Für die Flüssigkeitsversorgung macht es keinen Unterschied, ob dein Wasser Kohlensäure enthält. Entscheidend ist der Mineralgehalt: Erst ab 150 Milligramm Calcium beziehungsweise 50 Milligramm Magnesium je Liter darf ein Mineralwasser sich calcium- oder magnesiumhaltig nennen. Die Kohlensäure ist eine Frage von Geschmack und Verträglichkeit – Kalorien verbrennt sie nicht.
Inhalt
Die drei Bezeichnungen für Kohlensäure
Auf jeder Flasche natürliches Mineralwasser steht, woher die Kohlensäure stammt. Die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung schreibt dafür drei unterschiedliche Bezeichnungen vor – und sie bedeuten nicht dasselbe.
| Bezeichnung auf der Flasche | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser | Das Wasser enthält nach der Abfüllung denselben Gehalt an eigener Quellkohlensäure wie am Quellaustritt und setzt sie spürbar frei. |
| Natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt | Es wurde Kohlendioxid aus demselben Quellvorkommen zugesetzt, der Gehalt liegt also über dem am Quellaustritt. |
| Natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt | Das zugesetzte Kohlendioxid stammt aus einer anderen Quelle als das Wasser selbst. |
| Kohlensäure ganz oder teilweise entzogen | Diese Angabe ist vorgeschrieben, wenn dem Wasser Kohlensäure entzogen wurde – so entsteht ein Großteil der stillen Mineralwässer. |
Zusätzlich darf sich ein Wasser Säuerling, Sauerbrunnen oder Sprudel nennen, wenn es von Natur aus mehr als 250 Milligramm Kohlendioxid je Liter enthält. Die Bezeichnung „Sprudel" darf allerdings auch ein Wasser tragen, dem Kohlendioxid zugesetzt wurde – sie sagt für sich genommen also weniger aus, als viele annehmen.
Wichtig für die Einordnung: Alle diese Varianten können aus derselben Quelle stammen. Ob stilles Wasser oder Sprudel im Regal steht, ist zu einem großen Teil eine Entscheidung des Abfüllers, nicht ein Merkmal des Wassers.
Mineralwasser, Quellwasser, Tafelwasser
Neben der Kohlensäure lohnt der Blick auf die Bezeichnung des Lebensmittels selbst. Die drei Kategorien im Handel unterscheiden sich rechtlich deutlich, im Regal stehen sie aber nebeneinander.
| Kategorie | Herkunft und Anforderungen |
|---|---|
| Natürliches Mineralwasser | Stammt aus einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Vorkommen, ist von ursprünglicher Reinheit und in seiner Zusammensetzung konstant. Es muss amtlich anerkannt und am Quellort abgefüllt werden. |
| Quellwasser | Stammt ebenfalls aus einem unterirdischen Vorkommen und wird am Quellort abgefüllt, braucht aber keine amtliche Anerkennung und keine konstante Zusammensetzung. |
| Tafelwasser | Ein hergestelltes Erzeugnis: Trinkwasser, dem zulässige Zutaten wie Mineralsalze oder Kohlendioxid zugesetzt wurden. Es kann überall abgefüllt werden. |
| Sodawasser | Tafelwasser mit mindestens 570 Milligramm Natriumhydrogencarbonat je Liter und Kohlendioxid. |
Der Mineralgehalt: die Werte, auf die es ankommt
Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen zwei Wässern – nicht in den Bläschen. Der Analysenauszug auf dem Etikett nennt die Gehalte in Milligramm je Liter. Wann ein Wasser sich wie nennen darf, ist ebenfalls gesetzlich festgelegt.
| Angabe auf der Flasche | Voraussetzung je Liter |
|---|---|
| Calciumhaltig | mehr als 150 mg Calcium |
| Magnesiumhaltig | mehr als 50 mg Magnesium |
| Bicarbonathaltig | mehr als 600 mg Hydrogencarbonat |
| Sulfathaltig | mehr als 200 mg Sulfat |
| Chloridhaltig | mehr als 200 mg Chlorid |
| Fluoridhaltig | mehr als 1 mg Fluorid |
| Eisenhaltig | mehr als 1 mg zweiwertiges Eisen |
| Natriumhaltig | mehr als 200 mg Natrium |
| Geeignet für natriumarme Ernährung | weniger als 20 mg Natrium |
| Mit hohem Gehalt an Mineralien | mehr als 1.500 mg fester Rückstand |
| Mit geringem Gehalt an Mineralien | höchstens 500 mg fester Rückstand |
| Mit sehr geringem Gehalt an Mineralien | höchstens 50 mg fester Rückstand |
In vielen Texten – auch in einer früheren Fassung dieses Beitrags – stehen diese Werte mit einem Kleiner-als-Zeichen, also etwa „Magnesium: < 50 mg". Das ist genau verkehrt herum. Ein mineralreiches Wasser erreicht oder überschreitet diese Werte; darunter liegende Gehalte sind kein Qualitätsmerkmal, sondern schlicht weniger Mineralstoffe.
