Zuerst muss geklärt sein, woraus die Brust überhaupt besteht. Bei einer Lipomastie ist es Fettgewebe – das reagiert auf eine Gewichtsabnahme. Bei einer echten Gynäkomastie ist es vermehrtes Drüsengewebe – das verschwindet weder durch Abnehmen noch durch Training. Beides kann gleichzeitig vorliegen, und unterscheiden lässt es sich zuverlässig nur ärztlich, in der Regel per Ultraschall.
Dieser Artikel erklärt den Unterschied, was Abnehmen realistisch bewirkt, warum gezieltes Wegtrainieren nicht funktioniert und bei welchen Anzeichen du nicht warten solltest.
Das Thema ist für viele Männer unangenehm besetzt, und die Suchergebnisse machen es nicht besser: Sie bestehen überwiegend aus Kliniken, die Operationen verkaufen, und aus Anbietern, die Kapseln versprechen. Beides beantwortet die eigentliche Frage nicht.
Inhalt
- Der Unterschied, auf den alles ankommt
- Wie häufig ist das?
- Woher echtes Drüsengewebe kommt
- Macht Bier Männerbrüste?
- Wann du nicht warten solltest
- Was Abnehmen bewirkt
- Warum Wegtrainieren nicht funktioniert
- Was nachweislich nicht hilft
- Welche Behandlungen es gibt
- Die psychische Seite
- Was du konkret tun kannst
- Und wenn du abnehmen willst?
- Häufige Fragen
Der Unterschied, auf den alles ankommt
Die männliche Brust kann aus zwei völlig verschiedenen Gründen größer wirken. Die Gynäkomastie ist eine Vermehrung des Drüsenkörpers, ab etwa 2 Zentimetern Durchmesser im Ultraschall. Die Lipomastie, auch Pseudogynäkomastie genannt, ist eine reine Vermehrung des Fettgewebes ohne Beteiligung der Drüse.
Evidenz A
Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern entscheidet über alles Weitere:
| Echte Gynäkomastie | Lipomastie | |
|---|---|---|
| Gewebe | Drüsenkörper | Fettgewebe |
| Lage | konzentrisch um die Brustwarze | diffus über die ganze Brust |
| Konsistenz | gummiartig bis derb, fester als das Umfeld | weich wie das übrige Körperfett |
| Druckempfindlichkeit | möglich, vor allem bei frischem Auftreten | typischerweise schmerzlos |
| Reagiert auf Gewichtsabnahme | nein | ja |
| Bedeutung | Symptom, kein eigenständiges Krankheitsbild | Folge des Körperfettanteils |
Zwei Punkte, die praktisch fast immer untergehen:
Erstens kann beides gleichzeitig vorliegen. Das Ärzteblatt formuliert es so, dass sich bei Männern mit Adipositas eine Lipomastie allein oder gleichzeitig mit einer Gynäkomastie ausbilden kann. Die verbreitete Entweder-oder-Darstellung ist also falsch.
Zweitens ist die echte Gynäkomastie ein Symptom, kein eigenständiges Krankheitsbild. Sie kann auf etwas anderes hinweisen – auf den Hormonhaushalt, die Leber, die Nieren, die Schilddrüse, auf Medikamente, in seltenen Fällen auf einen Tumor. Genau deshalb lohnt es sich, das abklären zu lassen, statt es allein mit Sport und Ernährung zu versuchen.
Dass es sich wirklich um zwei verschiedene Zustände handelt und nicht um zwei Namen für dasselbe, zeigt eine Untersuchung an 124 Jungen in der Pubertät: Diejenigen mit echter Gynäkomastie hatten ein deutlich höheres Verhältnis von Östradiol zu Testosteron als die mit Lipomastie – 22 gegenüber 12 im Median – und niedrigeres Testosteron.
Wie häufig ist das?
