Keine Gewichtszunahme beim Muskelaufbau: Daran kann es liegen - VitalBodyPLUS.de

Keine Gewichtszunahme beim Muskelaufbau: 8 Ursachen und was hilft

Wer trotz Krafttraining nicht zunimmt, isst in den allermeisten Fällen weniger, als er denkt – oder erwartet Ergebnisse schneller, als sie physiologisch möglich sind. Als realistisch gelten 0,25 bis 0,5 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Bei 70 Kilogramm sind das 175 bis 350 Gramm – weniger, als die Waage von morgens bis abends ohnehin schwankt.

Wie schnell Muskelaufbau realistisch geht

Bevor es um Fehler geht, lohnt ein Blick auf die Größenordnung. Ein narrativer Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Sports empfiehlt für den Muskelaufbau eine Gewichtszunahme von rund 0,25 bis 0,5 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Wer schneller zunimmt, baut überwiegend Fett auf, nicht Muskulatur.

Empfohlene Zunahmerate nach Iraki et al. 2019, umgerechnet auf gängige Körpergewichte.
Körpergewicht 0,25 % pro Woche 0,5 % pro Woche nach 12 Wochen
60 kg 150 g 300 g 1,8 – 3,6 kg
70 kg 175 g 350 g 2,1 – 4,2 kg
80 kg 200 g 400 g 2,4 – 4,8 kg
90 kg 225 g 450 g 2,7 – 5,4 kg

Und hier liegt das eigentliche Problem der meisten Frustberichte: Bei 70 Kilogramm sind 175 bis 350 Gramm pro Woche das Ziel. Das Körpergewicht schwankt im Tagesverlauf aber allein durch Wasser, Glykogen und Darminhalt um ein bis zwei Kilogramm. Wer sich einmal wöchentlich zu unterschiedlichen Tageszeiten wiegt, misst also fast ausschließlich Rauschen.

So misst du stattdessen

  • Täglich wiegen, immer morgens nach dem Aufstehen und nach der Toilette.
  • Nicht den Einzelwert bewerten, sondern den Wochendurchschnitt mit dem der Vorwoche vergleichen.
  • Zusätzlich alle vier Wochen Umfänge messen: Oberarm, Brust, Oberschenkel, Taille.
  • Fotos in gleicher Haltung und gleichem Licht – sie zeigen, was die Waage nicht auflöst.

Wie stark diese Schwankungen ausfallen und warum sie nichts über Muskel- oder Fettmasse aussagen, haben wir in Was beim Abnehmen im Körper passiert ausführlich beschrieben. Praktische Hinweise zum Wiegen selbst findest du unter richtig wiegen.

Ursache 1: Du isst weniger, als du denkst

„Ich esse doch den ganzen Tag" ist der häufigste Satz in Beratungsgesprächen zum Thema Zunehmen – und er hält der Überprüfung selten stand. Nicht, weil jemand flunkert, sondern weil die Aufnahme von Tag zu Tag stark schwankt. Zwei sehr gute Tage werden von drei stressigen Tagen mit ausgelassenem Mittagessen ausgeglichen, und im Wochenschnitt bleibt genau null Überschuss übrig.

Der einzige belastbare Test dauert sieben Tage: alles wiegen und notieren, inklusive Wochenende, inklusive Getränken. Bleibt das Gewicht in dieser Woche konstant, entspricht die gemessene Menge dem Erhaltungsbedarf. Darauf kommen dann 10 bis 20 Prozent obendrauf – bei 2.400 Kilokalorien Erhaltung also rund 240 bis 480 Kilokalorien.

Der Punkt ist nicht „mehr essen", sondern planbar mehr essen. Diese Ergänzungen lassen sich zuverlässig jeden Tag unterbringen, ohne dass die Portionen unangenehm groß werden:

Gerundete Durchschnittswerte. Produktangaben laut Nährwerttabelle des jeweiligen Artikels.
Ergänzung kcal Eiweiß
60 g Haferflocken + 250 ml Vollmilch rund 380 rund 14 g
50 g Mandeln rund 300 rund 11 g
1 Portion Protein Pancake + 1 Banane rund 280 rund 26 g
2 Scheiben DailyBread + 30 g Erdnussmus rund 445 rund 30 g
1 EL Olivenöl über den Salat + 30 g Käse rund 200 rund 8 g

Wer seinen ungefähren Ausgangswert schätzen möchte, statt eine Woche zu protokollieren, kann unseren Kalorienrechner nutzen. Er liefert einen Startpunkt – die Woche mit der Waage ersetzt er nicht. Wie Energiebilanz grundsätzlich funktioniert, steht in unserem Beitrag zum Kaloriendefizit.