Was das praktisch bedeutet: Ein Liter „calciumhaltiges" Wasser mit 150 Milligramm Calcium deckt rund 15 Prozent der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tageszufuhr von 1.000 Milligramm. Ein Liter „magnesiumhaltiges" Wasser mit 50 Milligramm Magnesium liefert rund 14 bis 17 Prozent des Schätzwerts von 350 Milligramm für Männer beziehungsweise 300 Milligramm für Frauen. Es gibt Wässer, die deutlich darüber liegen – der Vergleich zweier Etiketten lohnt sich also mehr als die Grundsatzfrage still oder sprudelnd.
Wer wenig Milchprodukte isst, kann über die Wasserwahl einen spürbaren Teil des Calciumbedarfs abdecken. Wie sich Mineralstoffe insgesamt zusammensetzen, steht in unserem Überblick zu Mikronährstoffen.
Sprudelwasser und Abnehmen: was stimmt
Rund um Kohlensäure und Gewichtsabnahme kursieren mehrere Behauptungen. Sortiert man sie, bleibt weniger übrig, als oft geschrieben wird – dafür etwas, das tatsächlich trägt.
Was nicht stimmt: Kohlensäure regt den Stoffwechsel nicht an und lässt dich keine zusätzlichen Kalorien verbrennen. Für diese Behauptung gibt es keine belastbare Grundlage. Auch eine „reinigende" oder „entgiftende" Wirkung der Kohlensäure ist nicht belegt. Was Wasser für den Stoffwechsel tatsächlich leistet, haben wir in Regt Wasser den Stoffwechsel an? eingeordnet.
Was plausibel, aber begrenzt ist: Kohlendioxid dehnt den Magen kurzfristig aus, und viele Menschen empfinden Sprudelwasser deshalb als sättigender. Der Effekt hält nicht lange an und ersetzt keine Mahlzeit. Umgekehrt trinken die meisten Menschen von stillem Wasser insgesamt mehr – wer auf seine Trinkmenge kommen will, fährt damit oft besser.
Was wirklich zählt: Wasser hat null Kalorien – in beiden Varianten. Der entscheidende Hebel liegt nicht zwischen still und sprudelnd, sondern zwischen Wasser und allem anderen. Ein halber Liter Limonade oder Saftschorle am Tag summiert sich über eine Woche auf ungefähr eine Tagesration Kalorien. Welche Getränke wie viel kosten, haben wir in unserem Getränke-Kaloriencheck aufgeschlüsselt.
Trinken ist in der Diätphase kein Nebenschauplatz. Wer die Ernährung umstellt, braucht eine verlässliche Struktur – auch beim Trinken. In unserem Ratgeber steht, wie die Phasen aufgebaut sind, was auf den Teller kommt und worauf es im Alltag ankommt.
Warum Trinken allein nichts bewirkt – und was es ergänzt. Wasser hat keine Kalorien und ersetzt trotzdem keine Ernährungsumstellung. Was tatsächlich zählt, ist der Aufbau des Tages: In unserer Stoffwechselkur wird dein Bedarf individuell berechnet, die Mahlzeiten sind eiweißbetont und gemüsereich zusammengestellt, und die Stabilisierungsphase gehört fest dazu. Begleitet wirst du täglich persönlich per WhatsApp durch unsere Ernährungsberatung; das ist im Paket enthalten.
Wann stilles Wasser die bessere Wahl ist
Bei der Verträglichkeit gibt es einen klaren Unterschied, und er ist der praktisch relevanteste des ganzen Themas.
- Empfindlicher Magen und Reflux: Kohlendioxid dehnt den Magen und kann Aufstoßen und Sodbrennen begünstigen. Wer damit zu tun hat, fährt mit stillem Wasser meist besser. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zu Sodbrennen.
- Beim Sport: Während der Belastung ist stilles oder kohlensäurearmes Wasser angenehmer, weil sich größere Mengen leichter zügig trinken lassen.
- Für Säuglingsnahrung: Hier gilt eine eigene gesetzliche Angabe. Ein Wasser darf nur dann als geeignet gekennzeichnet werden, wenn unter anderem Natrium 20, Nitrat 10 und Fluorid 0,7 Milligramm je Liter nicht überschreiten.
- Reizdarmbeschwerden: Bei Blähungen und Völlegefühl lohnt der Versuch, einige Tage auf stilles Wasser umzustellen. Weitere Ansätze stehen in unserem Ratgeber zum Völlegefühl.
Für Zähne und Knochen gilt: Die Kohlensäure in Mineralwasser ist eine schwache Säure und gilt nach heutigem Stand nicht als relevanter Faktor für Zahnschmelz oder Knochendichte. Anders sieht es bei zuckerhaltigen und stark sauren Erfrischungsgetränken aus – dort ist nicht die Kohlensäure das Problem, sondern Zucker und Säuerungsmittel.