Deutlich häufiger, als die meisten Betroffenen annehmen. Untersucht man Männer systematisch, findet man bei 36 bis 57 Prozent tastbares Drüsengewebe. In der Pubertät sind es je nach Studie 22 bis 69 Prozent, bei Neugeborenen 65 bis 90 Prozent.
Evidenz A für die Spannbreiten
Die Streuung ist groß, weil Studien unterschiedliche Altersgruppen und Kriterien verwenden. Die europäische Fachgesellschaft nennt selbst eine Gesamtspanne von 32 bis 65 Prozent über alle Altersgruppen. Autopsieserien liegen bei 40 bis 55 Prozent.
Aufschlussreich ist eine ältere Untersuchung an 214 Männern zwischen 27 und 92 Jahren: Die Gesamtprävalenz lag bei 65 Prozent, und über 80 Prozent der Männer mit einem Body-Mass-Index ab 25 hatten tastbares Brustgewebe. Der Durchmesser des Gewebes hing dabei deutlich mit dem BMI zusammen.
Bei einer Pubertätsgynäkomastie bildet sich das Gewebe in mehr als 90 Prozent der Fälle innerhalb von 24 Monaten von selbst zurück. Rund 20 Prozent haben mit 20 Jahren allerdings noch einen Restbefund.
Woher echtes Drüsengewebe kommt
Der zugrunde liegende Mechanismus ist immer derselbe: Das Verhältnis von Östrogen zu Androgen verschiebt sich zugunsten des Östrogens. Bei etwa 45 bis 50 Prozent der erwachsenen Männer findet sich auch nach ordentlicher Abklärung keine Ursache.
Evidenz A
Drei Lebensphasen gelten als physiologisch, also als normal: das Neugeborenenalter, die Pubertät und das höhere Lebensalter ab etwa 65 Jahren. Im Alter kommen ein relativer Testosteronmangel und eine verstärkte Umwandlung von Androgenen zu Östrogenen im Fettgewebe zusammen – letztere nimmt mit steigendem Körpergewicht zu.
Außerhalb dieser Phasen kommen als Ursachen unter anderem infrage: Medikamente, anabole Steroide, Testosteronmangel verschiedener Ursache, Schilddrüsenüberfunktion, erhöhtes Prolaktin, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Drogen, Unterernährung sowie – selten – Tumoren von Hoden oder Nebennieren.
Medikamente
Rund 20 Prozent aller Gynäkomastie-Fälle gehen auf Medikamente zurück. Am häufigsten beteiligt sind Antiandrogene sowie bestimmte HIV-Medikamente; bei den in Deutschland verordneten Substanzen fallen vor allem Neuroleptika auf, insbesondere Risperidon.
Für eine Gruppe ist der Zusammenhang besonders relevant: anabole Steroide. Sie stehen in den Leitlinien ausdrücklich als Ursache. Wer im Fitnessumfeld nach Mitteln gegen die Männerbrust sucht, bewegt sich teilweise in genau dem Umfeld, in dem die Ursache liegt.
Macht Bier Männerbrüste?
Für den verbreiteten Hopfen-Mythos haben wir keinen Beleg gefunden. Eine Suche in der medizinischen Literatur nach Hopfen oder Bier in Verbindung mit Gynäkomastie ergab keine einzige einschlägige Studie. Der reale Zusammenhang zwischen Alkohol und Brustdrüsengewebe verläuft über einen anderen Weg.
Evidenz C für den Hopfen-Mythos, Evidenz A für den Leberweg
Der Mythos hat einen wahren Kern: Hopfen enthält mit 8-Prenylnaringenin tatsächlich ein stark östrogen wirksames Pflanzenstoff. Die Mengen im Bier liegen jedoch im Mikrogrammbereich pro Liter – europäisches Lagerbier bei etwa 1 Mikrogramm je Liter. Eine Übersichtsarbeit zu dieser Substanz hält ausdrücklich fest, dass die meisten ihrer Wirkungen Konzentrationen erfordern, die über normale Ernährung nicht erreichbar sind.