Ursache 2: Zu wenig Eiweiß

Ein Kalorienüberschuss allein baut kein Muskelgewebe auf, wenn das Baumaterial fehlt. Die Datenlage dazu ist ungewöhnlich klar: Eine Metaanalyse von Morton und Kollegen im British Journal of Sports Medicine wertete 49 randomisierte Studien mit 1.863 Teilnehmenden aus. Zusätzliches Eiweiß steigerte den Zuwachs an fettfreier Masse gegenüber reinem Krafttraining im Mittel um 0,30 Kilogramm. Oberhalb einer Gesamtzufuhr von rund 1,62 Gramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag war jedoch kein zusätzlicher Effekt mehr messbar; das Konfidenzintervall reichte bis 2,2 Gramm.

Daraus ergibt sich der heute übliche Zielkorridor von 1,6 bis 2,2 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Zum Vergleich: Der Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene liegt bei 0,8 Gramm je Kilogramm – er beschreibt die Bedarfsdeckung, nicht die Optimierung des Muskelaufbaus.

Magerquark, gekochte Eier, gegrillte Hähnchenbrust, Haferflocken, Mandeln und ein Glas Milch auf einem Holztisch
Rechenwerte, gerundet. 250 g Magerquark liefern rund 33 g, 150 g Hähnchenbrust rund 35 g, ein Ei der Größe M rund 6 g Eiweiß.
Körpergewicht 1,6 g/kg 2,2 g/kg entspricht etwa
60 kg 96 g 132 g 250 g Magerquark + 150 g Hähnchenbrust + 3 Eier
70 kg 112 g 154 g zusätzlich 200 g Skyr
80 kg 128 g 176 g zusätzlich 1 Portion Eiweißshake
90 kg 144 g 198 g zusätzlich 200 g Lachs

Ebenso wichtig wie die Menge ist die Verteilung. Die genannte Übersichtsarbeit empfiehlt 0,40 bis 0,55 Gramm je Kilogramm pro Mahlzeit, verteilt auf drei bis sechs Mahlzeiten. Für 80 Kilogramm sind das 32 bis 44 Gramm je Mahlzeit. Wer 130 Gramm Eiweiß auf ein einziges Abendessen legt, nutzt sie schlechter als jemand, der dieselbe Menge über vier Mahlzeiten verteilt.

Welche Eiweißquellen sich wie unterscheiden, haben wir in Eiweiß für den Muskelaufbau zusammengestellt. Warum Eiweiß auch in der umgekehrten Situation – beim Abnehmen – der entscheidende Nährstoff ist, steht auf unserer Übersichtsseite zu Eiweiß beim Abnehmen. Eine kurze Einordnung des allgemeinen Bedarfs liefert Wie viel Eiweiß benötigt unser Körper?.

Wenn Eiweiß die Lücke im Alltag ist. Eine Portion Protein Pancake – 50 Gramm Pulver in 75 Millilitern Wasser – liefert 24,4 Gramm Eiweiß bei 171 Kilokalorien und 1,4 Gramm Fett. Als Frühstück oder nach dem Training deckt das rund ein Fünftel des Tagesbedarfs eines 70 Kilogramm schweren Menschen bei 1,6 Gramm je Kilogramm.

Protein Pancake ansehen

Der häufigste praktische Engpass ist nicht das Training, sondern die Eiweißmenge über den Tag. Unser DailyWhey ist ein Proteinshake aus Molkenprotein zum Anrühren – gedacht für genau die Momente, in denen sonst keine eiweißreiche Mahlzeit zustande kommt. Proteine tragen zu einer Zunahme an Muskelmasse bei und tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei.

DailyWhey ansehen

Ursache 3: Der Trainingsreiz stimmt nicht

Ein häufiger Ratschlag lautet: einfach öfter trainieren. Das greift zu kurz. Entscheidend ist nicht, wie oft du im Studio bist, sondern wie oft jeder einzelne Muskel einen Reiz bekommt.

