen und im Stehen glatt |
| I | in Ruhe glatt; beim Zusammenkneifen zeigt sich ein matratzenartiges Muster |
| II | im Liegen glatt; im Stehen zeigt sich das Muster ohne Kneifen |
| III | Muster sowohl im Liegen als auch im Stehen sichtbar |
Für klinische Studien gibt es zusätzlich eine validierte Punkteskala, die fünf Merkmale mit je null bis drei Punkten bewertet. Sie ist ein Studieninstrument, kein Selbsttest. Wir stellen sie zur Information dar und fordern dich ausdrücklich nicht auf, dich selbst einzustufen.
Zwei Angaben, die in der früheren Fassung dieses Artikels standen und nicht stimmen: Cellulite verursacht in keinem Grad Schmerzen, und die Haut verfärbt sich nicht gräulich. Beides steht nicht in der Skala und ist nicht belegt.
Gewichtsabnahme: der heikelste Punkt
Wir verkaufen selbst eine Stoffwechselkur. Umso wichtiger ist uns dieser Hinweis: Eine Gewichtsabnahme ist kein Mittel gegen Cellulite.
Die einzige Arbeit, die diese Frage systematisch gemessen hat, stammt von 2006. Sie untersuchte Frauen in ärztlich begleiteten Abnehmprogrammen mit 3D-Laserscan, Körperzusammensetzungsmessung und Ultraschall. Das Ergebnis war nicht einheitlich:
| Ausgangslage | Verlauf |
|---|---|
| höherer Ausgangs-BMI, stärkere Ausprägung zu Beginn, deutliche Abnahme mit sinkendem Fettanteil am Oberschenkel | Cellulite besserte sich |
| niedrigerer Ausgangs-BMI, geringere Abnahme ohne Veränderung des Fettanteils am Oberschenkel, zunehmende Gewebenachgiebigkeit | Cellulite verschlechterte sich |
Eine Beobachtungsstudie von 2026 über zwölf Monate fand darüber hinaus gar keinen Zusammenhang zwischen der Veränderung der Cellulite und dem Ausmaß des Gewichtsverlusts oder der Fettmasse. Bemerkenswert daran: Der Erstautor hält ein Patent auf eines der mituntersuchten Mittel – eine Studie mit dieser Interessenlage hätte allen Anlass gehabt, einen Effekt groß darzustellen. Sie berichtet ihn als null.
Die Erklärung dahinter ist anschaulich: Wird das Volumen unter der Haut kleiner, ohne dass Haut und Bindegewebsstränge sich im gleichen Maß zurückbilden, kann das darunterliegende Relief stärker durchscheinen statt schwächer. Genau deshalb haben auch viele schlanke Frauen deutliche Cellulite.
Wenn du aus anderen Gründen abnehmen möchtest, ist das eine eigene, gute Entscheidung – und wie sich der Körperfettanteil überhaupt beeinflussen lässt, steht im eigenen Beitrag. Als Cellulite-Maßnahme führen wir beides nicht an, auch nicht unseren Ratgeber zur Stoffwechselkur.
Was untersucht ist – und was nicht
Hier ist eine Unterscheidung wichtig, die sonst selten gemacht wird: „nicht belegt" heißt nicht „widerlegt".
Zur Studienlage insgesamt: Drei unabhängige systematische Übersichten kommen zum selben Urteil über die Qualität der Primärstudien. Eine analysierte 67 Arbeiten, von denen nur 19 randomisiert und placebokontrolliert waren, und schloss, es habe sich bei keiner der untersuchten Behandlungen ein klarer Wirksamkeitsnachweis finden lassen. Eine zweite fand unter 32 Studien zu apparativen Verfahren zwei mit guter Methodik. Eine dritte von 2025 wertete 24 randomisierte Studien mit 2.084 Teilnehmerinnen aus – bei einer mittleren Nachbeobachtung von gut drei Wochen. Langzeitdaten gibt es praktisch nicht.

| Maßnahme | Stand |
|---|---|
| Krafttraining | In der Kontrollgruppe einer Studie absolvierten Teilnehmerinnen zwölf Wochen ein gezieltes Gesäßtraining. Der Cellulite-Score veränderte sich von 10,0 auf 10,1 – kein messbarer Effekt. Für die Gesundheit bleibt Training trotzdem sinnvoll |
| Anti-Cellulite-Cremes | Die einzige Metaanalyse findet eine Reduktion des Oberschenkelumfangs um 0,46 cm gegenüber Kontrolle, mit einem Konfidenzintervall bis 0,08 cm. Gemessen wurde außerdem der Umfang, nicht das Dellenrelief |
| Retinol äußerlich | Verändert Elastizität und Viskosität der Haut messbar – auf das Dellenmuster sprach es in den Studien kaum an |
| Stoßwellentherapie | Das am besten untersuchte Verfahren, mit belegten kurzfristigen Effekten. Langzeitdaten fehlen, und die Forschung dazu kommt überwiegend von Anbietern und Geräteherstellern. Ärztliche Leistung, Selbstzahler |
| Radiofrequenz | Verändert Umfang und Gewebedicke messbar. Ob dadurch das Dellenmuster besser wird, ist damit nicht gezeigt |
| Kollagenase-Injektion | Galt als aussichtsreich – der Hersteller hat das Präparat im Dezember 2022 vom Markt genommen, wegen Ausmaß und Variabilität der Blutergüsse und möglicher anhaltender Hautverfärbung. In der EU war es nie zugelassen |
| Kollagenpeptide zum Einnehmen | Zwei Studien mit positiven Ergebnissen, beide von Herstellern. In der EU existiert dafür keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe – ein Lebensmittel darf damit nicht beworben werden |
| Manuelle Lymphdrainage, Massage | Kein kontrollierter Versuch bei Cellulite |
| Trockenbürsten | Keine einzige Studie. Unsere Suche ergab null Treffer |
| Faszienrollen, Wechselduschen, Kaffeesatz-Peeling | keine Wirksamkeitsuntersuchungen |
| Viel trinken | Ausreichend zu trinken ist sinnvoll. Auf Cellulite hat die Trinkmenge keinen belegten Einfluss |
| Basische Ernährung, Entgiftung | Null Treffer. Das Konzept einer ernährungsbedingten „Übersäuerung" ist zudem physiologisch nicht haltbar |

Für alles in der unteren Hälfte dieser Tabelle gilt derselbe Satz: Es heißt nicht, dass es schadet – es heißt, dass niemand geprüft hat, ob es wirkt. Wer etwas davon angenehm findet, kann es machen. Als Mittel gegen Cellulite lässt es sich nicht empfehlen.