Was tatsächlich in den Leitlinien steht, ist etwas anderes: chronischer Alkoholmissbrauch und Lebererkrankungen, insbesondere die Zirrhose. Der Weg führt über den Hormonstoffwechsel – bei nachlassender Leberfunktion steigt das bindende Eiweiß SHBG, das freie Testosteron sinkt, das Verhältnis zum Östrogen verschiebt sich.
Auch hier gehört die Einordnung dazu: Eine Untersuchung verglich 18 Patienten mit schwerer Zirrhose mit 18 gleichaltrigen Kontrollen. Die Gynäkomastie-Häufigkeit lag bei 44 gegenüber 50 Prozent – in der Kontrollgruppe also nicht niedriger. Ein eigenständiger Effekt der Zirrhose ließ sich damit nicht zeigen. Was Alkohol im Körper sonst noch verändert, steht unter Verdauung und Alkohol.
Wann du nicht warten solltest
Bei einigen Befunden gehört die Abklärung nicht auf die lange Bank: einseitiges Auftreten, ein harter oder unverschieblicher Knoten, rasches Wachstum, eine Lage außerhalb des Warzenhofs, Hauteinziehungen, eingezogene oder absondernde Brustwarze und tastbare Lymphknoten in der Achsel.
Evidenz A
| Merkmal | Gynäkomastie | Verdächtig |
|---|---|---|
| Seitigkeit | meist beidseitig | einseitig |
| Konsistenz | gummiartig bis fest | hart |
| Lage | konzentrisch um die Brustwarze | außerhalb des Warzenhofs |
| Verschieblichkeit | verschieblich | fixiert |
| Schmerz | möglich bei frischem Auftreten | meist schmerzlos |
| Haut und Brustwarze | unauffällig | Einziehung, Ulzeration, Sekretion |
| Lymphknoten | unauffällig | tastbar in der Achsel |
Der Grund für diese Sorgfalt ist die wichtigste Differenzialdiagnose: Brustkrebs beim Mann. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts erkrankten 2023 in Deutschland 770 Männer daran, 186 starben. Das ist rund 1 Prozent aller Brustkrebsneuerkrankungen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren, die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 81 Prozent.
Ein weiteres Warnzeichen, das in kaum einem Ratgeber steht: Die Kombination aus Gynäkomastie, Libidoverlust und einem Tastbefund am Hoden gilt als charakteristisch für einen bestimmten Hodentumor. Auch das ist selten – aber es ist der Grund, warum eine neu aufgetretene Brustvergrößerung außerhalb der drei physiologischen Lebensphasen grundsätzlich in ärztliche Hände gehört.
Was Abnehmen bewirkt
Bei einer Lipomastie ist Gewichtsabnahme der wirksamste Weg – sie steht im Deutschen Ärzteblatt ausdrücklich als Behandlungsoption vor medikamentösen und chirurgischen Maßnahmen. Wie stark sich die Brust dabei verkleinert, lässt sich allerdings nicht vorhersagen, und es gibt dazu keine Studie, die Zahlen nennt.
Evidenz B
Der Zusammenhang zwischen Körperfett und Brustgröße ist gut belegt: In der Untersuchung an 214 Männern korrelierte der Durchmesser des Brustgewebes deutlich mit dem Body-Mass-Index. Eine zweite Arbeit derselben Gruppe bestätigte das.
Dazu kommt ein zweiter Weg, der oft übersehen wird. Fettgewebe enthält das Enzym Aromatase, das Androgene in Östrogene umwandelt. Je mehr Körperfett, desto mehr dieser Umwandlung. Eine Gewichtsabnahme greift also an beiden Enden an – weniger Fettpolster an der Brust und ein günstigeres Hormonmilieu.
Wie lange eine Gewichtsabnahme realistisch dauert und warum sie nach den ersten Wochen langsamer wird, steht unter wie lange Abnehmen wirklich dauert.