Eine Metaanalyse von Schoenfeld, Ogborn und Krieger in Sports Medicine fasste zehn Studien zusammen, die Trainingshäufigkeiten bei gleichem Gesamtvolumen verglichen. Ergebnis: Wird eine Muskelgruppe zweimal pro Woche trainiert, fällt der Zuwachs größer aus als bei einmal pro Woche. Ob dreimal noch einmal besser ist, ist offen.

Praktisch heißt das: Zwei bis drei Ganzkörpereinheiten pro Woche treffen jede Muskelgruppe zwei- bis dreimal. Ein Fünfertagesplan, bei dem jede Muskelgruppe genau einen Tag bekommt, tut das nicht – trotz mehr Zeit im Studio. Für die meisten Menschen, die nicht zunehmen, ist der Ganzkörperplan die bessere Wahl.

Zwei Randbedingungen gehören dazu: Die Ausführung muss auch in der letzten Wiederholung sauber bleiben, sonst verlagert sich die Last auf ausweichende Muskelgruppen. Und die Sätze müssen nah genug an die Erschöpfung heranführen – wer eine Übung mit einem Gewicht beendet, mit dem noch acht weitere Wiederholungen möglich wären, setzt kaum einen Reiz.

Ursache 4: Du steigerst nicht

Der Körper passt sich an Belastungen an, die er noch nicht kennt. Wer seit einem Jahr dieselben drei Sätze mit denselben zwölf Wiederholungen und demselben Gewicht absolviert, hat kein Trainingsproblem im Sinne von zu wenig – sondern im Sinne von immer gleich.

Aufgeschlagenes Trainingstagebuch mit handschriftlich notierten Gewichten und Wiederholungen auf einer Hantelbank

Progression braucht keine komplizierte Periodisierung. Es reicht, in einem Heft oder in einer App festzuhalten, welches Gewicht bei welcher Wiederholungszahl bewegt wurde, und beim nächsten Mal an einer Stellschraube zu drehen:

  • eine Wiederholung mehr bei gleichem Gewicht,
  • oder dasselbe Wiederholungsschema mit 2,5 Kilogramm mehr,
  • oder ein zusätzlicher Satz,
  • oder dieselbe Leistung bei kürzerer Pause.

Ohne Aufzeichnung lässt sich das nicht steuern, weil niemand über Wochen im Kopf behält, was er zuletzt bewegt hat. Das Trainingstagebuch ist der unspektakulärste und zugleich wirksamste Punkt auf dieser Liste.

Ursache 5: Cardio frisst den Überschuss auf

Ausdauertraining ist gesund und verbessert die Erholungsfähigkeit. Es hat aber einen Preis, der beim Zunehmen ins Gewicht fällt: Eine 45-minütige Laufeinheit kostet eine 75 Kilogramm schwere Person in moderatem Tempo grob 400 bis 500 Kilokalorien – also ungefähr den gesamten geplanten Tagesüberschuss.

Wer dreimal pro Woche läuft und nichts an der Ernährung ändert, steht im Wochenschnitt bei null. Die Lösung ist nicht, das Cardio zu streichen, sondern es einzupreisen: An Ausdauertagen kommt eine zusätzliche Mahlzeit dazu. Zwei Einheiten pro Woche sind für die meisten ein guter Kompromiss zwischen Herz-Kreislauf-Gesundheit und Aufbauzielen.

Ursache 6: Schlaf und Stress

Der oft zitierte Satz „Muskeln wachsen nachts" ist eine Vereinfachung. Die Muskelproteinsynthese ist nach einer Krafteinheit nicht nur in der folgenden Nacht, sondern über 24 bis 48 Stunden erhöht. Schlaf ist trotzdem wichtig – nur über andere Wege, als die Formel nahelegt: Er bestimmt, wie gut die nächste Einheit ausfällt, wie stabil der Appetit bleibt und wie der Körper mit Belastung umgeht.

Ähnlich verhält es sich mit Stress. Dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel fördern den Abbau von Muskelprotein und wirken damit dem Trainingsziel entgegen. Was Cortisol im Körper tut, erklären wir in Was ist Cortisol?; Hinweise zur Schlafmenge stehen in Wie viel Schlaf brauchst du? und, falls das Einschlafen das Problem ist, in 10 Tipps gegen Schlafprobleme.