Leitungswasser, stilles Wasser und Keime
Ein Punkt, der selten sauber erklärt wird: Kohlensäure senkt den pH-Wert des Wassers und hemmt damit das Wachstum von Mikroorganismen. Stilles Wasser hat diesen Schutz nicht – weder in der Flasche noch nach dem Öffnen.
Die Stiftung Warentest untersuchte 2019 32 stille natürliche Mineralwässer. Nur 15 davon schnitten mit „gut" ab, zwei erhielten die Note „mangelhaft". Das Fazit der Tester lautete, Leitungswasser sei genauso gut und deutlich günstiger als stilles Wasser aus der Flasche.
Praktisch heißt das
- Geöffnete Flaschen mit stillem Wasser kühl lagern und innerhalb weniger Tage aufbrauchen.
- Nicht direkt aus der Flasche trinken, wenn sie danach noch länger steht.
- Leitungswasser ist in Deutschland ein streng kontrolliertes Lebensmittel und eine vollwertige Alternative – wer Trinkwasser aus alten Bleileitungen im Haus vermutet, sollte das prüfen lassen.
- Mehrwegflaschen gründlich reinigen und trocknen lassen.
Wie viel du am Tag trinken solltest
Die verbreitete Faustregel „30 Milliliter je Kilogramm Körpergewicht" ist eine Näherung, aber kein offizieller Wert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene von 19 bis unter 51 Jahren einen Richtwert von rund 1.410 Millilitern Wasserzufuhr über Getränke pro Tag. Die Gesamtwasserzufuhr liegt bei etwa 2.600 Millilitern – der Rest stammt aus fester Nahrung (rund 860 Milliliter) und dem Stoffwechsel selbst (rund 330 Milliliter).
Mehr ist nötig bei Hitze, körperlicher Arbeit, Sport, Fieber und in der Stillzeit. Ein praktischer Anhaltspunkt ist die Urinfarbe: hellgelb bis fast farblos passt, dunkelgelb spricht für zu wenig Flüssigkeit. Warum ausreichendes Trinken über den Durst hinaus wichtig ist, steht in 10 Gründe, warum Trinken so wichtig ist.
Wird über längere Zeit deutlich zu wenig getrunken, macht sich das zuerst über Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall bemerkbar. Welche Anzeichen ernst zu nehmen sind, steht in Dehydration: Ursachen, Symptome und der Blutdruck.
Häufige Fragen
Ist Sprudelwasser ungesund?
Nein. Kohlensäure in Mineralwasser gilt nach heutigem Stand nicht als gesundheitsschädlich. Sie kann bei empfindlichem Magen, Reflux oder Blähungen Beschwerden begünstigen – das ist eine Frage der Verträglichkeit, nicht der Gesundheit.
Verbrennt Sprudelwasser Kalorien?
Nein. Für die Behauptung, Kohlensäure rege den Stoffwechsel an und erhöhe den Kalorienverbrauch, gibt es keine belastbare Grundlage. Wasser hat in beiden Varianten null Kalorien.
Woran erkenne ich ein mineralreiches Wasser?
Am Analysenauszug auf dem Etikett. Ab 150 Milligramm Calcium je Liter darf ein Wasser calciumhaltig heißen, ab 50 Milligramm Magnesium magnesiumhaltig. Ein Gesamtmineralgehalt über 1.500 Milligramm je Liter berechtigt zur Angabe „mit hohem Gehalt an Mineralien“.
Ist Leitungswasser schlechter als Mineralwasser?
Nicht grundsätzlich. Leitungswasser unterliegt in Deutschland strengen Kontrollen. Der Unterschied liegt im Mineralgehalt, der je nach Region stark schwankt – die Werte veröffentlicht der örtliche Wasserversorger.
Welches Wasser eignet sich für Säuglingsnahrung?
Wasser mit der ausdrücklichen Angabe „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Dafür gelten gesetzliche Höchstwerte, unter anderem 20 Milligramm Natrium, 10 Milligramm Nitrat und 0,7 Milligramm Fluorid je Liter.
Trinkt man von stillem Wasser mehr?
Viele Menschen ja, weil sich größere Mengen ohne Kohlensäure leichter zügig trinken lassen. Wer Schwierigkeiten hat, auf seine Trinkmenge zu kommen, kann das ausprobieren.
Quellen
- Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung), insbesondere §§ 2, 3, 8, 10, 14 und Anlage 6. gesetze-im-internet.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Wasser, Calcium, Magnesium. dge.de
- Stiftung Warentest: Test stiller natürlicher Mineralwässer, 2019 – 32 Produkte, 15 Bewertungen „gut", zwei „mangelhaft". test.de
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zu Ernährung und ersetzt keine individuelle Beratung. Bei Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber, bei natriumarmer Diät sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Trinkmenge und die Wasserwahl ärztlich abgestimmt werden.