Warum Wegtrainieren nicht funktioniert
Fett lässt sich nicht gezielt an einer einzelnen Körperstelle abtrainieren. Eine Meta-Analyse aus 13 Studien mit 1.158 Teilnehmenden fand keinen Unterschied im Fettabbau zwischen trainierten und untrainierten Körperregionen. Und Drüsengewebe reagiert auf Training grundsätzlich nicht – es ist kein Muskel.
Evidenz A
Die gepoolte Effektstärke der Meta-Analyse lag bei −0,03 und war nicht signifikant. Von 37 Vergleichen verteilten sich die Ergebnisse nahezu gleichmäßig auf trainierte und untrainierte Gliedmaßen. Die Autoren führen den verbreiteten Glauben an gezielten Fettabbau auf Wunschdenken und Marketing zurück.
Fairerweise gehört die Gegenevidenz dazu: Eine randomisierte Studie mit 16 übergewichtigen Männern fand 2023 nach zehn Wochen einen etwas stärkeren Fettabbau am Rumpf, wenn zusätzlich Rumpfübungen gemacht wurden – bei angeglichenem Energieverbrauch. Der Unterschied lag bei knapp 700 Gramm. Eine einzelne kleine Studie widerlegt eine Meta-Analyse nicht, aber sie relativiert ein absolutes „unmöglich".
Zur Brustregion speziell gibt es überhaupt keine Studie. Die gesamte Literatur zu gezieltem Fettabbau betrifft Arme, Beine und Rumpf.
Was Krafttraining dann leistet
Bankdrücken und ähnliche Übungen bauen den großen Brustmuskel unter dem Gewebe auf. Das ist eine Muskelveränderung, keine Fett- oder Drüsenveränderung. Ob das die Optik verbessert oder das darüberliegende Gewebe stärker vorwölbt, ist nicht untersucht.
Was Krafttraining belegt leistet: Es hilft, beim Abnehmen die Muskulatur zu erhalten, und trägt zum Energieverbrauch bei. Der Weg zur kleineren Brust bei einer Lipomastie führt also über die Reduktion des Gesamtkörperfetts – nur eben nicht ortsselektiv.
Was nachweislich nicht hilft
Für Nahrungsergänzungsmittel, sogenannte Testosteron-Booster, Cremes und spezielle Übungen gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis bei Gynäkomastie. Keine der einschlägigen Leitlinien führt sie unter den Behandlungsoptionen auf, und klinische Studien dazu existieren nicht.
Evidenz A für die Negativaussage
Zur allgemeinen Wirksamkeit von Testosteron-Boostern gibt es eine systematische Übersichtsarbeit über 52 Studien und 27 Substanzen. Ergebnis: Die Mehrzahl erhöhte das Gesamttestosteron nicht.
Und selbst wenn ein Präparat das täte, folgte daraus nichts. Das Standardwerk Endotext hält fest, dass selbst eine ärztlich durchgeführte Testosteronbehandlung bei Männern mit Testosteronmangel und bestehender Gynäkomastie meist nicht zu einer Rückbildung führt. Ist das Drüsengewebe länger als etwa sechs Monate vorhanden, wird eine Rückbildung durch zunehmende Vernarbung unwahrscheinlich.
Welche Behandlungen es gibt
Das ärztliche Vorgehen richtet sich nach Ursache und Dauer. Es reicht vom kontrollierten Abwarten über die Behandlung der Grunderkrankung und das Umstellen auslösender Medikamente bis zur Operation. Dieser Abschnitt ordnet nur ein – die Entscheidung gehört in die Sprechstunde.
Abwarten ist besonders bei der Pubertätsgynäkomastie das übliche Vorgehen, mit einem Beobachtungszeitraum von bis zu 24 Monaten. Eine Operation wird in der Regel erst nach mindestens einem Jahr Bestehen erwogen, bei Jugendlichen erst nach abgeschlossener Pubertätsentwicklung.
Ursachenbehandlung steht an erster Stelle: Schilddrüse, Leber, Nieren, Hormonstatus, Medikamente. Nach dem Absetzen eines auslösenden Medikaments sollte eine Besserung innerhalb eines Monats erkennbar sein.