Wer nach längerer Pause wieder einsteigt, unterschätzt außerdem gern, wie viel Substanz in dieser Zeit verloren gegangen ist. Wie der Wiedereinstieg gelingt, beschreibt unser Beitrag zu Muskelabbau und Wiedereinstieg.

Ursache 7: Alkohol rund um das Training

Zum Zusammenhang von Alkohol und Muskelaufbau gibt es eine oft zitierte Untersuchung von Parr und Kollegen, veröffentlicht in PLoS ONE. Trainierte Männer absolvierten eine kombinierte Kraft- und Ausdauereinheit und nahmen anschließend entweder 25 Gramm Molkenprotein, dasselbe Protein plus Alkohol oder Kohlenhydrate plus Alkohol zu sich. Die Alkoholmenge betrug 1,5 Gramm je Kilogramm Körpergewicht – umgerechnet etwa zwölf Standardgläser.

Gegenüber der reinen Proteingruppe war die myofibrilläre Proteinsynthese in der Kombination aus Alkohol und Protein um 24 Prozent verringert, in der Kombination aus Alkohol und Kohlenhydraten um 37 Prozent.

Diese Zahlen sind belastbar, die Dosis ist es aber wert, im Kopf behalten zu werden: Zwölf Gläser nach dem Training sind ein Extremszenario, kein normaler Feierabend. Ein Glas Wein am Wochenende ist nicht der Grund, warum jemand seit sechs Monaten nicht zunimmt. Regelmäßiger, größerer Konsum unmittelbar nach dem Training ist es potenziell schon – zumal Alkohol zusätzlich Kalorien liefert, die Schlafqualität verschlechtert und die Trainingsmotivation am Folgetag drückt.

Ursache 8: Der falsche Maßstab

Muskelaufbau ist der langsamste sichtbare Anpassungsprozess, den ein trainierender Körper zeigt. Kraftzuwächse kommen in den ersten Wochen fast ausschließlich aus dem Nervensystem – die Ansteuerung wird besser, bevor der Muskel messbar größer wird. Wer nach vier Wochen die Waage befragt und nichts findet, hat nicht versagt, sondern zu früh gemessen.

Orientierungswerte für Trainingseinsteiger bei konsequentem Training und passender Ernährung. Individuell verschieden.
Zeitraum was sich typischerweise zeigt
Woche 1 – 3 Technik und Koordination verbessern sich, Gewichte steigen spürbar, Körpergewicht unverändert
Woche 4 – 8 erste Umfangsveränderungen messbar, Wochendurchschnitt der Waage steigt langsam
Woche 9 – 16 sichtbare Veränderung auf Fotos, Kraftwerte deutlich über dem Ausgangspunkt
ab Monat 6 Fortschritt verlangsamt sich, Planung wird wichtiger

Setz dir deshalb einen festen Überprüfungszeitpunkt – etwa acht Wochen – und ändere bis dahin nichts an Plan und Kalorienmenge. Erst danach ist eine Aussage möglich, ob nachjustiert werden muss.

Der Hardgainer-Mythos

Über schmale Menschen, die schwer zunehmen, liest man häufig, sie besäßen mehr Typ-1-Fasern, also Ausdauerfasern, und könnten deshalb kaum Muskeln aufbauen. Richtig daran ist: Die Verteilung der Muskelfasertypen ist zu einem erheblichen Teil genetisch bestimmt, und sie beeinflusst, wie stark jemand auf Krafttraining anspricht.

Falsch ist die Schlussfolgerung. Die eigene Faserverteilung kennt niemand ohne Muskelbiopsie – sie lässt sich nicht daran ablesen, dass jemand dünn ist. In der Praxis erklären sich fast alle Fälle von „ich nehme einfach nicht zu" durch zwei Dinge: eine tatsächlich geringere Energieaufnahme über die Woche und einen höheren Alltagsumsatz durch Bewegung außerhalb des Trainings. Beides ist beeinflussbar, die Faserverteilung nicht.

Ähnlich vorsichtig sollte man die verbreitete Einteilung in Körpertypen betrachten – was dahintersteckt und wo ihre Grenzen liegen, haben wir in Die 3 Körpertypen und ihre Besonderheiten beschrieben.