Und eine Nullrecherche gehört noch dazu: Es gibt weder eine Cochrane-Übersicht noch eine deutsche Leitlinie zu Cellulite.
Warum das Thema so laut ist
Cellulite ist ein großer Markt. Die meiste Forschung dazu wird von Kosmetik- und Geräteherstellern finanziert – das gilt für die Cremestudien ebenso wie für die Studien zu apparativen Verfahren und zu Kollagenpeptiden. Wer eine Wirkung verspricht, verkauft in aller Regel etwas.
Wir verkaufen Produkte rund um Ernährung und Gewichtsabnahme. Keines davon ist ein Mittel gegen Cellulite, und wir stellen es hier auch nicht so dar.
Wenn du nach diesem Text entscheidest, gar nichts zu unternehmen, ist das eine völlig vernünftige Entscheidung. Cellulite verlangt keine Behandlung, weil sie keine Krankheit ist.
Häufige Fragen
Wie entsteht Cellulite?
Fettgewebe aus der Unterhaut wölbt sich gegen die Lederhaut vor, während Bindegewebsstränge die Haut punktuell festhalten. Dadurch entsteht das wellige Relief. Der Aufbau dieser Stränge unterscheidet sich zwischen Frauen und Männern, weshalb fast nur Frauen betroffen sind.
Ist Cellulite eine Krankheit?
Nein. Sie verursacht keine Beschwerden und gilt in der Fachliteratur als normale anatomische Erscheinung bei Frauen nach der Pubertät. Die Arbeit, aus der die gängige Stadieneinteilung stammt, trägt im Titel sogar den Begriff „erfundene Krankheit".
Haben auch schlanke Frauen Cellulite?
Ja. In einer Untersuchung zu Cellulite hatten alle eingeschlossenen Frauen einen BMI unter 25. Der Schweregrad hängt zwar mit dem Fettanteil am Oberschenkel zusammen, Cellulite ist aber keine Folge von Übergewicht.
Hilft Abnehmen gegen Cellulite?
Nicht zuverlässig. In der einzigen systematischen Untersuchung dazu besserte sich das Hautbild bei einem Teil der Frauen und verschlechterte sich bei einem anderen. Eine Beobachtungsstudie über zwölf Monate fand gar keinen Zusammenhang zwischen Cellulite-Veränderung und Gewichtsverlust.
Entsteht Cellulite durch Wassereinlagerungen?
Dafür gibt es keinen Beleg. Eine MR-spektroskopische Untersuchung fand im Fettgewebe von Frauen mit Cellulite keinen erhöhten Wassergehalt – weder bei den Relaxationszeiten noch bei der Wasserfraktion.
Verursacht Rauchen Cellulite?
Das steht in vielen Ratgebern, ist aber nicht belegt. Eine gezielte Literatursuche ergab drei Treffer, darunter einen Leserbrief und eine Arbeit von 1985 – keine Kohorten- oder Fall-Kontroll-Studie zu Rauchen und Cellulite.
Hilft Sport gegen Cellulite?
Für die Gesundheit ist Bewegung sinnvoll, als Cellulite-Behandlung ist sie nicht belegt. In der Kontrollgruppe einer Studie veränderte ein zwölfwöchiges gezieltes Kraftprogramm den Cellulite-Score nicht messbar.
Wirken Anti-Cellulite-Cremes?
Die einzige Metaanalyse findet eine Reduktion des Oberschenkelumfangs um im Mittel 0,46 cm gegenüber Kontrolle. Gemessen wurde dabei der Umfang, nicht das Dellenrelief – ob der Unterschied sichtbar ist, ist fraglich.
Weiterlesen
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Quellen
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- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, konsolidierte Fassung, Anhang.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Er stellt keine Diagnose und empfiehlt keine Behandlung. Genannte Studienergebnisse sind Durchschnittswerte aus Untersuchungsgruppen und lassen sich nicht ohne Weiteres auf einzelne Personen übertragen. Bei Hautveränderungen, die Beschwerden verursachen, sich rasch verändern oder einseitig auftreten, gehört die Abklärung in ärztliche Hände.