Medikamentös wird am häufigsten Tamoxifen eingesetzt – allerdings außerhalb der Zulassung, als Heilversuch. Die europäische Leitlinie empfiehlt Antiöstrogene und Aromatasehemmer für die Behandlung der Gynäkomastie ausdrücklich nicht, mit der möglichen Ausnahme von Tamoxifen bei frisch aufgetretener, schmerzhafter Gynäkomastie. Belastbare Studiendaten zu Tamoxifen stammen fast ausschließlich aus einem anderen Zusammenhang, nämlich der Vorbeugung bei antiandrogener Prostatakrebstherapie.
Operativ kommt bei anhaltendem Befund und erheblichem Leidensdruck eine Kombination aus Fettabsaugung und Entfernung des Drüsenkörpers infrage. Bei einer reinen Lipomastie kann die Absaugung allein ausreichen – bei echter Gynäkomastie nicht, weil Drüsengewebe sich nicht absaugen lässt. Die Komplikationsrate wird mit 4,4 Prozent angegeben, die Zufriedenheit mit 62,5 bis über 80 Prozent.
Die psychische Seite
Die Belastung ist real und messbar – und sie hängt nicht vom Ausmaß des Befundes ab. In einer Fall-Kontroll-Studie mit 47 Jugendlichen war der Schweregrad ohne Einfluss auf die Fragebogenwerte. Niemand muss seinen Leidensdruck rechtfertigen.
Evidenz A
Verglichen mit 92 gesunden Kontrollen schnitten die Betroffenen in mehreren Bereichen der Lebensqualität und beim Selbstwert signifikant schlechter ab – unabhängig von ihrer Gewichtsklasse. Betroffen waren vor allem soziale Funktionsfähigkeit, psychische Gesundheit und Selbstwertgefühl.
Die europäische Leitlinie beschreibt typische Bewältigungsmuster, die viele Betroffene wiedererkennen dürften: den Oberkörper bedecken, mit hängenden Schultern und verschränkten Armen gehen, Sport und soziale Situationen meiden. Das ist ein in Leitlinien dokumentiertes Muster – kein persönliches Versagen.
Und es gibt eine hoffnungsvolle Zahl dazu. In einer Längsschnittuntersuchung über bis zu fünf Jahre lagen operierte Patienten vor dem Eingriff in fünf Bereichen deutlich unter den Kontrollen. Nach der Behandlung unterschieden sie sich in keinem der erfassten Bereiche mehr von ihnen. Die Belastung ist real – und sie ist nicht dauerhaft.
Ein Hinweis zur Einordnung: Der überwiegende Teil dieser Daten stammt von Jugendlichen. Bei Erwachsenen zeigt sich dasselbe Bild indirekt – als Beweggrund für eine Operation nennen rund 80 Prozent mangelndes Selbstvertrauen und emotionale Belastung, nur selten körperliche Beschwerden.
Was du konkret tun kannst
In dieser Reihenfolge
- Lass abklären, worum es sich handelt. Das ist kein aufwendiger Schritt und erspart dir möglicherweise Monate am falschen Hebel. Ansprechpartner sind Hausarztpraxis, Urologie, Endokrinologie oder Dermatologie.
- Bei den genannten Warnzeichen nicht warten. Einseitigkeit, harter Knoten, rasches Wachstum, Hautveränderungen oder Sekretion gehören zeitnah untersucht.
- Medikamentenliste mitnehmen. Rund ein Fünftel der Fälle ist medikamentenbedingt – aber die Entscheidung darüber trifft die Ärztin oder der Arzt, nicht du allein.
- Bei Lipomastie am Gesamtkörperfett arbeiten. Das ist der einzige Weg, der belegt funktioniert. Punktuelles Wegtrainieren funktioniert nicht.
- Krafttraining dazunehmen – nicht wegen der Brust, sondern um beim Abnehmen die Muskulatur zu halten.