Wenn du eigentlich abnehmen willst

Ein Teil der Menschen, die nach „keine Gewichtszunahme beim Muskelaufbau" suchen, hat das umgekehrte Anliegen: Sie trainieren, wollen abnehmen – und die Waage steht ebenfalls still. Die Erklärung ist in beiden Fällen ähnlich und liegt selten am Stoffwechsel.

Krafttraining bindet zusätzliches Wasser in der Muskulatur, und der Wochendurchschnitt reagiert auf ein Defizit verzögert. Welche Ursachen dahinterstecken können, haben wir in 5 Gründe, warum dein Gewicht trotz Kaloriendefizit stagniert zusammengetragen. Was währenddessen im Körper passiert, steht in Was beim Abnehmen im Körper passiert.

Wer eine begleitete Struktur für die Ernährungsumstellung sucht, findet den kompletten Ablauf in unserem Ratgeber zur Stoffwechselkur.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis man erste Muskeln sieht?

Kraftzuwächse zeigen sich meist in den ersten zwei bis drei Wochen, sie kommen aber überwiegend aus einer besseren Ansteuerung. Sichtbare Veränderungen an Umfängen brauchen bei den meisten Menschen acht bis zwölf Wochen konsequentes Training bei passender Ernährung.

Kann man gleichzeitig Fett abbauen und Muskeln aufbauen?

Bei Trainingseinsteigern und bei Menschen mit höherem Körperfettanteil ist das in gewissem Umfang möglich. Bei Fortgeschrittenen gelingt es kaum noch – dort ist es sinnvoller, Aufbau- und Reduktionsphasen zeitlich zu trennen.

Muss ich Eiweißshakes nehmen, um Muskeln aufzubauen?

Nein. Entscheidend ist die Gesamtmenge über den Tag, nicht die Quelle. Shakes und eiweißreiche Produkte sind praktisch, wenn es im Alltag schwerfällt, drei bis vier eiweißreiche Mahlzeiten unterzubringen – notwendig sind sie nicht.

Wie viel darf ich pro Woche zunehmen, ohne viel Fett anzusetzen?

Als Orientierung gelten 0,25 bis 0,5 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Bei 80 Kilogramm sind das 200 bis 400 Gramm. Deutlich schnellere Zunahmen bestehen überwiegend aus Fett.

Ist Muskelkater ein Zeichen für Muskelaufbau?

Nein. Muskelkater zeigt eine ungewohnte Belastung an, nicht deren Wirksamkeit. Er tritt vor allem bei neuen Übungen und bei betont langsam abbremsenden Bewegungen auf und verschwindet mit zunehmender Gewöhnung, ohne dass der Trainingsreiz nachlässt.

Warum nehme ich trotz viel Essen nicht zu?

In den meisten Fällen ist die Aufnahme über die gesamte Woche gerechnet niedriger als gefühlt, weil gute und schlechte Tage sich ausgleichen. Ein siebentägiges Protokoll mit Waage bringt darüber Klarheit – und ist zuverlässiger als jede Schätzung.

Quellen

  • Morton RW, Murphy KT, McKellar SR et al.: A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. British Journal of Sports Medicine 2018; 52(6): 376–384. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  • Iraki J, Fitschen P, Espinar S, Helms E: Nutrition Recommendations for Bodybuilders in the Off-Season: A Narrative Review. Sports 2019; 7(7): 154. mdpi.com
  • Schoenfeld BJ, Ogborn D, Krieger JW: Effects of Resistance Training Frequency on Measures of Muscle Hypertrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sports Medicine 2016; 46: 1689–1697. link.springer.com
  • Parr EB, Camera DM, Areta JL et al.: Alcohol Ingestion Impairs Maximal Post-Exercise Rates of Myofibrillar Protein Synthesis following a Single Bout of Concurrent Training. PLoS ONE 2014; 9(2): e88384. journals.plos.org
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Protein. dge.de
  • Nährwertangaben zu Lebensmitteln sind gerundete Durchschnittswerte und schwanken je nach Sorte, Zubereitung und Hersteller. Produktangaben laut Nährwerttabelle des jeweiligen Artikels.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zu Ernährung und Training und ersetzt keine individuelle Beratung. Wenn du Vorerkrankungen hast, Medikamente einnimmst, schwanger bist oder stillst, sprich vor einer Ernährungsumstellung oder dem Beginn eines Trainingsprogramms mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.