- Keine Kapseln, keine Cremes. Dafür existiert kein einziger Wirksamkeitsnachweis.
Und wenn du abnehmen willst?
Wenn die Abklärung ergeben hat, dass es sich um Fettgewebe handelt, dann ist der Weg derselbe wie bei jeder anderen Fettreduktion: ein Energiedefizit, genug Eiweiß zum Muskelerhalt und eine Struktur, die man länger als ein paar Wochen durchhält.
Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Anläufe scheitern – nicht am Wissen, sondern am Dranbleiben über Monate. Wie sich der Körper dabei verändert, steht unter was beim Abnehmen im Körper passiert.
Wenn du nicht wieder allein anfangen willst. In unserer Stoffwechselkur wird dein Bedarf individuell berechnet statt pauschal geschätzt, die Mahlzeiten sind eiweißbetont, damit im Defizit die Muskulatur erhalten bleibt, und die Stabilisierungsphase gehört fest dazu. Dazu kommt die tägliche persönliche Begleitung per WhatsApp – mit echten Antworten auf echte Fragen.
Häufige Fragen
Wie werde ich meine Männerbrust los?
Das hängt davon ab, woraus sie besteht. Bei einer Lipomastie aus Fettgewebe hilft eine Reduktion des Gesamtkörperfetts – Gewichtsabnahme steht dafür ausdrücklich in der Fachliteratur. Bei echter Gynäkomastie aus Drüsengewebe hilft weder Abnehmen noch Training; hier geht es um die Ursache und gegebenenfalls um eine ärztliche Behandlung. Der erste Schritt ist deshalb immer die Abklärung.
Kann man Männerbrüste wegtrainieren?
Gezielt nicht. Eine Meta-Analyse aus 13 Studien mit 1.158 Teilnehmenden fand keinen Unterschied im Fettabbau zwischen trainierten und untrainierten Körperregionen. Drüsengewebe reagiert ohnehin nicht auf Training, weil es kein Muskel ist. Krafttraining hilft indirekt, indem es beim Abnehmen die Muskulatur erhält.
Warum habe ich eine Männerbrust trotz Normalgewicht?
Das spricht eher für Drüsengewebe als für Fett. Tastbares Drüsengewebe ist bei erwachsenen Männern verbreitet – Untersuchungsstudien finden es bei 36 bis 57 Prozent. Bei rund der Hälfte der abgeklärten Fälle findet sich keine Ursache. Weil eine Gynäkomastie aber auch Symptom einer anderen Störung sein kann, gehört ein neu aufgetretener Befund ärztlich untersucht.
Verursacht Bier Männerbrüste?
Dafür haben wir keinen Beleg gefunden. Hopfen enthält zwar ein stark östrogen wirksames Pflanzenstoff, die Mengen im Bier liegen aber im Mikrogrammbereich pro Liter und damit weit unter dem, was pharmakologisch wirksam wäre. Belegt ist stattdessen ein Zusammenhang mit chronischem Alkoholmissbrauch und Lebererkrankungen – über den Hormonstoffwechsel, nicht über den Hopfen.
Wann sollte ich mit einer Männerbrust zum Arzt?
Zeitnah bei einseitigem Auftreten, einem harten oder unverschieblichen Knoten, raschem Wachstum, einer Lage außerhalb des Warzenhofs, Hauteinziehungen, eingezogener oder absondernder Brustwarze und tastbaren Lymphknoten in der Achsel. Auch eine neu aufgetretene Brustvergrößerung außerhalb von Pubertät und höherem Lebensalter gehört grundsätzlich abgeklärt.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Er ist ausdrücklich keine Anleitung zur Selbstuntersuchung. Bei einer neu aufgetretenen oder sich verändernden Brustvergrößerung, bei Schmerzen, Knoten, Hautveränderungen oder Absonderungen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt. Setze verordnete Medikamente niemals eigenmächtig ab.







